Klein, aber fein und sehr facettenreich

Spezial / 07.09.2017 • 23:00 Uhr
Gewürztraminer 2016, Elena Walch, Alto Adige D.O.C.
            Elena Walch gehört mit ihren Weinen zur Elite der italienischen Weinerzeuger. Mit modernen Konzepten, die auf Qualität und Innovation beruhen, hat die gelernte Architektin das Familienweingut ihres Mannes zum einem der Top-Weingüter Italiens gemacht. Auf den 60 Hektar Rebflächen entstehen Weine mit Charakter und Eleganz, die das Terroir, die Bodenbeschaffenheit und das Klima, widerspiegeln.Der Gewürztraminer hat ein mittleres Gelb, er ist ausgeprägt, mit Aromen von Orange, Lychee, Rose und Nelken, am Gaumen präsentiert er sich trocken, mit einer frischen Säure, einem gehaltvollen Körper, mit einem kräftigen Alkohol und viel „Schmelz“ im Abgang. Der Gewürztraminer ist ein herrlicher Aperitifwein und ein interessanter Speisenbegleiter für die neu interpretierte Südtiroler Küche.Gesehen bei: Vinothek Signorvino, Meran unter den Lauben, 13,90 Euro

Gewürztraminer 2016, Elena Walch, Alto Adige D.O.C.

Elena Walch gehört mit ihren Weinen zur Elite der italienischen Weinerzeuger. Mit modernen Konzepten, die auf Qualität und Innovation beruhen, hat die gelernte Architektin das Familienweingut ihres Mannes zum einem der Top-Weingüter Italiens gemacht. Auf den 60 Hektar Rebflächen entstehen Weine mit Charakter und Eleganz, die das Terroir, die Bodenbeschaffenheit und das Klima, widerspiegeln.

Der Gewürztraminer hat ein mittleres Gelb, er ist ausgeprägt, mit Aromen von Orange, Lychee, Rose und Nelken, am Gaumen präsentiert er sich trocken, mit einer frischen Säure, einem gehaltvollen Körper, mit einem kräftigen Alkohol und viel „Schmelz“ im Abgang. Der Gewürztraminer ist ein herrlicher Aperitifwein und ein interessanter Speisenbegleiter für die neu interpretierte Südtiroler Küche.

Gesehen bei: Vinothek Signorvino, Meran unter den Lauben, 13,90 Euro

Dornbirn Meine ersten Reiseerinnerungen hängen mit dem Südtirol zusammen. In einem alten VW-Käfer, der es kaum über den Reschen schaffte, fuhren wir nach „Alto Adige“. Bis heute ist meine Liebe zu dieser vielfältigen Landschaft mit ihren alpinen Gipfeln und ihrer mediterranen Lebensweise nicht weniger geworden. Südtirol ist mit 5300 Hektar Rebfläche das kleinste Anbaugebiet Italiens. Der Weinbau erstreckt sich von den Alpengipfeln im Norden bis nach Salurn. Die Weingärten befinden sich in unterschiedlichen Klimazonen, auf 200 bis 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Auf ständig wechselnden Bodentypen wachsen eine Vielzahl von Rebsorten, die Südtirol zum facettenreichsten Weinbaugebiet Italiens machen.

300 Sonnentage

Mit 300 Sonnentagen im Jahr und einem alpin-kontinentalen Klima bietet das Südtirol perfekte Bedingungen für den Weinbau. Die Alpen schützen die Weingärten vor den kalten Winden des Nordens, im Süden bringen mediterrane Strömungen warme Luft ins Tal. Die dadurch bedingten großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind ideal für das Wachstum und die Aromabildung in der Traube. Die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, die vom vulkanischen Porphyr über Kalk-und Dolomitgestein bis zu verwitterten Urgesteinsböden aus Quarz und Glimmer und sandigem Mergel reicht, trägt zur Vielfalt der angebauten Rebsorten bei.

Das Südtirol besteht aus sieben Weinbauzonen, die sich über eine Länge von 90 Kilometern erstrecken. Das Unterland ist das südlichste Anbaugebiet. Der milde Einfluss aus dem Süden wirkt sich günstig auf spätreifende Rebsorten, wie Cabernet Sauvignon, aus. In den hochgelegenen Dörfern Mazon und Montan entstehen elegante Blauburgunder, in Tramin der international bekannte Gewürztraminer. Die beiden größten Weinbaugemeinden Südtirols, Eppan und Kaltern, liegen in Überetsch, einer Weinbauzone, die auf eine lange Vernatschtradition zurückblicken kann.

Sonniger Talkessel

Bozen befindet sich mitten in einem sonnigen Talkessel. Zwei der wichtigsten Südtiroler Weine reifen in dieser Weinbauzone: der St. Magdalener und der Lagrein. Das Etschtal mit Terlan, Nals und Andrian ist für seine mineralischen und gut strukturierten Weißweine bekannt. Rund um die Stadt Meran reifen Vernatsch-Weine, Blauburgunder und Merlot. Das Eisacktal zählt zu den nördlichsten Weinbaugebieten Italiens. Auf Urgesteinsböden entstehen ausgezeichnete Weißweine von internationalem Format. Seit der Vinschgau 1995 DOC-Status erlangt hat, werden auf den kargen, sandigen Böden Riesling, Weißburgunder und Blauburgunder so erfolgreich angebaut, dass der Apfelanbau leicht rückläufig ist.

Berühmt ist das Südtirol für seinen Goldmuskateller, eine weiße Rebsorte, die die Römer nach Südtirol brachten, und den Rosenmuskateller, der 1851 aus Sizilien eingeführt worden ist. Beide Süßweine überzeugen durch ihre Aromatik und Komplexität. Der Rosenmuskateller mit seinem intensiven Rosenduft ist eine gefragte Spezialität.

