Zu den (Fest)Akten
Ein Stier hätte es auch werden können. Sehr rasch entschied man aber, beim Spiel zu bleiben. Und somit haben wir nun zwei Hände, die Karten in die Höhe werfen für Bizets „Carmen“ auf dem See. Eine Geste der Selbstbestimmtheit mag es sein. Opernlibrettisten passt so etwas nicht, Carmen stirbt, wie wir wissen, so brachial wie trivial.
Einen Matador als Zeremonienmeister im offiziellen Festakt einzusetzen, ist somit nicht so weit hergeholt, das Bonmot von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der sich nicht so gerne in der Rolle des Stieres sah, archiviert man als Grund zum Schmunzeln bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele 2017. Dort, in den Akten zu den Festakten, bleibt als immer noch unerledigter Punkt auch festgehalten, dass die Festspiele nach wie vor auf einen Eröffnungsredner verzichten, der entsprechende Substanz in das Wort bringt. In der Musik – und auch im Tanz – war sie enthalten. Intendantin Elisabeth Sobotka schafft es in ihrem Konzept für die Eröffnung, einen stringenten und unterhaltsamen Überblick über das Folgende zu bieten und sie bindet in Vorarlberg wirkende Künstler, die hohe Qualitätsansprüche erfüllen, auch hier ein. Schön, Karin-Regina Florey, Mathias Johansen und Clara Corinna Scheurle zu hören.
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