Austrias Kampf um die Lizenz und das Cupfinale

Sport / 14.04.2020 • 21:00 Uhr
Austrias Kampf um die Lizenz und das Cupfinale
Bernd Bösch hat sich keinen Maulkorb verpasst, vielmehr muss er als Geschäftsinhaber von „Bösch – Tisch&Küche“ nunmehr ebenfalls mit einem Mundschutz im Laden stehen. VN/STEURER

Nach Ablehnung des Aufsichtsrats in Sachen Anerkennung der Stadionpläne wurde seitens des Vereins aus Lustenau Protest eingebracht. Zudem gibt es einen Offenen Brief des Austria-Vorstands an den ÖFB und die Liga.

Lustenau Die Fußball-Bundesliga hat ihre Lizenzentscheidung für die kommende Saison wegen der Coronavirus-Krise verschoben. Die erstinstanzlichen Urteile hätten den Klubs ursprünglich bis zum 14. April zugestellt werden sollen. Details über das weitere Vorgehen soll es bei der Liga-Konferenz am Donnerstag geben. Noch ein wenig länger wird sich wohl die Lustenauer Austria gedulden müssen. Die Grün-Weißen haben nämlich Protest eingelegt. Mit diesem wird sich die Hauptversammlung auseinandersetzen müssen. Laut Sportvorstand Bernd Bösch ist dieser Protest auch ein Thema im Rahmen der Klubkonferenz.

Vorerst keine Ausnahme

Die Austria hatte im Lizenzverfahren auf eine Ausnahmegenehmigung gehofft. Darauf nämlich, dass die Pläne für den Stadionneubau anerkannt werden. Dies hat der Aufsichtsrat der Liga abgelehnt, woraufhin seitens des Klubs aus dem Ländle ein Protest eingebracht wurde. „In dritter Instanz könnten wir noch den Senat 3 damit beauftragen“, erzählt Bösch. Der 59-Jährige macht jedenfalls deutlich, dass man um die Ausnahme im Lizenzansuchen kämpfe und den Instanzenweg ausschöpfen werde. Noch mehr unter den derzeitigen Voraussetzungen. Er jedenfalls gehe nicht davon aus, dass man den Klub zwingen werde, „unvernünftige Investitionen“ zu tätigen. Angesprochen sind von ihm dabei der Rückbau der Gästetribüne sowie deren Überbauung.

Sollte die Meisterschaft in der Bundesliga fortgesetzt werden, dann muss auch das Finale als einzelnes Spiel ausgetragen werden.

Bernd Bösch, Sportvorstand SC Austria Lustenau


Was die Planungen des Stadionneubaus betrifft, so erwartet Bösch keine allzu großen Auswirkungen aufgrund der Coronakrise. Zum einen laufe die derzeitige Einreichplanung, zum anderen seien die finanziellen Zusagen durch Bund, Land und Gemeinde bereits vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie getätigt worden. Zweiter Schwerpunkt bleibt natürlich die Austragung des Cupfinales. Selbst wenn der ursprüngliche Termin (1. Mai) nicht zu halten ist, so geht Bösch stark davon aus, dass das Endspiel gegen Titelverteidiger RB Salzburg über die Bühne geht. Die Entscheidung darüber könnte ja schon heute bei der Präsidiumssitzung des Österreichischen Fußballbundes ÖFB fallen.
Die Meinung von Bösch ist klar: „Sollte die Meisterschaft fortgesetzt werden, dann muss auch das Finale als einzelnes Spiel ausgetragen werden. Nicht aber erst nach dem Start der Bundesliga, sondern quasi als Auftakt davor.“ Aus Sicht der Austria wäre eine solche Terminisierung nicht nur „sportlich fair“, sondern gleichzeitig für alle Fußballfans eine willkommene Abwechslung, quasi „ein Leckerbissen“. Bösch denkt dabei vor allem an die TV-Konsumenten, zumal im Stadion selbst keine Zuschauer zugelassen sein werden.

Die neue Austria-Maske, im Bild getragen von Stürmerstar Ronivaldo, soll schon bald in Umlauf kommen. <span class="copyright">Verein</span>
Die neue Austria-Maske, im Bild getragen von Stürmerstar Ronivaldo, soll schon bald in Umlauf kommen. Verein


Für die Austria geht es dabei immerhin um die Möglichkeit eines Europacup-Startplatzes für die Saison 2020/21, wenngleich man gegen die „Bullen“ krasser Außenseiter sein wird. Bei einer Nichtaustragung des Endspiels würde laut UEFA-Bestimmungen der Startplatz an die Liga gehen. Umso mehr kämpft man in Lustenau um die Durchführung des Endspiels. Zudem hängt mit dem Spiel auch der Trainingsstart zusammen.

Offener Brief der Austria Lustenau

Abbruch in Liga 2 wahrscheinlich

Was die 2. Liga selbst betrifft, so ist Bösch in Bezug auf die Fortsetzung der Meisterschaft weniger optimistisch. Gebe es doch mehrere Mannschaften mit vielen Amateurspielern, die allesamt tagsüber der Arbeit nachgehen. „Da ist es völlig illusorisch zu glauben, dass wir die Saison mit englischen Runden zu Ende spielen können.“ Für Bernd Bösch zeichnet sich aufgrund der organisatorischen Gründe immer deutlicher ein Abbruch der Saison ab. Was aus seiner Sicht auch dazu führen würde, dass es weder einen Aufsteiger noch Absteiger geben wird.