Galea Vernatsch 2016, Margreid, Nals, Südtirol – Alto Adige D.O.C.
            Die Kellerei Margreid in Nals verarbeitet seit 1932 die Trauben, der umliegenden Weinbauern. Auf ca. 160 Hektar Rebfläche, die sich zwischen Meran und Bozen bis hinunter nach Margreid befinden, bewirtschaften 123 Weinbauern die Weingärten. In dem 2011 neu errichteten Kellereigebäude entstehen Weine aus streng kontrolliertem Anbau, deren Trauben für die Erzeugung von Qualitätsweinen zum optimalen Zeitpunkt gelesen und vinifiziert werden.Ein helles rubinrot mit orangen Reflexen ist typisch für einen Vernatsch. Er duftet nach Kirsche, Himbeere, roter Johannisbeere und hat feine nussige Aromen, er ist trocken, hat eine angenehme Säure, weiche Gerbstoffe und einen mittleren Alkoholgehalt. Der Vernatsch ist ein leichter Wein, saftig und rund, der kühl serviert sehr viel Trinkvergnügen bereitet und sich hervorragend zu italienischen Pastagerichten eignet.Gesehen bei: Vinothek Pfanner, Lauterach, 13,70 Euro

Galea Vernatsch 2016, Margreid, Nals, Südtirol – Alto Adige D.O.C.

Die Kellerei Margreid in Nals verarbeitet seit 1932 die Trauben, der umliegenden Weinbauern. Auf ca. 160 Hektar Rebfläche, die sich zwischen Meran und Bozen bis hinunter nach Margreid befinden, bewirtschaften 123 Weinbauern die Weingärten. In dem 2011 neu errichteten Kellereigebäude entstehen Weine aus streng kontrolliertem Anbau, deren Trauben für die Erzeugung von Qualitätsweinen zum optimalen Zeitpunkt gelesen und vinifiziert werden.

Ein helles rubinrot mit orangen Reflexen ist typisch für einen Vernatsch. Er duftet nach Kirsche, Himbeere, roter Johannisbeere und hat feine nussige Aromen, er ist trocken, hat eine angenehme Säure, weiche Gerbstoffe und einen mittleren Alkoholgehalt. Der Vernatsch ist ein leichter Wein, saftig und rund, der kühl serviert sehr viel Trinkvergnügen bereitet und sich hervorragend zu italienischen Pastagerichten eignet.

Gesehen bei: Vinothek Pfanner, Lauterach, 13,70 Euro

Lagrein Riserva 2014, Abtei Muri-Gries, Südtirol, D.O.C
            Die ehemalige Burg der Grafen von Bozen wird 1407 zu einem Kloster umgebaut und von den Augustiner-Chorherren bewirtschaftet. Mitte des 19. Jahrhunderts übernehmen die Benediktiner die Abtei, öffnen den Keller von Muri-Gries und beginnen mit dem Verkauf von offenen Weinen. 1968 werden die ersten Weine auf die Flasche gefüllt. Später wird der Lagrein zum Vorzeigewein der Abtei. Rund 35 Hektar Rebflächen in bester Lage, die mit integrierten und naturnahen Anbaumethoden bearbeitet werden, befinden sich im Eigenbesitz des Klosters. Der hohe Qualitätsanspruch widerspiegelt sich in den Weinen, die zu den Besten Südtirols zählen.Lagrein erkennt man an seiner Farbe, seinem Duft und seiner Struktur. Die Weine sind tiefrot mit schwarzen Reflexen, intensiven Aromen nach Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Tabak, Leder, Eukalyptus und Lakritze. Mit einer gut eingebundenen Säure, markanten Tanninen, einem kräftigen Alkohol, mit Konzentration und Länge zeigt sich die Typizität des Lagreins. Lagrein passt zu Wildgerichten und zu Fleischgerichten mit kräftigen Saucen.Gesehen bei: Weinkellerei Johannes Thurnher’s Nfg, Dornbirn, 28 Euro

Lagrein Riserva 2014, Abtei Muri-Gries, Südtirol, D.O.C

Die ehemalige Burg der Grafen von Bozen wird 1407 zu einem Kloster umgebaut und von den Augustiner-Chorherren bewirtschaftet. Mitte des 19. Jahrhunderts übernehmen die Benediktiner die Abtei, öffnen den Keller von Muri-Gries und beginnen mit dem Verkauf von offenen Weinen. 1968 werden die ersten Weine auf die Flasche gefüllt. Später wird der Lagrein zum Vorzeigewein der Abtei. Rund 35 Hektar Rebflächen in bester Lage, die mit integrierten und naturnahen Anbaumethoden bearbeitet werden, befinden sich im Eigenbesitz des Klosters. Der hohe Qualitätsanspruch widerspiegelt sich in den Weinen, die zu den Besten Südtirols zählen.

Lagrein erkennt man an seiner Farbe, seinem Duft und seiner Struktur. Die Weine sind tiefrot mit schwarzen Reflexen, intensiven Aromen nach Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Tabak, Leder, Eukalyptus und Lakritze. Mit einer gut eingebundenen Säure, markanten Tanninen, einem kräftigen Alkohol, mit Konzentration und Länge zeigt sich die Typizität des Lagreins. Lagrein passt zu Wildgerichten und zu Fleischgerichten mit kräftigen Saucen.

Gesehen bei: Weinkellerei Johannes Thurnher’s Nfg, Dornbirn, 28 Euro

Ursula Schnell ist Weinakademikerin und Sommelière an Schulen. An der HLW Rankweil unterrichtet sie Küche, Service und Ernährungslehre.