Unbelohnter Altacher Mut und wohl ein Abgang

Erstaunliche Unterzahlleistung des SCR Altach blieb unbelohnt. Möglicher Abgang von Gebauer im Sommer.
Altach “Scheiße, das haben wir uns nicht verdient!“ Emanuel Schreiner brachte die Ereignisse in der Südstadt treffend auf den Punkt. Wenn man fast 90 Minuten mit zehn Mann spielt und am Ende der gegnerische Tormann der beste Spieler auf dem Feld ist, sagt das schon alles. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, lobte auch Trainer Alex Pastoor. Tatsächlich durfte der SCR Altach trotz der unglücklichen 0:2 Niederlage gegen die Admira durch späte Tore (89. Lackner und 93. Pink) erhobenen Hauptes die lange Heimreise antreten. Erstaunlich, wie man den frühen Schock durch den Ausschluss von Martin Kobras in Minute 9 wegsteckte. Dem Routinier passierte ein doppeltes Blackout. Sein verunglücktes Herausspiel landete auf dem Fuß von Pink. Der versuchte sofort den Heber und im Reflex hielt Altachs Nummer 1 den Ball außerhalb des Sechzehners mit der Hand.
„Wir haben zehn bis 15 Minuten wie in einem Rausch gespielt. Am Ende wurden wir bestraft, weil wir die Chancen nicht genutzt haben.“
Emanuel Schreiner, Spieler SCR Altach
Viele hätten gemauert
Trotz Unterzahl wurde auf Sieg gespielt. Viele andere Mannschaften daraufhin gemauert und die Formation massiv umgestellt. Nicht so Altach! Anderson ging für Ersatztormann Ozegovic raus und statt mit Viererkette spielte man einfach mit Dreierkette weiter, wobei Wiss sich etwas öfter zurückfallen ließ. Ein Mut, von dem zunächst die Admira profitierte, die viel Raum vorfand. Als die knapp 2000 Fans, wie Hans Krankl in der Pausenanalyse, bereits meinten, die Führung für ihr Team sei nur eine Frage der Zeit, passierte das Erstaunliche. Altach nahm mit hohem Pressing (in Unterzahl!) ab Minute 65 das Heft in die Hand und scheiterte mit vier Riesenchancen (zweimal Sam, zweimal Gebauer) am überragenden Andreas Leitner. „Wir haben zehn bis 15 Minuten wie in einem Rausch gespielt. Am Ende wurden wir bestraft, weil wir die Chancen nicht genutzt haben“, sagte Schreiner, der sich wie seine neun Kollegen voll abrackerte. „Solche Spiele zeigen den Charakter einer Mannschaft“, lobte auch Sportdirektor Christian Möckel. „Ganz ehrlich. Ich hatte auf dem Platz nie das Gefühl, dass wir in Unterzahl sind. Wir haben sehr guten Fußball gespielt, waren bärenstark“, so Gebauer.
Gebauer wird Altach fehlen

Viel mehr wird es Altach schmerzen, dass Gebauer nach dem Sommer seinen auslaufenden Vertrag wohl nicht verlängert. Gerade im Spiel gegen Admira war der Wert des Allrounders besonders offensichtlich. Im Sturm, am rechten Flügel und sogar als Außenverteidiger half der flinke Tiroler in der turbulenten Partie aus. „Meine volle Konzentration gilt jetzt einmal allen Spielen bis zum Sommer“, will er selbst noch nichts bestätigen. Dass der 26-Jährige nach neuen sportlichen Herausforderungen sucht, ist kein Geheimnis. Jetzt geht es in der Qualigruppe erstmal um den Klassenerhalt und einen noch möglichen Europacupplatz. „Da geht es auf Biegen und Brechen und um jeden Zentimeter“, so der Rotschopf, der aber überzeugt ist, dass Altach mit seiner Linie gut fährt. „Wir sollten weiter auf unsere spielerischen Qualitäten bauen und daran nichts ändern.“
Ins kalte Wasser

Gegen Mattersburg muss man ohne den gesperrten Kobras auskommen. Da könnte nach seinem Bundesligadebüt wieder Benjamin Ozegovic zwischen den Pfosten stehen. „Schienbeindeckel drauf und schon ging es los.“ Dass er gleich einen Freistoß parierte, gab dem 20-Jährigen Selbstvertrauen: „Es ging so schnell. Da war mehr Freude als Nervosität dabei. Ich werde jetzt im Training hart daran arbeiten, dass ich im Spiel noch sicherer werde.“ CHK