Gewerkschaftsboss kritisiert Gesundheistminister Anschober

Sport / 09.05.2020 • 12:00 Uhr
Noch darf der Fußball in Österreich nicht starten. Was der VdF zu Kritik an Gesundheitsminister Anschober veranlasst.<span class="copyright">gep</span><span class="copyright">a</span>
Noch darf der Fußball in Österreich nicht starten. Was der VdF zu Kritik an Gesundheitsminister Anschober veranlasst.gepa

Gernot Zirngast, Vorsitzender der “Vereinigung der Fußballer”, hat deutliche Kritik an Gesundheitsminister Rudolf Anschober geübt.

Wien Die Aussagen von Rudolf Anschober, wonach es keine Privilegien für Fußball-Profis geben könne und dass die Situation bezüglich eines Bundesliga-Neustarts “ein bisschen entspannter vom Zeitdruck her” als in Deutschland sei, stießen dem Gewerkschafter sauer auf.

“Es ist ärgerlich, wenn der Minister immer von Privilegien spricht. Die Fußballer haben keine Privilegien, ganz im Gegenteil – sie können ihrer Arbeit nicht nachgehen

Gernot Zirngast, Vorsitzender VdF

“Es ist ärgerlich, wenn der Minister immer von Privilegien spricht. Die Fußballer haben keine Privilegien, ganz im Gegenteil – sie können ihrer Arbeit nicht nachgehen”, sagte Zirngast der APA und verwies auf das Verbot von Mannschaftstraining für die Oberhaus-Clubs plus Cupfinalist Austria Lustenau und das generelle Trainingsverbot für 15 von 16 Zweitligisten.

VdF-Boss Gernot Zirngast hielt sich nicht mit Kritik an Rudolf Anschober zurück. <span class="copyright">gep</span><span class="copyright">a</span>
VdF-Boss Gernot Zirngast hielt sich nicht mit Kritik an Rudolf Anschober zurück. gepa

Pionierrolle der Fußballer

Der VdF-Boss hofft nun auf baldiges Grünes Licht für die Vereine der beiden höchsten Spielklassen, “damit die viele Arbeit nicht umsonst war”. Sollte der Neustart erlaubt werden, würde den Kickern laut Zirngast eine Pionierrolle zukommen. “Die Fußballer sind dann praktisch die Vorläufer, sie liefern eine Entscheidungsgrundlage für die Politik zu allen anderen Mannschaftssportarten.”

Dadurch würden die Kicker ein gewisses Risiko auf sich nehmen, was gewürdigt werden sollte. “Ich wäre nicht gern der Erste, der irgendwo runterhüpft. Ich wäre gern der Zweite, der schaut, ob der Erste überlebt hat und dann nachhüpft”, erklärte Zirngast und meinte außerdem: “Der Fußball zahlt für den Testversuch selbst (Anm.: weil er für die Corona-Tests aufkommt), und Spieler kommen von der Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit weg.”

Kein rosige Zukunft für 2. Liga

Kritisch äußerte sich Zirngast auch zum auf der Außerordentlichen Bundesliga-Hauptversammlung getroffenen Beschluss, dass Clubs bei einem Sanierungsverfahren nicht mehr automatisch absteigen müssen. “Damit gibt man den zwölf Vereinen im Oberhaus alle Möglichkeiten in die Hand, unter sich zu bleiben.” Für die 2. Liga sieht der Gewerkschafter keine rosige Zukunft. “Meiner Meinung nach geht unterhalb der höchsten Spielklasse alles in Richtung Amateur-Fußball.”

Gesundhgeitsminister Rudolf Anschober spricht von einer Entschediung in der nächsten Woche. gepa
Gesundhgeitsminister Rudolf Anschober spricht von einer Entschediung in der nächsten Woche. gepa

Anschober hofft auf “gute Lösung”

Anschober selbst hat eine Entscheidung über die mögliche Fortsetzung der Bundesliga für nächste Woche angekündigt. Man befinde sich in einem konstruktiven Dialog mit den Vertretern des Fußballs, wie bei allen anderen Öffnungsschritten habe aber der Gesundheitsschutz Vorrang. Trotz der guten Entwicklung dürfe man nicht unvorsichtig werde, so Anschober.

“Wir wollen mit aller Kraft eine zweite Welle der Erkrankung vermeiden. Ob und wie eine derartige Lösung auch im Bereich der Bundesliga gelingen kann, werden die nächsten Tage entscheiden“.

Rudolf Anschober, Gesundheitsminister

“Wir wollen mit aller Kraft eine zweite Welle der Erkrankung vermeiden. Ob und wie eine derartige Lösung auch im Bereich der Bundesliga und anderer Teamsportarten gelingen kann, werden die nächsten Tage entscheiden. Ich hoffe auf eine gute Lösung”, betonte Anschober in einer Aussendung .

Wie die anderen Lockerungen der Corona-Maßnahmen würden auch jene im Sport durch konkrete Sicherungsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung und durch eine konsequente tägliche Überprüfung der landesweiten Coronavirus-Entwicklung begleitet. “Das ist die Voraussetzung dafür, dass Österreich weiterhin einen guten Weg durch die Krise geht”, sagte Anschober, der auch eine generelle Entscheidung bezüglich der Mannschaftssportarten für nächste Woche in Aussicht stellte.