Warum Bettina Plank auf Einsatzbefehl des Heeres wartet

Sport / 20.03.2020 • 20:00 Uhr
Warum Bettina Plank auf Einsatzbefehl des Heeres wartet
Der Fokus liegt auf Genesung und Fitness. Doch für Bettina Plank gibt es aktuell noch viel wichtigere Dinge.

Karate-Vize-Europameisterin Bettina Plank kuriert ihre Verletzung in Linz und wartet auf Einberufung für Hilfsdienste.

Linz Karate ist zurzeit für Vize-Europameisterin Bettina Plank zweitranging. Als Heeressportlerin wartet die Wahl-Oberösterreicherin daheim in Linz auf ihren Einsatzbefehl. „Ich konnte in dieser Woche in den Warenlagern noch nicht helfen, wie zum Beispiel meine fleißigen Karate-Kollegen Alisa Buchinger und Stefan Pokorny aus Salzburg. Ich musste noch auf die Nahtentfernung warten und schauen, dass ich wieder in einen Bundesheer-Stiefel hineinkomme.“

„Ich halte mich fit und bleibe fokussiert. Aber es gibt derzeit sicher Wichtigeres.“

Bettina Plank, Karateka

Trainingsverletzung

Die European-Games-Siegerin hatte sich beim Trainingslager auf Gran Canaria Anfang März den Zehen am linken Fuß auf der Tatami derart aufgerissen, dass dieser mit acht Stichen genäht werden musste. Am Donnerstag wurden die Nähte entfernt, am kommenden Montag gibt es einen Kontrolltermin bei Dr. Florian Madlmayr. „Technogym hat mir ein Ergometer nach Hause geliefert, so konnte ich mich daheim auch mit den Nähten im Fuß fit halten. Seit ein paar Tagen kann ich auch schon der Donau entlang laufen gehen oder karatespezifische Bewegungsabläufe machen, natürlich immer allein oder mit meinem Freund“, sagt die 28-jährige Vorarlbergerin und schickt einen Appell hinterher. „Wir alle wissen ja jetzt, dass die von der Regierung erlassenen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus mindestens bis Ostermontag andauern. Durchhalten und daheimbleiben, das ist jetzt die Devise!“

Wann Bettina Plank wieder kämpfen wird, ist noch offen. Das Ziel bleibt immer noch Olympia 2020 in Tokio.
Wann Bettina Plank wieder kämpfen wird, ist noch offen. Das Ziel bleibt immer noch Olympia 2020 in Tokio.

Wichtigeres als Olympia

Was die Olympia-Qualifikation betrifft, bleibt Bettina Plank nach den Absagen der EM in Baku und Premier League in Madrid gelassen. „Das Olympia-Qualifikationsturnier in Paris wurde von Mitte Mai auf Ende Juni verschoben. Falls es stattfindet, bin ich dort dabei und habe als European-Games-Siegerin ganz gute Karten für ein Tokio-Ticket. Wie gesagt, ich halte mich fit und bleibe fokussiert, aber es gibt derzeit Wichtigeres.“

Noch keine Verschiebung

Unsicher ist weiterhin, ob die Olympischen Spiele überhaupt wie geplant am 24. Juli in Tokio beginnen können. Die japanischen Organisatoren, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) halten bisher an ihren Plänen fest, Olympia vom 24. Juli bis 9. August und die Paralympics von 25. August bis 6. September auszurichten. In der Debatte um eine mögliche Absage von Olympia in der Corona-Krise hat das IOC Unterstützung aus den USA bekommen. Man müsse derzeit noch keine Entscheidung treffen und habe noch mehr als vier Monate Zeit bis zur Eröffnungsfeier in Tokio, betonten Vertreter des Komitees der USA. Für einige Athleten seien die Spiele in Tokio die einzige Chance auf Olympia. Man gehe deswegen derzeit weiter alle notwendigen Schritte zur Vorbereitung, hieß es. Einen Zeitraum, bis zu dem eine Entscheidung getroffen werden müsse, sehe man nicht. Der Austausch mit dem IOC sei gut.