Laufglück trotz brennender Sohlen

Spezial / 28.05.2017 • 18:04 Uhr
Mit dem Startschuss, der pünktlich um 17.30 Uhr abgefeuert wurde, nahm die Frauenlaufwelle am Kaiserstrand in Lochau gehörig Fahrt auf.  Fotos: Claudia Lerch
Mit dem Startschuss, der pünktlich um 17.30 Uhr abgefeuert wurde, nahm die Frauenlaufwelle am Kaiserstrand in Lochau gehörig Fahrt auf.  Fotos: Claudia Lerch

Selbst Sommerhitze konnte 4000 Bodensee-Frauenlauf-Teilnehmerinnen nicht bremsen.

bregenz. (VN-mm) Wenn rund 4000 Frauen die Laufschuhe schnüren, kann das nur eines bedeuten: Es ist wieder Zeit für den Bodensee-Frauenlauf. Diesmal hätten viele Teilnehmerinnen vermutlich gerne das kühle Nass gegen den heißen Asphalt getauscht. Aber einmal unterwegs, konnte sie die glühende Hitze nicht mehr bremsen. So wurde auch die 8. Auflage des Bodensee-Frauenlaufs zu einem Spektakel, dem die Weiblichkeit ihren Stempel aufdrückte.

Heiß. Heiß. Heiß. Unbarmherzig brennt die Sonne von einem beinahe makellos blauen Himmel. „Das wird zäh“, ist allenthalben zu hören. Wer am Kaiserstrand in Lochau ein schattiges Plätzchen ergattert, verkriecht sich dort. Andere kühlen ihre schon unruhigen Füße im See. „Trinken, trinken, trinken“, mahnt Moderator Martin Böckle die Frauen immer wieder, bloß damit nicht zu sparen. Denn Flüssigkeit hat der sportliche Körper an diesem Hochsommertag mehr als alles andere nötig. Gleichzeitig ist da überall fiebrige Vorfreude zu spüren. Mag es bei einigen auch um Bestzeiten gehen, wollen die meisten der Frauen einfach nur gemeinsam Spaß haben. „Jo, wir schaffen das“, deklamiert eine buntgekleidete Gruppe zuversichtlich.

Zwischen den freudig angespannten Frauen wieselt Kathrine Switzer umher. Die US-Amerikanerin hat, wie berichtet, mit ihrer unerlaubten Teilnahme am Boston-Marathon vor fünfzig Jahren eine Männerdomäne aufgemischt. Sie trägt die legendäre Startnummer 261. In Boston wird sie künftig nicht mehr ausgegeben. Sie soll untrennbar mit Kathrine Switzer verbunden bleiben. In Bregenz haben ihr die Frauenlauf-Organisatorinnen Verena Eugster und Patricia Zupan damit ein besonderes Gastgeschenk bereitet. Die 70-Jährige hat es mit Freuden angenommen.

Um allen Teilnehmerinnen die tolle Atmosphäre eines Zieleinlaufs zu ermöglichen, starten die 10-Kilometer-Läuferinnen eine halbe Stunde früher. Danach folgt das 5-Kilometer-Feld. Menschen, die es gut mit den schwitzenden Leibern meinen, sorgen mittels Wasserschlauch für Erfrischung, mit Applaus und Anfeuerungsrufen für Ansporn, der Hitze zu trotzen. Letztlich erhält jede ihre Medaille umgehängt, ob sie nun laufend oder gehend das Casino-Stadion erreicht hat. Und mit einem Schlag sind alle Mühen und brennenden Sohlen vergessen. So soll es sein, oder?