Auf die Fußball-Bundesliga warten brisante Tage

Seitens der Liga hofft man auf Einlenken der Politik im Kampf um die Fortsetzung der Saison. VN.at hat sich bei den heimischen Klubs hinsichtlich der Finanzgebarung umgehört.
Schwarzach Noch ist nicht abzusehen, ob und wann Österreichs Profi-Fußballer wieder in das Mannschaftstraining einsteigen, geschweige denn sich auf dem Platz sportlich messen dürfen. Zu groß ist nach wie vor die Diskrepanz zwischen den Vorstellungen des Gesundheitsministeriums und den vorgeschlagenen Ideen zum Thema Quarantäne-Regelungen der Bundesliga. Deshalb sagte etwa Austria-Wien-AG-Vorstand Markus Kraetschmer, „dass wir einfach versuchen müssen, den Behörden klar zu machen, trefft vernünftige Entscheidungen mit den Klubs zusammen“. Wichtig war ihm auch zu erwähnen, dass in Österreich nicht von Fußball-Millionären die Rede sei. „Es sind eben Leute, die einfach ihren Beruf ausüben wollen. Da sind wir in der gleichen Situation wie die Gastronomen oder Hoteliers. Es geht auch um zukünftige Karrieren und nicht darum, dass irgendwelche Millionäre Privilegien bekommen.”
Altach traf Vorkehrungen
Ein Festhalten an der Quarantäne-Regelung für die ganze Mannschaft, das gegnerische Team und den Schiedsrichter, wie es aktuell vom Gesundheitsministerium im Falle eines positiven Coronatests vorgesehen ist, wäre nicht nur für den Fußball ein „Keulenschlag“. Gedanken darüber macht sich auch Christoph Längle, Geschäftsführer beim Cashpoint SCR Altach. Darüber, dass der Gesundheitsaspekt genauso wichtig wie der Wirtschaftsfaktor ist – selbstredend für den 49-Jährigen. „Die Spieler müssen bereit sein. Mit Angst geht es nicht.“ Diesbezüglich habe man in Altach Klarheit geschaffen, deshalb gebe es seitens des heimischen Bundesligaklubs ein klares „Ja“ zur Wiederaufnahme. Laut Längle habe Sportdirektor Christian Möckel zudem mit allen Spielern bezüglich einer Saisonverlängerung bis Ende Juli gesprochen. „Mündlich haben alle zugesagt, die Saison in Altach beenden zu wollen.“ Zumal es nur „eine Handvoll Spieler“ betreffe. Deren Verträge enden mit Ende Juni, alle anderen Spieler sind längerfristig an den Klub gebunden.
Was den finanziellen Spielraum des SCRA betrifft, so kann Längle seinen Vizepräsidenten Werner Gunz nur bestätigen. Der hatte im VN-Interview zwar von zwei Saisonen mit einem finanziellen Abgang gesprochen, allerdings auch bekräftigt, dass die kommende Saison gesichert ist.
Gewappnet: Austria, FC Dornbirn
Austria Lustenaus Vorstandssprecher Bernd Bösch beobachtet die Lage ebenfalls genau und beruhigt die Austria-Anhänger, „dass die Austria diese Krise bewältigen kann und wird. Weil wir ein starker Klub mit gutem Rückhalt und einem gutem Umfeld sind.” Dass es finanziell Rückgänge geben kann, schließt er nicht aus: „Wird ab September wieder mit Zuschauern gespielt, ist alles ok. Sollten aber bis in den Winter hinein nur Geisterspiele erlaubt sein, wird es mit den Dauerkarten-Verkäufen sehr schwer. Und dann wird das Thema Sponsoren heikel. Zudem muss man beobachten, wie die Firmen mit den Nachwehen der Coronakrise umgehen. Aktuell ist vieles noch schwer einzuschätzen.”
Auch aus Dornbirn gibt es eine positive Stimme. „Trotz der riesigen Herausforderung des Selbstbehalts bei den Testungen, durch Heimspiele ohne Publikum sowie den Auflagen für Auswärtsspiele wird der FC Dornbirn auch die Saison 2020/2021 überstehen. Zusammen mit Peter Handle bin ich überzeugt, dass der Klub die außergewöhnliche Situation überleben wird. Mehr darf aber nicht passieren“, sagt Andreas Genser, Geschäftsführer Finanzen beim FC Mohren Dornbirn. VN-cha-mkr-tk