So bereiten sich die Dornbirn Lions auf verschiedene Szenarien vor

Sport / 10.05.2020 • 22:00 Uhr
So bereiten sich die Dornbirn Lions auf verschiedene Szenarien vor
Aus dem Heimspiel gegen BBC Nord Dragonz, im Bild Sebastian Gmeiner. STEURER

Laut Markus Mittelberger, Sportdirektor und Management, soll noch im Mai die Weichenstellung erfolgen.

Dornbirn Die Bundesliga der Herren plant laut ÖBV-Präsident Gerald Martens den Start der neuen Saison am 1. Oktober. Anfang September soll mit dem Training begonnen werden. „Wir haben die gleichen Lizenzbestimmungen wie vergangene Saison. Aber was die wirtschaftlichen Parameter betrifft, warten wir noch ab. Die Vereine haben große Umsatzeinbußen. Es wird alle treffen“, sagte der Verbandschef zuletzt. Somit sollen auch die gültigen Regelungen hinsichtlich der Zahl der Legionäre beibehalten werden. Ob die Planungen für den Start Anfang Oktober halten, werde sich anhand der Entwicklung der Pandemie in Österreich weisen, sagte Martens. „Wir haben dieses Ziel vor Augen, darauf arbeiten wir hin. Aber wir müssen von Woche zu Woche schauen.“ Als ÖBV-Präsident ist Martens auch der Nachwuchs ein großes Anliegen. So sind während der Sommerferien Hobby- und Jugendbewerbe geplant. „Da kann man auch ohne Körperkontakt viel machen“, sagt er. Die zahlreichen Basketballplätze und die Schulsportstätten sollten endlich geöffnet werden, erklärt der Verbandschef. „Die Organisation und Betreuung könnte durch Arbeitslose erfolgen“, lautet eine Idee von Martens.

Richtige Strategie entwickeln

Markus Mittelberger, Sportdirektor der Raiffeisen Dornbirn Lions, tut sich im Moment noch ein wenig schwer mit den Überlegungen des Verbandschefs. Bei den Messestädtern will man Ende des Monats im Vorstand konkrete Pläne über die Saison hinaus beschließen. Verschiedene Gedankenszenarien gibt es bereits, doch spielt man ein wenig auf Zeit und somit auf mehr Planungssicherheit.
Bei den Lions musste in erster Linie das abrupte sportliche Saisonende verdaut werden. Nur zehn Tage nach dem Halbfinaleinzug in der 2. Basketball-Bundesliga, verbunden mit der Hoffnung auf ein Finale, war Schluss. Dass exakt in diesen Tagen der Vertrag mit Hauptsponsor Raiffeisen verlängert werden konnte, hilft in den weiteren Planungen. Finanziell, so Mittelberger, ist die Saison in trockenen Tüchern. Auch weil man früh reagierte, sich mit den sechs Vollbeschäftigten rasch einigen konnte. Im Gegensatz dazu wartet man im Verein weiter auf eine Antwort von der Bundessportorganisation, nachdem schon Anfang April ein entsprechendes Hilfsformular an die BSO verschickt worden ist. „In Situationen wie jetzt hilft jeder Tausender“, sagt Mittelberger.

Markus Mittelberger und seine Vorstandskollegen machen sich viele Gedanken um die Zukunft der Lions.  <span class="copyright">HARTINGER</span>
Markus Mittelberger und seine Vorstandskollegen machen sich viele Gedanken um die Zukunft der Lions.  HARTINGER

„Wir werden in den nächsten 14 Tagen im Vorstand vereinsintern die Zukunft planen.“

Markus Mittelberger, Raiffeisen Dornbirn Lions, Sportdirektor

Schwierig ist auch die Planbarkeit für die nächste Saison. Zum einen ist die Terminisierung offen, denn auch ein Szenario mit Saisonstart 10. Jänner kursiert, zum anderen müssen Gespräche mit Spielern verschoben werden. Für Mittelberger wäre jetzt die Zeit für eine Reduzierung der Legionäre ein gangbarer Weg, um Kosten zu senken und den eigenen Nachwuchs zu fördern. Dass man vereinsintern ebenfalls einige Projekte der Kostenrechnung unterziehen werde, steht für ihn außer Frage. Auch die Hoffnung, dass die Stadt auf Hallenkosten in Zeiten von Corona verzichtet, hat er nicht aufgegeben. Diesbezüglich erwähnt er positiv den Vorarlberger Verband, der alle Lizenzgebühren ausgesetzt hat. Die Finanzen sind also auch bei den Lions, wie bei vielen Sportvereinen, eine große Aufgabe. „Schlanker zu werden“ ist ein Thema, aber auch die anstehenden Gespräche mit den treuen Sponsoren.