Ein Hypomeeting vor leeren Rängen wird es nicht geben

Sport / 14.03.2020 • 19:00 Uhr
Ein Hypomeeting vor leeren Rängen wird es nicht geben
Das 46. Auflage des Hypomeetings soll wie geplant am Pfingstwochenende stattfinden. Eine Durchführung ohne Zuschauer ist für OK-Chefin Alexandra Giesinger kein Thema. STEURER

Leichtathletikevent in Götzis soll vorerst wie geplant am 30./31. Mai über die Bühne gehen.

Götzis Elf Wochen vor der 46. Auflage des Hypomeetings am 30./31. Mai in Götzis steht ein großes Fragezeichen hinter dessen Durchführung. Man will die Frist der Bundesregierung im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus vorerst bis 3. April verordneten Sperre für Outdoorveranstaltungen mit über 500 Personen abwarten und erst dann über eine Austragung oder Absage entscheiden, wie Alexandra Giesinger, seit Dezember letzten Jahres Präsidentin des Organisationsteams, bestätigt: „Natürlich haben wir uns durch die tägliche Verschärfung der Sachlage bereits ganz intensiv Gedanken bezüglich der weiteren Vorgangsweise gemacht. Doch im Moment kann niemand sagen, wie sich die Sache letztendlich entwickelt. Die richtige Entscheidungsfindung ist aufgrund der Komplexität der Sache enorm schwierig.“

Oberste Priorität bei allen Überlegungen hat die Gesundheit aller Beteiligten: „Wir werden sicher kein Risiko eingehen und ohne Rücksicht daran festhalten, das Hypomeeting auszutragen. Dazu ist die Thematik viel zu diffizil. Im Moment gilt die volle Konzentration den Bestrebungen, unseren Teil zum Kampf gegen das Coronavirus beizutragen.“

OK-Team hat klare Vorstellungen

Ungeachtet der Entscheidungen, die in den nächsten Tagen und Wochen getroffen werden, macht es für die 45-jährige Altacherin keinen Sinn, die bedeutendste Leichtathletik-Mehrkampfveranstaltung der Welt ohne Zuschauer vor leeren Rängen auszutragen: „Abgesehen vom wirtschaftlichen Nachteil und Verlust leben wir von der Stimmung der Zuschauer und den Emotionen der Sportlerinnen und Sportler. Ein Geistermeeting kommt nicht in Frage, wäre kontraproduktiv und würde klar gegen die Grundeinstellung und den eigentlichen Sinn des Meetings sprechen.“

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht

möglich, eine definitive Entscheidung

ob Austragung oder Absage zu treffen.“

Alexandra Giesinger, OK-Chefin Hypomeeting Götzis

Ähnlich die Gedanken von Giesinger in Bezug auf die Anzahl der Athleten: „Wir mussten zwar aufgrund des Zeitplanes die Starterfelder im Sieben- und Zehnkampf von 36 auf 30 Athleten reduzieren. Das Hypomeeting genießt aber immer noch einen ausgezeichneten Ruf und die Zahl jener, die kommen wollen, ist wesentlich länger als jener, die wir zulassen können.“

Zusagen und Fristen prüfen

Unabhängig, ob bis zum 3. April eine Besserung erfolgt und die Sachlage von der Regierung neu bewertet wird, wird man innerhalb des OK-Teams Überlegungen anstellen, was zu tun ist, sollte es zu einer Austragung kommen: „In erster Linie geht es hier darum, ob bereits getätigte Startzusagen in Anspruch genommen werden. Wir sind ein Einladungsmeeting und können niemanden zwingen, eine Zusage einzuhalten.“

Mindestens ebenso groß die Agenden, die im Fall einer Absage zu bewältigen wären. „Primär geht es hier darum, etwaige Stornofristen von Vereinbarungen mit externen Dienstleistern zu beachten. Dies ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Insgesamt haben wir immer noch die Hoffnung, dass das 46. Hypomeeting am 30./31. Mai 2020 in gewohnter Qualität über die Bühne geht. Vorausetzung dafür ist aber klar, dass behördliche Regulierungen von Land und Bund nicht dagegen sprechen.“

Im Gegensatz zu anderen Wettkämpfen wurde vonseiten des Weltverbandes World Athletics noch keine Empfehlung für eine Absage ausgesprochen. Dies betrifft auch das Auftaktmeeting der World-Combined-Events-Challenge in sechs Wochen am 25./26. April in Lana (südlich von Meran).