Selbst für Lindau hätte eine Liga mit der VEU und dem EHC Charme

Sport / 14.04.2020 • 14:00 Uhr
Selbst für Lindau hätte eine Liga mit der VEU und dem EHC Charme
Eishockey in Lindau – für die Vorarlberger Klubs wären es quasi Heimspiele. OCKERT

EV-Lindau-Präsident Marc Hindelang sieht als Voraussetzung die Zustimmung der Verbände.

Lindau „Der EV Lindau hat großes Interesse.“ Marc Hindelang, Präsident des deutschen Eishockey-Drittligaklubs, kann dem Gedanken einer gemeinsamen Liga mit Klubs wie Feldkirch, Lustenau, Bregenzerwald Kitzbühel oder Zell am See, wie von VEU-Geschäftsführer Michael Lampert angedacht, durchaus etwas abgewinnen. Der 53-jährige ist aber auch Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes und nennt für so ein Vorhaben auch Ross und Reiter: „Der Vorstoß der interessierten Klubs müsste auf jeden Fall über die Verbände, also DEB und ÖEHV, laufen und abgesegnet werden.“

Mit Feldkirch und Lustenau haben wir große Eishockeynamen in der Nachbarschaft.

Marc Hindelang, Präsident EV Lindau und DEB-Vize
Marc Hindelang, Präsident des EV Lindau, kann einer gemeinsamen Meisterschaft zwischen deutschen Oberligaklubs und Alps-Liga-Vereinen etwas abgewinnen. <span class="copyright">HÜBNER</span>
Marc Hindelang, Präsident des EV Lindau, kann einer gemeinsamen Meisterschaft zwischen deutschen Oberligaklubs und Alps-Liga-Vereinen etwas abgewinnen. HÜBNER


Lampert sieht eine neue Auflage der Alps Hockey League nicht zuletzt wegen der Coronavirus-Krise in die Ferne gerückt. Es wäre an der Zeit, sich mit einem Plan B zu beschäftigen. „Wir müssen schauen, dass es irgendwie möglich ist, in der kommenden Saison Eishockey zu spielen.“ Da bekommen auch andere, neue Projekte Nahrung.

Getrenntes Play-off

Für Hindelang, den ehemaligen Fernsehkommentator und aktuellen Pressesprecher von Eintracht Frankfurt, geben die grenzüberschreitenden Pläne Charme her: „Mit Feldkirch oder Lustenau haben wir große Eishockeynamen in der Nachbarschaft. Eine gemeinsame Meisterschaft wäre aus verschiedenen Gründen diskutierenswert. Es gäbe kurze Reisen, das Zuschauerinteresse wäre da, es gibt Derbycharakter. Ich muss zugeben: Lindau blickt von eher mehr nach Feldkirch als nach Selb.“
Hindelang weiß aber auch: „Der Deutsche Eishockeybund wird es bevorzugen, die eigene Liga zu retten.“ 23 Klubs sind aktuell in der Oberliga dabei, nach dem Konkurs von Sonthofen sind in der Punktejagd im Süden elf Vereine eingeschrieben. „Auch in Selb sagt man: ,Bevor wir keine Liga haben tun wir uns mit Österreich zusammen,‘“ hat Hindelang in Erfahrung gebracht.
Einen östererichischen Aufsteiger in die zweite DEL wird es aber nicht geben. Hindelang: „Wir könnten uns eine gemeinsame Vorrunde vorstellen, dann tragen die jeweiligen Verbände ein geteiltes Play-off um die nationalen Titel aus.“ In der Oberliga sind aktuell zwei Transferkartenspieler zugelassen, die Lizenzen für die Torhüter müssen an deutsche Akteure vergeben werden.

Alpencup als Alternative

Hindelang nennt noch eine weitere Möglichkeit einer grenzüberschreitenden Spielabwicklung. „Wenn man die Ligabetrieb nicht zusammenlegen möchte wäre eine Art Alpencup eine Alternative. Es wäre dann jedem Verband selbst überlassen, wie er die Spiele dann in eine eigene Wertung für die Meisterschaft einbindet.“
Für Hindelang müssen bei einer gemeinsamen Liga zwei Fragen positiv beantwortet sein: Kann diese neuen Strukturen die Liga stabiler machen und ist es gut für alle Klubs? „Denn am Ende muss immer das Wohl aller Vereine stehen.“ VN-ko