Klassiker und Vier-Punkte-Spiel

Verlieren verboten für beide Teams im 91. Ländle-Derby heute in Bregenz.
Bregenz Niemand verliert gerne, schon gar nicht, wenn es sich um ein Spiel gegen den Revierrivalen handelt. Zumindest im letzten direkten Duell vor knapp drei Monaten zeigten sich die beiden Handball-Hochburgen „brüderlich“ und trennten sich mit einem 28:28-Remis. Doch mit Beginn der Bonusrunde (Anm. Top-5-Teams des Grunddurchganges) wurden die Karten neu gemischt. Der Blick auf die Tabelle sorgt sowohl bei den gastgebenden Bregenzer als auch beim Alpla HC Hard vor dem 91. Ländle-Derby in der Spusu Liga am Freitag (19 Uhr) in der Handballarena Rieden für zusätzlichen Druck. Will man im Kampf um die Ausgangslage für die anstehende K.-o.-Viertelfinalserie nicht extrem in Zugzwang kommen, heißt es für beide Teams verlieren verboten. Bregenz-Cheftrainer Jörg Lützelberger: „Wenn man nach zwei von acht Partien noch ohne Punktgewinn ist, erhöht dies verständlich den Druck. Wir haben zwar beim 22:23 in Krems und phasenweise beim 26:31 in Graz keine schlechte Leistung gezeigt. In Summe ist dies aber nur ein schwacher Trost, wenn man noch nichts zählbares vorzuweisen hat. Wir wollen zeigen, dass wir zurecht in der Bonusrunde dabei sind. Vielleicht ist gerade ein Derby ideal dafür.“
Wir wollen zeigen, dass wir zurecht in der Bonusrunde dabei sind.
Jörg Lützelberger, Cheftrainer Bregenz
Allerdings geht der Rekordmeister aus der Landeshauptstadt, der in der ewigen Derby-Statistik mit 48 Siegen und neun Remis klar vorne, nicht ganz ohne personelle Sorgen in der Prestigeduell. Besonders auf der rechten Rückraumposition könnte es zu einem Engpass kommen. Ante Esegovic plagt sich mit Entzündungen in operierten Knie und in Schulter der Wurfhand und Routinier Vlatko Mitkov zwickt es erneut an der Wade. Laut Lützelberger will man in Blickrichtung kommende Aufgaben bei Mitkov nichts riskieren und der Topgoalgetter wird mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht zum Einsatz kommen. Ob Esegovic zumindest bei Kurzeinsätzen für Entlastung sorgen wird, soll erst vor Spielbeginn entschieden werden. „Im Rotationsverfahren werden sich vier Rechtshänder die Spielzeiten im rechten Rückraum teilen“, erklärt der Bregenz-Trainer.
Richtungsweisende Partie
Doch auf Pendant Hard wird sich bekanntlich durch den Ausfall von Kapitän Dominik Schmid wie eigentlich schon die gesamte Saison über nicht in stärkster Formation präsentieren. „Wir knappern noch immer an den Auswirkungen der WM-Endrunde. Neben dem Totalausfall von Schmid ist auch Max Hermann angeschlagen. Zudem sind Gerald Zeiner und Boris Zivkovic aus verschiedensten Gründen mit wenig Selbstvertrauen zurückgekehrt“, betont Cheftrainer Kals Gärtner unverblümt. Nach dem 22:21 bei West Wien und dem 28:30 zu Hause gegen Krems ortet Gärtner im Derby richtungsweisenden Charakter. „Neben Prestige und Ehre geht es darum, im Vierkampf um Rang zwei hinter Leader Krems keinen Boden einzubüßen. Ein Derby in Bregenz ist vielleicht der ideale Moment, um das richtige Zeichen zu setzen.“
Dagur Sigurdsson auf der Tribüne
Das ewig junge Nachbarschaftsduell darf sich über einen promineten Zuseher freuen. Dagur Sigurdsson, langjähriger Bregenz-Meistermacher und jetziger Nationaltrainer Japans, weilt im Ländle und wird erstmals in der Geschichte ein Duell Bregenz gegen Hard von der Tribüne aus ansehen.