Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Betrug am Sport

Sport / 14.05.2020 • 21:35 Uhr

Das Video ist ein einziges Debakel für den österreichischen Profifußball. Im Fachjargon findet sich keine treffendere Bezeichnung für jene Filmsequenz, die die LASK-Spieler verbotenerweise bei einem Mannschaftstraining zeigt. Ein handfester Skandal, mehr noch ein Betrug am Fußball. Wochenlang hat die Liga dafür gekämpft, die Saison zu Ende spielen zu können. Ein strenges und engmaschiges Sicherheitskonzept wurde erarbeitet, vorgelegt, überarbeitet und für gut befunden.
Dabei hatte sich Tabellenführer LASK anfangs widersetzt. Die CL-Millionen vor Augen, wurden ethische und moralische Bedenken gegen eine Fortsetzung geäußert und medienwirksam transportiert. Nach der scheinbar vollzogenen Kehrtwendung folgte nun die Untergrabung jeglichen Fairplay-Gedankens. Mehr noch, wurde beim LASK mit dem wissentlichen Verstoß gegen die Vorgaben die Moral mit Füßen getreten. Dementsprechend hart muss die Strafe ausfallen. Dass mit Siegmund Gruber der LASK-Präsident als stellvertretender Vorsitzender im Bundesliga-Aufsichtsrat sitzt, macht die Sache zudem pikanter. Dass die anderen elf Klubs solidarisch eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlichten, ist Beweis genug für die große Brisanz der Sache.