Handball: Wiedergeburt der Magic Moments gegen Europameister Spanien

Sport / 12.04.2019 • 10:15 Uhr
Der neue Teamchef Ales Pajovic triumphierte wenige Sekunden vor dem Spielende. APA
Der neue Teamchef Ales Pajovic triumphierte wenige Sekunden vor dem Spielende. APA

Österreichs Männerteam mit 29:28-Sieg vor 3500 Zuschauern im Dornbirner Messestadion.

Dornbirn Knapp neun Monate vor dem Auftaktspiel der EM im Jänner 2020 wurden im Dornbirner Eisstadion Erinnerungen an die Magic Moments 2010 wach. Vor 3500 Zuschauern setzte sich Österreichs Handballteam im Rahmen des EHF-Euro-Cups gegen Spanien, seines Zeichens regierender Europameister, mit 29:28 (14:11) durch und bereitete damit Neoteamchef Ales Pajovic einen perfekten Einstand. Aus einer kompakt und fokussiert agierenden Equipe ragte der Harder Robert Weber mit seinen zehn Treffern heraus.

Von der ersten Sekunde an waren der angekündigte neue Spirit und die Freude an der Arbeit bei der nach der enttäuschenden Leistung bei der WM-Endrunde im Jänner auf einigen Positionen veränderten ÖHB-Truppe erkennbar. Die von Pajovic in den wenigen Trainingseinheiten vorgenommenen Adaptierungen im Abwehrverhalten fruchteten von Beginn weg, auch im Angriff wurden nicht zuletzt durch das Comeback von Kreisläufer Fabian Posch mehr Torchancen erarbeitet.
Nach einem Duell auf Augenhöhe in der Anfangsphase konnte sich Österreich zunächst mit 8:6 (14.) und 10:8 (20.) mit zwei Toren absetzen und ging mit einer 14:11-Führung in die Pause.

Lokalmatador Robert Weber stellte seine Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis und trug mit seinen zehn Treffern maßgeblich zum ersten Erfolg über Spanien seit 1992 bei. GEPA
Lokalmatador Robert Weber stellte seine Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis und trug mit seinen zehn Treffern maßgeblich zum ersten Erfolg über Spanien seit 1992 bei. GEPA

Nach Torhüterwechsel von 19:21 auf 23:21

Doch die von der Papierform her klar favorisierten Spanier zeigten sich nach dem Kabinengang hellwach, zogen auf 14:14 (33.) gleich. Die Österreicher blieben ruhig, hielten sich weiter ganz konsequent an die Vorgaben ihres Trainers und wurden für den unermüdlichen Einsatz belohnt. Nach einem 17:19 (40.) und 19:21 (44.) erwies sich der Torhüterwechsel von Kristijan Pilipovic zu Thomas Bauer als entscheidender Schachzug von Pajovic. Nach vier Paraden in Serie von Bauer und je zwei Treffern in Folge von Robert Weber und Alexander Wanitschek verwandelte man einen Zwei-Tore-Rückstand in eine 23:21-Führung. Spaniens Trainer Jordi Ribera versuchte zwar in der Auszeit, sein Team noch einmal wachzurütteln, doch mit Cleverness und etwas Glück hielten die Österreicher dem nun immer größer werdenden Druck des Europameisters erfolgreich stand und setzten in eindrucksvoller Manier ein Ausrufezeichen.

“Ein klarer Schritt nach vorne”

„Natürlich ist es ein enorm schönes Gefühl, mit einem Sieg zu starten“, betonte Pajovic stolz. Doch bei aller Freude vergaß der Slowene nicht, sich bei der Mannschaft für die vorbildliche Leistung zu bedanken: „Ich habe mir so eine Leistung gewünscht und vielleicht auch erwartet. Die Jungs haben von der ersten bis zur letzten Sekunde gekämpft, nie den Glauben verloren. Sie haben viel Charakter gezeigt und nun heißt es, diesen deutlich spürbaren Aufwärtstrend zu bestätigen. Auf jeden Fall war es ein klarer Schritt nach vorne“, so der Teamchef.

Der Spielbericht und die Infos zum EHF-Euro-Cup