Der Jubiläumspokal findet 2020 keinen Abnehmer

Sport / 02.04.2020 • 18:00 Uhr
Der Jubiläumspokal findet 2020 keinen Abnehmer
Am 24. August 2019 holte sich der Alpla HC Hard mit dem 22:17-Erfolg im Supercup bei Meister und Cupsieger Krems den einzigen in dieser Saison vergebenen Titel. GEPA

Österreichischer Handballbund hat Spielbetrieb eingestellt. 2019/20 kein Meister, keine Auf- und Absteiger.

Wien Was in den letzten Tagen und Wochen wie ein Damoklesschwert über dem Handballsport schwebte, ist nun zur bitteren Realität geworden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat man sich beim Österreichischen Handballbund (ÖHB) entschlossen, mit sofortiger Wirkung den Spielbetrieb in dieser Saison einzustellen. Damit wird es in der seit 1961 zum 60. Mal ausgetragenen höchsten Spielklasse im Männerhandball gemäß den Durchführungsbestimmungen weder einen Auf- oder Absteiger geben und auch der Meisterpokal findet keinen Abnehmer. „In so einer Notsituation hat die Gesundheit aller Beteiligten absolute Priorität und daher mussten alle weiteren Entscheidungen aus diesem Gesichtspunkt getroffen werden“, erklärt ÖHB-Generalsekretär Bernd Rabenseifner. „Wir haben intern alle möglichen Szenarien für eine Fortsetzung des Spielbetriebs ausgelotet. Doch niemand kann die Frage beantworten, wie lange die von der Regierung vorgegebenen und absolut richtigen Einschränkungen noch dauern. In Summe gab es keine andere Wahl, als den Abbruch der Meisterschaft zu beschließen. Parallel dazu wird es diese Saison auch kein Cup-Finalturnier geben.“

Den Blick nach vorne richten

„Wenn man die extrem dynamische Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in den letzten Tagen betrachtet, musste man mit dieser Entscheidung eigentlich rechnen“, betont Alpla-HC-Hard-Sportchef Thomas Huemer. „Ich denke, es war im Sinne der Fairness die richtige Entscheidung. Ob es der richtige oder falsche Zeitpunkt war, oder ob man vielleicht noch wie geplant bis nach Ostern zuwarten hätte sollen, will ich nicht beurteilen. Fakt ist, dass damit ein Schlussstrich unter die Saison gezogen wurde und nun gilt es, die Weichen für die Zukunft zu stellen.“

Trotz des vorzeitigen Saisonendes ist sich Huemer sicher, dass auf ihn in den kommenden Wochen jede Menge Arbeit wartet: „Es geht u. a. darum, die Dienst- und Arbeitsverträge der Personen im Umfeld der ersten Mannschaft zu prüfen. Obwohl der Spielbetrieb nun offiziell eingestellt ist, müssen wir die Gehälter weiter bezahlen. Daneben gilt es, den Trainingsbetrieb bis zur Sommerpause und für die nächste Saison zu planen.“

Abgesehen von den sportlichen Ambitionen geht es für Huemer auch darum, die wirtschaftliche Situation zu überdenken. „Die Ausgaben für die Mitarbeiter im Verein sind ja unverändert. Doch ohne Einnahmen aus dem Spielbetrieb kann kein Sportverein der Welt weitermachen wie gehabt. Die fehlenden sechs bis zehn Heimspiele werden sich sicher in der Jahresbilanz auswirken.“

Der Jubiläumspokal findet 2020 keinen Abnehmer
Im letzten Spiel gab es für Bregenz Handball einen 27:25-Heimsieg gegen Bärnbach/Köflach. VN/Stiplovsek

Ähnlich fällt die Beurteilung zu den aktuellen Ereignissen von Bregenz-Geschäftsführer und Sportchef Björn Tyrner aus: „Wenn man mit einer vernünftigen Portion Hausverstand alle Aspekte berücksichtigt, war es die logische Folgerung, dass der Spielbetrieb beendet wird. Der Abbruch der Meisterschaft ermöglicht den Vereinen auch zeitgerechte Planungssicherheit für die Vorbereitung der Saison 2020/21. Daneben heißt es aber, in dieser schwierigen Zeit in allen Bereichen neue Ideen und Visionen zu kreieren. Es wird auch die Zeit nach der Corona-Krise geben und dafür müssen wir auch gerüstet sein.“

Nach den Plätzen zwei (Hard) und sieben (Bregenz) im Grunddurchgang belegten die Roten Teufel vom Bodensee zum Abbruch der Meisterschaft in der Meister- bzw. Bonusrunde den zweiten Zwischenrang und Bregenz nahm Rang zwei (Gesamt-7.) in der Quali- bzw. Abstiegsrunde ein. Hard wäre zudem noch für das am Osterwochenende in Graz geplante Final-Four-Turnier im ÖHB-Cup qualifiziert gewesen.

Ränge acht und zehn für die Ländle-Frauenteams

Neben den beiden Vorarlberger Männerteams sind auch die zwei heimischen Vertreter in der Women Handball Austria League (WHA) vom vorzeitigen Abbruch der Meisterschaft betroffen. Nach 16 von 22 Begegnungen lag der HC Sparkasse BW Feldkirch mit sieben Siegen und neun Niederlagen auf dem achten Tabellenrang, und der Schulsportverein (SSV) Dornbirn-Schoren schließt die inoffizielle Rangliste der Saison 2019/20 mit sechs Siegen, einem Remis und ebenfalls neun Niederlagen als Zehnter ab.