VN-Fußballexperte Dieter Alge: “Fußball ist oft verrückt”

Sport / 30.04.2019 • 09:30 Uhr
VN-Fußballexperte Dieter Alge: "Fußball ist oft verrückt"
Gepa

Die Qualifikationsgruppe bleibt spannend. Dafür sorgte neben Hartberg ausgerechnet auch noch der SCR Altach mit der 1:4-Heimniederlage gegen Wacker. Zumal über 90 Minuten gesehen der Innsbrucker Sieg nicht unverdient war. Dabei waren die Voraussetzungen für die Altacher nach dem 4:0 auf dem Tivoli nahezu perfekt. Mit drei weiteren Punkten im letzten Westderby der Saison sollte der Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach gebracht werden. Die Partie aber hat einmal mehr gezeigt, dass der Fußball verrückt ist und seine eigenen Geschichten schreibt.
Altachs Coach Alex Pastoor nahm aufgrund der Verletzung von Philipp Netzer eine Veränderung gegenüber dem ersten Westderby vor. Jan Zwischenbrugger ersetzte den Kapitän in der Viererkette, Stefan Nutz spielte von Beginn an im Mittelfeld. Die Altacher begannen, wie der Gegner, in einem 4-2-3-1-System. Und wie schon am Tivoli dominierten in der ersten Halbzeit die beiden Mittelfeldreihen das Spiel. Dabei nutzten die quirligen Wacker-Kicker Sascha Horvath, Matthäus Taferner und Bryan Henning ihre Räume im Zentrum besser als ihre direkten Gegner Nutz, Manfred Fischer oder Simon Piesinger. Die Altacher fanden im Spielaufbau gegen eine gut organisierte Tiroler Defensive kaum Mittel, ihr zuletzt gutes Positionsspiel aufzuziehen. Ein weiterer Knackpunkt an diesem Tag waren die vielen leichten Ballverluste im Mittelfeld. Einer von ihnen führte zum ersten Verlusttreffer. Das Tor wirkte wie ein Weckruf, und nach dem schnellen Ausgleich schien die Altacher Fußballwelt nach 45 Minuten wieder in Ordnung.
Individuelle Fehler
Aber nicht die Hausherren, sondern die Gäste kamen mit mehr Schwung aus der Kabine. Immer wieder tauchten sie dank guter Laufwege hinter der Altacher Abwehr im Strafraum auf. Zwei individuelle Fehler brachten die Vorentscheidung bzw. Martin Kobras und Co. auf die Verliererstraße. Erneut Zlatko Dedic und Alexander Gründler nutzten die Fehler eiskalt aus. Beim vierten Treffer des eingewechselten Daniele Gabriele ließen die Altacher einen weiteren Konter zu und konnten das 1:4 nicht mehr verhindern. Dass die Altacher selbst bei zwei Stangenschüssen Pech hatten, war an diesem Nachmittag nur noch Nebensache.
Mein Fazit: Altach fehlte in diesem Spiel das Feuer. Zu viele Eigenfehler sowie ein mangelhaftes Zweikampfverhalten und kein perfektes Positionsspiel machten es dem Gegner zu leicht, um sein eigenes Spiel aufzuziehen. Jetzt heißt es die richtige Lehre daraus zu ziehen. Dies mit dem Wissen, dass bisher in der Qualifikationsrunde vieles richtig gemacht wurde.

Dieter Alge (52) ist Fußballtrainer mit Erfahrung im Profi-, Amateur- und Nachwuchsbereich.