Im Nervenkitzel sind Siege gefordert

Sport / 27.02.2020 • 23:00 Uhr
Im Nervenkitzel sind Siege gefordert
Um bei der Olympiapremiere auf der Matte zu stehen, muss Karatekämpferin Bettina Plank im Race-to-Tokio noch einige Punkt gutmachen. GEPA

Karatekämpferin Bettina Plank beim Heimturnier in Salzburg im Kampf um Olympiastartplatz unter Zugzwang.

Salzburg Zunächst heute das Premier-League-Turnier in Salzburg und danach im Zwei-Wochen-Rhythmus das Weltturnier in Marokko und anschließend die Europameisterschaft in Baku. Wenn sich Karatekämpferin Bettina Plank ihren sportlichen Traum erfüllen will und bei den Sommerspielen in Tokio auf der Matte stehen, darf sich die seit Wochenbeginn 28-jährige Feldkircherin keine Ausrutscher mehr erlauben. Im Race-to-Tokio hat Vorarlbergs Sportlerin der letzten beiden Jahre mit 4745,5 Punkten 750 Zähler Rückstand auf einen fixen Olympiastartplatz. „Ich versuche, so gut es geht die ganzen Rechnereien auszublenden. Alle Wenn und Aber bringen nichts, wenn ich auf der Matte nicht meine Leistung bringe. Die Ausgangslage ist nicht einfach, doch ich werde alles geben und am Ende wird man sehen, ob es reicht.“

Keine strapaziöse Anreise

Ihrem zehnten Antreten beim Heimturnier Salzburg blickt die Gewinnerin der Europaspiele 2019 optimstisch entgegen: „Durch die Nähe konnte ich in aller Ruhe die letzten Trainingszeiten in gewohnter Umgebung absolvieren und im eigenen Bett schlafen. Schon alleine durch die Umstände aufgrund des Coronavirus bin ich froh, dass ich ohne große Probleme mit dem Auto aus meiner Wahlheimat Linz anreisen konnte“, erklärt die Heeresleistungssportlerin.

Insgesamt sind in der 50-kg-Klasse, in der Plank antritt, 40 Kämpferinnen aus 34 Nationen gemeldet. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Topathletinnen am Start. „Obwohl in den Abendstunden die Auslosung erfolgte, will ich immer nur den Namen meiner Auftaktgegnerin wissen. Ich halte nichts davon, den ganzen Turnierbaum zu studieren und sich Gedanken über die mögliche nächste Gegnerin zu machen. Da ich ja schon einige Jahre in der Weltspitze kämpfe gibt es auf diesem Niveau kaum Gegnerinnen, deren Stärken und Schwächen nicht bekannt sind. Mein Trainer hat über alle Gegnerinnen Videos parat und bringt mir dann unmittelbar vor jedem Kampf die Spezialtechniken der Gegnerinnen in Erinnerung, auf die ich besonders achten muss.“

Aus dem Vorjahr hat Plank durch ihren Achtelfinaleinzug 105 Weltranglistenpunkte zu verteidigen. Im Anschluss an das Heimturnier reist Plank zu einem zehntätigen Trainingslager nach Gran Canaria.

Kompliziertes Qualifikationssystem

Der Qualifikationsmodus in der in Tokio ausgetragenen 55-kg-Klasse ist für einen Laien nur schwer zu durchschauen. Je einer der insgesamt zehn Startplätze geht an Japan als Gastgeber bzw. den Weltmeisterinnen 2018 in der 50- und 55-kg-Klasse.

Weitere vier Startplätze (je zwei aus der 50- und 55-kg-Klasse) werden mit Stichtag 6. April an die jeweils zwei am besten klassierten, und noch nicht qualifizierten Kämpferinnen . Aktuell nimmt Plank in Race-to-Tokio den achten Rang ein. Vor ihr aus der 50-kg-Wertung sind die Türkin Serap Özcelik (10.825,5 Punkte), Sara Bahmanyar aus dem Iran mit 5497,5 Punkte. Sollte die fünftplatzierte Japanerin Miho Miyahara von ihrem NOC für Tokio nominiert werden, würde sie aus der Reihung fallen und Vizeweltmeisterin Özcelik den 2018-WM-Platz übernehmen.

Die letzten drei Tokio-Startplätze werden dann beim Olympia-Qualifikationsturnier für alle Nationen vom 8. bis 10. Mai in Paris vergeben.