So wurde Julia Grabher aus dem Alltag gerissen

Sport / 10.04.2020 • 19:50 Uhr
So wurde Julia Grabher aus dem Alltag gerissen
Julia Grabher ist aktuell die Nummer 224 in der WTA-Weltrangliste. GEPA

Vorarlbergs Tennisspielerin hofft auf eine baldige Rückkehr in den Trainingsmodus.

Schwarzach Noch im Februar war sie erst in Tallinn/Estland mit dem österreichischen Frauenteam im FedCup im Einsatz, danach standen die Turniere in Trnava und Kairo auf dem Programm. Vor gut einem Monat dann ist sie zuletzt auf dem Tennisplatz gestanden. Und so fühlt Julia Grabher derzeit wie viele andere in Vorarlberg auch. „Nicht nur ich wurde aus dem Alltag gerissen. Es ist wirklich eine schwere Situation.“ Doch nicht nur in Sachen Training war Ideenreichtum gefragt, auch die finanziellen Einbußen sind da. „Bis auf Weiteres fehlen mir Einnahmen, weil weder Meisterschaft gespielt wird noch Turniere stattfinden“, sagt die 23-Jährige. Ein großer Rückhalt ist der Heeressportlerin in diesen Tagen deshalb das Bundesheer. „Darüber bin ich wirklich sehr froh.“
Immerhin ist für Österreichs Nummer zwei eine Saison im Damentennis mit sehr hohen Kosten, rund 100.000 Euro, verbunden. Darin enthalten sind neben den Reisekosten für die Spielerin und den Coach auch die Betreuung durch den Touringcoach sowie sämtliche Trainerkosten in der Homebase/Academy. All das müsse sie zu einem Großteil aus der „eigenen Tasche finanzieren“.

Wir müssen alle unseren Beitrag leisten, um den Virus schnell unter Kontrolle zu bekommen.

Julia Grabher, Tennisspielerin

Rückkehr auf den Tennisplatz

Die ersten beiden Wochen nach dem Turnier- und Trainingsstopp hat die Dornbirnerin vor allem dafür genutzt, sich ein wenig zu regenerieren. Gleichzeitig war sie als Heeressportlerin im Einsatz, um bei der Versorgung des Lebensmittelhandels mitzuhelfen. Dabei kam Grabher bei der Spar-Zentrale in Dornbirn zum Einsatz. Nach vier Wochen ohne Tennisschläger aber wächst bei der Vorarlbergerin die Sehnsucht auf eine baldige Rückkehr auf den Tenniscourt. Zuletzt hatte Österreichs Sportminister Werner Kogler ja anklingen lassen, dass im Tennissport möglicherweise schon bald eine Lockerung zu erwarten ist. „Eigentlich kann ich es kaum mehr erwarten“, erzählt die siebenfache Siegerin bei ITF-Turnieren.

Hoffen auf baldigen Re-Start

Als offizieller Start in die weitere Tennissaison gilt laut Grabher weiter der 13. Juli. „Ich hoffe natürlich sehr, dass wir das Virus bis dahin soweit im Griff haben, dass das Reisen zu den Turnieren auch möglich ist.“ Allerdings weiß sie selbst, dass ihr diesbezüglich vor allem Geduld abverlangt wird.
Zum Jahresstart war Grabher, deren bislang bestes Ranking in der WTA-Rangliste im März Platz 198 war, bei den Australian Open in der Qualifikation gescheitert. Für die österreichische Tennis-Bundesliga hat sie nicht genannt, dafür wollte sie in Deutschland spielen, für den TC GW Luitpoldpark in München. Allerdings ist die Saison in der Frauen-Bundesliga der Coronavirus-Pandemie zum Opfer gefallen.

Große Ziele

Derweil heißt es für Grabher wie für viele ihrer Tourkolleginnen: Fit halten. „Ich trainiere derzeit sechs Tage in der Woche, davon sind täglich zwei Einheiten für die Kondition reserviert.“ Und so sieht man die Tennisspielerin derzeit öfters bei ihrer Laufeinheit oder auch bei einer Radtour. „Strampeln“ für das große Ziel der Rechtshänderin. Ein Ranking unter den Top-100-Spielerinnen soll nicht nur ein Wunschtraum bleiben.