Deshalb kann sich auch Altach Geisterspiele vorstellen

Laut Geschäftsführer Christoph Längle sind Spiele ohne Zuschauer besser als keine Spiele. Er weist allerdings auch dezidiert auf die erschwerten Reisestrapazen hin.
Schwarzach Nur einen Tag nach dem ÖFB-Präsidium am Mittwoch diskutiert die Bundesliga den Fahrplan für die Rettung der Saison 2019/20. Dabei werden drei Fragen vordergründig zu beantworten sein: Wann ist wieder ein Trainingsbetrieb möglich? Abhängig davon, wann wäre eine Fortsetzung der Liga denkbar? Und: Was passiert mit der 2. Liga? Es gibt innerhalb der zweithöchsten Spielklasse einige Stimmen, die einen Abbruch der Saison befürworten würden. Ein solches Szenario hätte wohl zur Folge, dass es keinen Aufsteiger geben würde. Sehr zum Unmut von Spitzenreiter SV Ried, das derzeit die Tabelle mit einem Vorsprung von acht Punkten auf Austria Klagenfurt anführt – bei allerdings erst 19 von 30 Spieltagen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesliga bei einer solchen Konstellation einem Aufsteiger Ried zustimmen würde“, blickt Altachs Geschäftsführer Christoph Längle dem Donnerstag mit Spannung entgegen. Was die Liga betrifft, so kann er sich durchaus vorstellen, dass man sich an Deutschland orientiert. „Die DFL will ab 9. Mai spielen, da lässt sich dann einiges ableiten“, ist der 49-Jährige überzeugt. Zumal er bei den ins Auge gefassten Geisterspielen und den andiskutierten vielen Testungen der Mannschaften den gesellschaftspolitischen Aspekt nicht außer Acht lassen möchte.
Sollte die 2. Liga abgebrochen werden, kann ich mir keinen Aufsteiger vorstellen.
Christoph Längle, Geschäftsführer Cashpoint SCR Altach
Aus Altacher Sicht gilt es im Vorfeld aber weitere Dinge abzuklären. Laut Längle muss vorab klar sein, wie es mit den Legionären bei einer Rückkehr zum Klub aussieht. „Sie dann 14 Tage in Quarantäne zu schicken kann nicht die Lösung sein.“ Persönlich rechnet er schon im April wieder mit Trainings in Kleingruppen. Altach sieht er diesbezüglich gut aufgestellt mit dem neuen Campus und drei Trainingsplätzen (Anm. d. Red. inklusive Stadion). Auch nennt er den HSV als Beispiel, wo die Spieler im Trainingsgewand zu den Einheiten kommen. Des Weiteren ist für ihn nicht denkbar, dass der SCRA bei englischen Runden in einer Woche in Mattersburg, dann zu Hause und schließlich bei der Admira spielt. Da kann er dem Plan mit drei Vierergruppen ohne Punkteteilung, aufgeteilt nach Tabelle 1. bis 4., 5. bis 8. und 9. bis 12., mehr abgewinnen.
Bei einem Abbruch der Saison gibt es aus meiner Sicht eher keinen Aufsteiger.
Dr. Horst Lumper, VFV-Präsident
Was passiert bei Abbruch?
Diese Frage wird sich das ÖFB-Präsidium stellen müssen, zumal ein Saison-Abbruch im Amateurfußball kaum abzuwenden ist. VFV-Präsident Horst Lumper hatte sich gegenüber den VN schon mehrmals diesbezüglich geäußert. Keine Aufsteiger wäre für ihn „in dieser außergewöhnlichen Situation“ die fairste aller Lösungen. Das würde auch den VFV-Cup betreffen, in dem noch vier Runden zu spielen wären. So müsste der Teilnehmer am nächsten ÖFB-Cup durch Losentscheid oder eine Verbandsentscheidung bestimmt werden. Hinsichtlich der Bundesliga ist sich Lumper sicher, dass der ÖFB den Entscheid der Liga mittragen wird.
