Ortlieb: Hochsaison für Geist und Körper in der “Zwischensaison”

Sport / 25.03.2020 • 17:00 Uhr
Ortlieb: Hochsaison für Geist und Körper in der "Zwischensaison"
Nina Ortlieb beim E-Learning mit dem Omesberg im Hintergrund. PRIVAT

Die Oberlecherin Nina Ortlieb arbeitet in Quarantäne an ihrer Kondition und steckt viel Zeit ins E-Learning.

Lech „Ich war schon zuhause, als der gesamte Arlberg unter Quarantäne gestellt wurde“, erzählt Nina Ortlieb. Weil dadurch am 17. März das Schneetraining auf ihrem Hausberg endete, ist die 23-Jährige sehr froh darüber, den hotel-eigenen Kraftraum nutzen zu können. „Es fühlt sich an wie in einer Zwischensaison“, erzählt sie. Wo zuvor viele Touristen über die Pisten wedelten, herrscht nun Leere. Ortlieb nutzt diese Ruhe, um ihr BWL-Studium voranzutreiben. Weil es sich um ein Masterstudium im E-Learning handelt, hat sich für die Oberlecherin kaum etwas verändert. „In Innsbruck hätte ich demnächst eine mündliche Prüfung. Diese wird nun über Video abgehalten. Das wird dann doch ein wenig spannend.“

Deshalb war die Weiterentwicklung wichtig

Das Wichtigste im Moment sei allerdings die Gesundheit aller. „Uns geht es allen gut“, sagt sie. Gerade mit einem Blick nach Italien sei der anfängliche Schock, das Hotel von einer Stunde auf die andere zusperren zu müssen, leichter zu verdauen. Persönlich darf sie auf eine mehr als zufriedenstellende Saison zurückblicken. Mit dem Premierensieg im Weltcup beim Super G von La Thuile Anfang März als Höhepunkt. „Natürlich war es das herausragende Ereignis. Für mich war es auch wichtig, dass ich mich ingesamt weiterentwickelt habe. In Erinnerung bleiben wird mir zudem das abrupte Ende der Saison. Normalerweise würden wir jetzt noch Rennen fahren, auch die österreichischen Meisterschaften, und danach neues Material testen.

„Als Familie nutzen wir die Zeit für das eine oder andere Rommé-Spiel.“

Nina Ortlieb, Skirennläuferin


Nun heißt es, ein wenig früher als gewohnt, Kraft tanken. Dazu nutzt sie die Natur für Spaziergänge an der frischen Luft, aber vor allem auch den Kraftraum. „Drei bis vier Stunden“, erzählt sie, nehmen die täglichen Konditionseinheiten in Anspruch. Dennoch sieht sich Ortlieb als Sportlerin in diesen Zeiten als priviligiert.
Wichtig ist ihr, dem Tag eine Struktur zu geben. So fühle es sich auch nicht anders an als nach jeder anderen Saison. Allein die täglichen Meldungen um das Coronavirus lassen sie nachdenklich werden.