Schützen haben Visier auf olympische Ringe gerichtet

Sport / 20.02.2020 • 22:00 Uhr
Schützen haben Visier auf olympische  Ringe gerichtet
Sheileen Waibel macht aus heimischer Sicht bei der EM den Auftakt in der Juniorenklasse. PAULITSCH

Sheileen Waibel, Marlene Pribitzer und Thomas Mathis bei Luftgewehr-EM in Polen gefordert.

Breslau Am Samstag feiert Wolfram Waibel jr. seinen 50. Geburtstag. Doch statt das halbe Jahrhundert zu Hause in Hohenems im Kreis von Familie und Freuden zu feiern, wartet auf Vorarlbergs letzten Medaillengewinner bei Olympischen Sommerspielen eine zehnstündige Autofahrt nach Breslau. In der viertgrößten Stadt von Polen wird von Montag bis 1. März die Europameisterschaft der Luftgewehrschützen ausgetragen. Für die Schützlinge des Nationaltrainers ist das ISSF-Championat in der Großstadt in Schlesien eine der letzten Chancen, einen der heißbegehrten Quotenplätze für die Sommerspiele 2020 in Tokio zu ergattern. Der Österreichische Schützenbund (ÖSB) hat insgesamt 16 Aktive nominiert. Mit dabei aus heimischer Sicht Sheileen Waibel (19), Marlene Pribitzer (23) und Thomas Mathis (29).

Schützen haben Visier auf olympische  Ringe gerichtet
Die seit 2017 in Vorarlberg lebende und bei der USG Altach gemeldete Niederösterreicherin Marlene Pribitzer ist zum zweiten Mal bei einer Europameisterschaft dabei. Paulitsch

Nicht zuletzt aufgrund der bärenstarken Leistungen bei der internen ÖSB-EM-Qualifikation zu Jahresbeginn traut Waibel dem Ländle-Trio viel zu. „Die Entwicklungskurve bei allen drei Schützen zeigt ganz klar nach oben. Doch der Druck ist enorm und des Kampf um die 25 Startplätze pro Disziplin für Tokio wirklich unbarmherzig. Die Dichte ist enorm, die Konkurrenz jener Schützen, die um einen Quotenplatz kämpfen breit gestreut. Will man einen der zwei in Breslau vergebenen Tokio-Startplatz holen will, darf man sich nicht den geringsten Ausrutscher erlauben“, beschreibt Waibel die Situation im Olympiajahr.

Den bislang einzigen ÖSB-Quotenplatz für Tokio hat der Niederösterreicher Martin Strempl im Februar 2019 im Luftgewehr geholt. Bei den Sommerspielen 2016 in Rio war Österreich mit fünf Schützen vertreten. U. a. dabei der Hohenemser Thomas Mathis. Allerdings wurde dessen Paradedisziplin, der Kleinkaliber-Liegendbewerb, in dem er in Rio den 17. Platz belegte, zugunsten des Mixedteams aus dem olympischen Programm gestrichen.

Schützen haben Visier auf olympische  Ringe gerichtet
Nach seiner Olympiateilnahme 2016 in Rio im Kleinkaliber-Ligendbewerb hat der Hohenemser Thomas Mathis nun mit dem Luftgewehr die fünf Ringe im Visier. Paulitsch

Den Auftakt macht am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag HLSZ-Sportsoldatin Waibel mit den Einsätzen in der Juniorenklasse. Am Freitag, Samstag und Sonntag sind dann Pribitzer und Mathis in der Allgemeinen Klasse gefordert. Alle drei Ländle-Schützen sind als Erstplatzierte in der ÖSV-Qualifikation sowohl für die Einzelbewerbe als auch die beiden Mannschaftsbewerbe (Mixed sowie Damen bzw. Herren) fix gesetzt.

Bundesligafinale und Titelkämpfe

Verschnaufpause gibt es für Vorarlbergs Paradeschützen in den nächsten Monate fast keine. Auf internationaler Ebene steht nach der EM in Polen der Weltcup in Neu-Dehli (15. bis 26. März) und das European Olympic Tournament in Pilsen (17. bis 28. Mai) auf dem Programm. Damit endet auch die Olympia-Qualifikationsphase. Unmittelbar nach der EM wartet auf die USG-Altach-Equipe Mathis, Pribitzer, Waibel, Patrick Diem und Thomas Muxel der Titelshowdown in der Luftgewehr-Bundesliga. Der regierende Meister will am 7./8. März im Veranstaltungszentrum KOM in Altach die nationale Krone verteidigen.
Vom 29. April bis 3. Mai wollen die Ländle-Schützen dann bei der Staatsmeisterschaft der Luftdruckwaffen (Gewehr und Pistole) in Dornbirn groß aufzeigen.