Wenn sich Austria Lustenau und der FC Dornbirn für einmal gemeinsam freuen

Clubkonferenz der 2. Liga beschließt die Fortsetzung der Saison. Startschuss erfolgt am 5. Juni, Ende mit 31. Juli.
Schwarzach Mit dem Versprechen der Liga, den Infrastrukturtopf für die sofortige finanzielle Unterstützung der Clubs zu öffnen, war am Ende der Schulterschluss perfekt. Mit nur einer Gegenstimme (SV Lafnitz) stimmte die 16er-Liga für eine Fortsetzung der Saison. „Da handelt es sich um zumindest 400.000 Euro“, gab Liga-Vorstand Christian Ebenbauer Einblick. Reichen würde das aber für die Clubs keinesfalls. „Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, fügte der Liga-Boss hinzu. Das Geld war ursprünglich für die Infrastruktur-Offensive der Liga, u. a. Rasenheizung in den Stadien, vorgesehen gewesen. Das ist wichtig, denn das zunächst für die oberste Liga ausgearbeitete Präventionskonzept und dessen Hygienemaßnahmen werden in den Spielbetrieb implementiert. So sollen auch wöchentliche PCR-Tests durchgeführt werden. Durch den bereits erfolgten Abbruch aller ÖFB-Ligen wird es keine Absteiger geben.
„Die Hürde für Ried auf dem Weg zum angestrebten Titel ist sicher kleiner geworden.“
Bernd Bösch, Vorstandssprecher SC Austria Lustenau
In Lustenau zeigte sich Vorstandssprecher Bernd Bösch in erster Linie darüber erfreut, dass eine drohende Spaltung der Liga abgewendet werden konnte. Immerhin hatte der 59-Jährige bezüglich einer Fortsetzung zu den Skeptikern gezählt. „Es zeigt sich, dass sich in Zeiten wie diesen Dinge schnell verschieben können.“
„Es macht für alle Sinn, die Saison, wenn auch mit Auflagen, noch fertig zu spielen.“
Markus Mader, Trainer FC Mohren Dornbirn
Auch in Dornbirn ist die Freude groß. „Sportlich ist es die absolut richtige Entscheidung. Es macht für alle Vereine und Spieler Sinn, die Saison, wenn auch mit Auflagen, noch fertig zu spielen“, bringt es FCD-Trainer Markus Mader auf den Punkt. Dass es bei Auswärtsspielen aus beruflichen Gründen zu Absagen von Spielern kommen könnte, kann er sich schon vorstellen – nicht nur bei Dornbirn. Apropos Mader: Heute feiert der Coach seinen 52. Geburtstag. Bereits am Mittwoch wird er sich, wie der gesamte Betreuerstab und die Spieler auch, in Röthis einem Covid19-Test unterziehen. Für Donnerstag ist das erste gemeinsame Mannschaftstraining angesetzt. Andreas Genser indes wertet die Fortsetzung als positives Signal in Richtung Sponsoren. „Das sind wir unseren treuen Partnern schuldig“, sagt der Geschäftsführer Finanzen. Zumal er sich nach der langen Pause durchaus noch mehr Medienpräsenz erwartet. Allerdings ist ihm bewust: Bei einem Ausfall von rund 150.000 Euro, angesichts der sechs Geister-Heimspiele, werde man die Saison mit einem Minus abschließen.
Der Spielplan bleibt unverändert. Nur zwei englische Runden werden ausgetragen. Dornbirn startet mit einem Heimspiel gegen Amstetten, die Austria muss nach Graz zum GAK, wo Ex-Trainer Gernot Plassnegger arbeitet. Notwendig sind individuelle Vertragsvereinbarungen mit den Akteuren, da die Saison nach Auslaufen der Kontrakte noch den gesamten Juli fortgesetzt wird. Bösch rechnet diesbezüglich mit keinen Problemen bei der Austria. Zudem kann er sich durchaus vorstellen, dass die Mannschaft aufgrund der längeren Vorbereitungszeit einen Trainingsvorteil hat. Den größten Gewinn sieht er allerdings dank den Spielen in der möglichen Vorbereitung auf die kommende Saison, die wohl nicht vor September beginnen wird.




