Handball: Kollektiver Frust bei Hard statt Titelambitionen

Nach 22:28 von Bregenz bei West Wien startet Vizemeister Alpla HC Hard mit 17:19-Heimniederlage gegen Schwaz in Best-of-three-Viertelfinalserie.
Hard „Es gibt nichts zu beschönigen, im Moment spricht nicht mehr sehr viel für uns. Wir haben in dieser Saison noch kein direktes Duell gegen Schwaz gewonnen, und unsere Form ist in der entscheidenden Phase der Meisterschaft am Tiefpunkt angelangt.“ Die bittere Vorstellung seines Alpla HC Hard mit der 17:19-Heimniederlage zum Auftakt der Best-of-three-Viertelfinalserie in der Spusu Liga verschaffte Cheftrainer Klaus Gärtner mehr als nur eine fast schlaflose Nacht. „Die Tiroler haben ihre Sache gut gemacht, uns mit der zum Teil überharten Gangart den Schneid abgekauft und uns zum dritten Mal in dieser Saison vermöbelt. Es ist müßig, sich darüber Gedanken zu machen, ob dies nun die Ursache war oder nicht. Fakt ist, dass es uns in keiner Phase des Spieles gelungen ist, die notwendige Aggressivität und Entschlossenheit, die in solchen K.-o.-Duellen eine Grundvoraussetzung sein sollte, abzurufen. Jetzt stehen wir mit dem Rücken zur Wand und sind gefordert, das drohende Aus abzuwenden.“
Alarmglocken schrillen ganz laut
Die Enttäuschung über die Leistung seiner eigenen Mannschaft spiegelt sich auch in einem Seitenhieb im seiner Meinung nach nicht ganz fairen Modus wider: „Im Prinzip ist alles, war wir in den bisherigen 26 Begegnungen erreicht haben, für die Katz. Die zweiten Plätze im Grunddurchgang und in der Bonusrunde sind völlig bedeutungslos, wenn wir jetzt im Viertelfinale ausscheiden.“
Wie schon acht Tage zuvor bei der 24:31-Niederlage gegen Krems im Cuphalbfinale ließen die Roten Teufel vom Bodensee auch in der Partie gegen Schwaz zahlreiche Einwurfmöglichkeiten ungenützt: „Wenn wir nur die Hälfte aller Chancen verwertet hätten, hätten wir uns nicht in der ersten Hälfte mit fünf Toren begnügen müssen. So fällt es schwer, eine Partie zu gewinnen“, so der Deutsche.
“Es entspricht nicht den Ansprüchen des Vereins, im Viertelfinale auszuscheiden, und ist vergleichbar, wie wenn sich der FC Bayern mit einem achten Platz begnügen würde.”
Klaus Gärtner, Cheftrainer Alpla HC Hard
Nach dem Seitenwechsel hatten die Hausherren dann zwar etwas mehr vom Spiel, konnten aber selbst den Ausfall von Schwaz-Spielmacher Sebastian Spendier (32.) und den Ausschluss von Michael Miskovec (46.) nicht in einen entscheidenden Faktor ummünzen. „Ich will mich gar nicht aus der Kritik nehmen. Fakt ist aber, dass wir in dieser Saison sowohl im Europacup als auch im ÖHB-Cup hinter den Erwartungen geblieben sind, jetzt die Alarmglocken nicht nur läuten, sondern schrillen, und wenn wir nicht schleunigst den Schalter umlegen, ist die Saison für uns am Mittwoch gelaufen. Sollte dies der Fall sein, kann ich der Mannschaft aber versprechen, dass sie dann keine schöne Zeit haben wird. Es entspricht nicht den Ansprüchen des Vereins, im Viertelfinale auszuscheiden, und ist vergleichbar, wie wenn sich der FC Bayern mit einem achten Platz begnügen würde.“
Drohende Wachablöse abwenden
Nach der ernüchternden 22:28-Niederlage von Pendant Bregenz bei West Wien droht Handball-Vorarlberg nach einer goldenen Vergangenheit eine graue Gegenwart. Bislang war man in diesem Jahrhundert in allen Finalduellen der höchsten Spielklasse in Österreichs Männerhandball vertreten und stellte in den letzten 18 Saisonen 15 Mal den Meister.
Noch haben sowohl Rekordmeister Bregenz (neun Titel) als auch der sechsfache Meister Hard 60 Minuten Zeit, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und die drohende Wachablöse an der Spitze abzuwenden. Notwendig dafür sind aber am Dienstag (19 Uhr) deutliche Leistungssteigerungen von beiden Vereinen.
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