Laptop ersetzt die Harzdose bei Harder Handballern

Sport / 29.03.2020 • 16:00 Uhr
Laptop ersetzt die Harzdose bei Harder Handballern
Unter den stregen Augen von Cheftrainer Klaus Gärtner (obere Reihe Zweiter von links) absolvierten die Harder Spieler gemeinsame Trainingseinheiten.Verein

Gruppentraining vor dem Computer statt Mann-gegen-Mann-Duelle in der Handballhalle.

Hard Aufgrund der Corona-Pandemie ist in der Spusu Liga der Handballer der Spielbetrieb bis mindestens 13. April ausgesetzt. Für den Alpla HC Hard ist die aktuelle Situation, genau wie für viele andere Vereine auch, sehr herausfordernd. Durch die weitreichenden Präventionsmaßnahmen, die der Gesundheit der Bevölkerung die zwingend notwendige Priorität geben, um diese ernste Lage meistern zu können, sind Auswirkungen entstanden, „die heute noch nicht zu überblicken sind und mit Sicherheit auch über die aktuelle Saison hinaus wirken werden“, erklärt Geschäftsführer Alexander Kathrein. „Im Moment heißt es abwarten und Ruhe bewahren.“

„Wir versuchen im dichten Nebel

die Zielscheibe zu avisieren und

den Fokus zu behalten.“

Klaus Gärtner, Cheftrainer Alpla HC Hard

Seit Bekanntgabe der Unterbrechung des Spielbetriebs wurden in Videokonferenzen mit den Verantwortlichen des Österreichischen Handballbundes (ÖHB) und der Vereine mögliche Szenarien bezüglich der weiteren Vorgangsweise besprochen. „Die große Unbekannte dabei ist die Dauer der Zwangspause. Sollte der Umstand eintreten, dass sich die Lage entspannt, könnte man wie in Deutschland die Meisterschaft ab Mai in abgespeckter Version fortsetzen und auch beenden“, erklärt Kathrein. „Alle Vereinsvertreter haben aber klar signalisiert, dass bei der Entscheidungsfindung die Gesundheit der Spieler und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben oberste Priorität haben.“

Die Zwangspause beeinträchtigt natürlich auch die normalerweise zu diesem Zeitpunkt üblichen Gespräche bezüglich Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen. „Wir sind hier dank der pflichtbewussten Arbeit von Sportchef Thomas Huemer fast schon auf der Zielgeraden. 80 Prozent des Kaders für die kommenden Saison stehen und die offenen Posten werden wir sicher rechtzeitig bewältigen.“

Akzeptable Lösung für alle

Kathrein, der so wie die Beschäftigten des Handballbüros im Homeoffice arbeitet, nützt die handballlose Zeit dazu, um ein für alle Beteiligten faires Modell in der Lohnfortzahlung zu erarbeiten. „Hier geht es darum, den Verlust von Entschädigungen abzufedern. Die Überlegungen gehen von der ersten Mannschaft bis hin zu den Bambinis. Es wäre nicht korrekt, würde man durch die Einstellung des Trainings- und Spielbetriebs auch die Entschädigungen für Trainer und Übungsleiter streichen. Wir versuchen alle Faktoren zu berücksichtigen und eine akzeptable Lösung zu finden.“

Laptop ersetzt die Harzdose bei Harder Handballern
Athletiktrainer Stefan Jäger überwacht die Trainingseinheiten, nimmt die Zeit und kontrolliert die Leistungsdaten. Verein

Nicht erfreut darüber, dass die tägliche Arbeit in der Sporthalle derzeit wegfällt, ist natürlich auch Cheftrainer Klaus Gärtner. „Eigentlich wäre jetzt die Phase der Meisterschaft angebrochen, für die alle Beteiligten seit August täglich gearbeitet haben. Doch durch die aktuellen Geschehnisse spekuliert jeder über die Dauer der Krise und macht sich Sorgen um die Zukunft. Ein positiver Aspekte der Krise ist sicher die große Solidarität der Menschen. Vielleicht bringt uns diese außergewöhnliche Situation als Gesellschaft wieder näher zusammen und verschiebt den Blickwinkel auf das, was wirklich wichtig ist. An dieser Stelle ein Dankeschön und großen Respekt an alle, die sich in den Dienst der Gesellschaft stellen und den Laden am Laufen halten.“

Fernkontrolle der Leistungsdaten

Bedingt durch die vorübergehende Schließung der Sporthalle am See wurden die Spieler angehalten, sich über individuelle Trainingsprogramme fit zu halten. „Bisher waren die Jungs sehr diszipliniert. Ein Vorteil ist sicher, dass wir über unser Polar System in der Lage sind, die Leistungsdaten der Trainingseinheiten online zu kontrollieren.“ Parallel dazu versucht der Trainer, seine Jungs hin und wieder mit einer Nachricht via WhatsApp zu motivieren. „Jeder Sportler und dessen Motivation lebt von gesteckten Zielen. Unser Ziel ist und bleibt vorerst weiter der Gewinn der Meisterschaft und des ÖHB-Cups. Momentan wissen wir aber nicht, ob wir diese Spielperiode noch einmal spielen. Im Prinzip versuchen wir im dichten Nebel eine Zielscheibe zu avisieren und den Fokus auf das Ziel zu behalten. Wir tun alles und wollen so gut es geht bereit sein, sollte die Saison noch einmal starten.“