Europaspiele 2019: Von Minsk nach Tokio

Drei Vorarlberger im OÖC-Aufgebot bei zweiter Auflage des Multisport-Events ab Freitag in Weißrussland.
Minsk Seit 1951 gibt es Asien- und Panamerikanische Spiele und seit 25 Jahren die Ozeanien- und die Ostasienspiele. Mit der Premiere der Europaspiele 2015 in Baku wurde der Kreis geschlossen und der lang gehegte Wunsch der insgesamt 49 Nationalen Komitees (NOC) des Europäischen Olympischen Komitees erfüllt. Die zweite Auflage des Multisport-Events geht von Freitag bis zum 30. Juni in der weißrusssichen Hauptstadt Minsk über die Bühne. Für die 199 Bewerbe in 15 Sportarten bzw. 19 olympischen Disziplinen werden knapp 4000 Athleten aus 50 Nationen erwartet.
OÖC-Aufgebot von 143 auf 56 Aktive geschrumpft
Den Status vergleichbarer Kontinentalmeisterschaften wie Asien- oder Panamerikanische Spiele hat das Mini-Olympia des alten Kontinents noch lange nicht erreicht, doch zumindest sind die Europaspiele seit Baku bereits ein wenig mehr akzeptiert. So gibt es keine Nachwuchsbewerbe mehr, wie es beim Debüt im Schwimmen der Fall war. Die Schwimmer sind diesmal aber gar nicht dabei. Auch Taekwondo, Fechten und Beachvolleyball sind im Gegensatz zu Baku vor vier Jahren diesmal nicht vertreten. Die Anzahl österreichischer Athleten ist von 143 bei der Premiere auf rund 40 Prozent davon gesunken, das vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) entsandte Team umfasst 56 Sportler.
Präsident Stoss erwartet Zuwachs an Tokio-Startplätzen
Für einen Großteil haben die zweiten Europaspiele jedoch eine hohe Bedeutung. Für insgesamt 37 ÖOC-Aktive geht es direkt oder indirekt um Tickets für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Im Bogenschießen, Schießen und Tischtennis sind unmittelbar Quotenplätze zu holen. Im Badminton, Judo, Karate und im Rad-Straßenrennen sind die Konkurrenzen in den Qualifikationsprozess eingebettet. Im Badminton, Boxen und Judo werden bei den die Wettkämpfe in Minsk offiziell auch EM-Medaillen vergeben.
ÖOC-Präsident Karl Stoss erwartet sich bei den Europaspielen ein klares Anwachsen der Zahl an Tokio-Qualifikationsplätzen, von denen es für Rot-Weiß-Rot bisher nur eine klar einstellige Anzahl gibt. Der 62-jährige Dornbirner, seit 2009 an der ÖOC-Spitze tätig, schätzt Minsk 2019 auch als wertvollen Schritt zu den anstehenden Sommerspiele ein: „Es ist eine exzellente Vorbereitung auf Tokio 2020. Das ist eine gute Messlatte, um zu schauen, wie man auf der internationalen Bühne steht.“

Die Premiere in Baku hat Österreich mit drei Goldenen, sechs Silbernen und vier Bronzenen insgesamt 13 Medaillen gebracht. Von den damaligen Medaillengewinnern sind Karatekämpferin Bettina Plank (Silber), Judodame Bernadette Graf, Schützin Olivia Hofmann und das Tischtennis-Herrenteam mit Stefan Fegerl, Robert Gardos und Daniel Habesohn (jeweils Bronze) wieder dabei. Der 40-jährige Gardos ist der älteste ÖOC-Teilnehmer, Bahnradfahrer Valentin Götzinger mit 18 Jahren der Jüngste.
Die bekanntesten Namen unter den österreichischen Sportlern in Minsk tragen aus dem Judo-Lager Sabrina Filzmoser und Kathrin Unterwurzacher, die Kanutinnen Ana Roxana Lehaci und Viktoria Schwarz, Ringerin Martina Kuenz, die Schützen Bernhard Pickl und Alexander Schmirl, das Tischtennis-Trio Liu Jia, Sofia Polcanova und Amelie Solja sowie Gymnastin Nicol Ruprecht.
Schedler feiert Debüt bei Europaspielen
War Vorarlberg bei der Premiere der Europaspiele 2015 in Baku mit den Ringern Lukas Hörmann, Dominic Peter und Johannes Ludescher, Schütze Thomas Mathis, Karatekämpfern Bettina Plank und Kunstturner Matthias Schwab durch insgesamt sechs Athleten vertreten, sind es diesmal neben Plank noch das Ringerduo Johannes Ludescher (26) und Florine Schedler (20), die das Limit erbrachten.

Das heimische Trio ist allesamt erst in der kommenden Woche im Einsatz. Den Auftakt macht am Dienstag (25. Juni) KSK-Klaus-Schwergewichtler Johannes Ludescher, der vor vier Jahren in Baku den 17. Platz belegte. Einen Tag später wird die Wolfurterin Florine Schedler in der 53-kg-Klasse ihr Debüt auf der großen Bühen absolvieren. Am Finaltag (30. Juni) wird dann Bettina Plank auf der Matte stehen und versuchen, ihre Silberne von Baku diesmal zu vergolden.
Während Schedler und Ludescher an der Eröffnungsfeier am Freitag teilnehmen werden, verzichtet ÖOC-Medaillenhoffnung Plank und reist erst später an.
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