Terror gegen Jugendliche

Der Anschlag in Manchester ist ein entsetzlicher und barbarischer Terrorangriff auf Menschen, die ein Popkonzert besuchten. Kinder und Jugendliche wollten – oft gemeinsam mit ihren Eltern – einen schönen Abend verbringen. Eine solche grausame und hinterhältige Tat ist auf das Schärfste zu verurteilen.
Alexander Van der Bellen, Österreichs Bundespräsident
Attentat nach Konzert in Manchester fordert mindestens 22 Todesopfer. IS-Terrormiliz bekennt sich.
manchester. Ein verheerendes Attentat auf junge Konzertbesucher im nordenglischen Manchester hat Großbritannien erschüttert. Ein mutmaßlicher islamistischer Selbstmordattentäter zündete am späten Montagabend im Eingang einer Veranstaltungshalle eine Bombe und riss mindestens 22 Menschen in den Tod. 59 Verletzte kamen in Krankenhäuser, einige von ihnen schwebten am Dienstag in Lebensgefahr. Österreicher sind laut aktuellem Stand nicht unter den Opfern. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.
Die britische Premierministerin Theresa May sprach nach einer Tagung des Sicherheitskabinetts in London von einer „abstoßenden und abscheulichen“ Tat, da Kinder und Jugendliche das Ziel waren. Es gebe keinen Zweifel daran, dass die Bevölkerung Opfer „eines eiskalten terroristischen Angriffs“ geworden sei. Die Regierungschefin bekräftigte: „Unsere Werte, unser Lebensstil werden immer gewinnen.“ Der Täter hatte am Ende eines Popkonzerts von US-Teenie-Star Ariana Grande im Foyer der Manchester Arena eine selbstgebaute Bombe gezündet. Die Konzerthalle bietet bis zu 21.000 Besuchern Platz. Zeugen berichteten von einem Knall im Eingangsbereich zwischen Halle und Victoria-Bahnhof nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 MESZ). „Er hat Zeit und Ort absichtlich so gewählt, um das größtmögliche Blutbad anzurichten“, sagte May.
Den Rettungskräften zufolge waren unter den Verletzten zwölf Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Auch ein achtjähriges Mädchen kam ums Leben.
Attentäter wohl identifiziert
Der IS erklärte über sein Sprachrohr Amaq, ein „Soldat“ der Terrormiliz habe eine Bombe in eine „Ansammlung von Kreuzfahrern“ platzieren können. Der Anschlag sei Rache und Antwort auf Angriffe gegen Muslime. Er diene dazu, „Ungläubige“ zu terrorisieren.
Der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins, sagte, bei dem mutmaßlichen Bombenattentäter handle es sich um einen 22-Jährigen namens Salman A. Weitere Details nannte er nicht. Aus europäischen Sicherheitskreisen verlautete, dieser sei Brite libyscher Abstammung gewesen. Laut britischen Wählerverzeichnissen lebte er in einem Haus in einem Vorort von Manchester.
Bislang geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. Im Süden Manchesters wurde am Dienstagmittag indes ein 23-jähriger Mann festgenommen. Welche Verbindungen er zu dem Attentäter hat, blieb vorerst unklar. Auch kam es zu Polizeieinsätzen in den Stadtteilen Whalley Range und Fallowfield, teilten die Beamten mit. Bei einem der Einsätze habe es auch eine „kontrollierte Explosion“ gegeben. May traf am Nachmittag in Manchester ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Gemeinsam mit Innenministerin Amber Rudd suchte sie das Hauptquartier der Polizei auf. Der Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 8. Juni wurde unterbrochen. Der Angriff ist der schwerste Terroranschlag in Großbritannien seit 2005. Damals zündeten vier Muslime mit britischem Pass in der Londoner U-Bahn und in einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen kamen ums Leben, etwa 700 wurden verletzt.
Hunderte Polizisten im Einsatz
Die Sängerin Ariana Grande zeigte sich nach dem Attentat am Montagabend schockiert. „Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte“, schrieb die 23-Jährige auf Twitter. Auch Stunden nach dem Anschlag suchten Angehörige in der Konzerthalle nach vermissten Konzertbesuchern. Anwohner boten Betroffenen Unterschlupf an. Im Etihad-Stadion, dem Heimstadion von Manchester City, wurde ein Notfallzentrum eingerichtet. Die Polizei bat Hilfesuchende, sich dorthin zu begeben. Der neben der Konzerthalle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt, Hunderte Polizisten waren im Einsatz.
Die britische Königin Elizabeth II. sprach den Opfern des Anschlags ihr Beileid aus. Die ganze Nation sei schockiert über die vielen Toten und Verletzten, hieß es in einer Mitteilung des Palastes. Die Queen drückte ihre Bewunderung für die Menschen von Manchester aus, die mit „Menschlichkeit und Mitgefühl auf die barbarische Tat reagiert“ hätten.
Unsere Werte, unser Lebensstil werden immer gewinnen.
Theresa May

Die Nachrichten aus Manchester sind furchtbar und erschütternd. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien.
Christian Kern, Österreichs Bundeskanzler

Die Nachrichten über den Terroranschlag in Manchester sind furchtbar und erschütternd. Sie machen mich tief betroffen und sehr traurig.
Wolfgang Brandstetter, Österreichs Vizekanzler

Es bricht mir das Herz, wenn ich daran denke, dass einmal mehr der Terrorismus die Furcht dorthin gebracht hat, wo Freude herrschen sollte und Spaltung sät, wo junge Menschen und Familien zum Feiern zusammenkommen.
Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionspräsident

So viele junge Menschen sind von bösartigen Verlierern ermordet worden. Ich werde sie nicht „Monster“ nennen, denn das würden sie mögen (…). Ich werde sie von jetzt an „Verlierer“ nennen, denn das ist es, was sie sind.
Donald Trump, US-Präsident

Es ist unbegreiflich, dass jemand ein fröhliches Popkonzert ausnutzt, um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen zuzufügen. (…) Den Menschen in Großbritannien versichere ich: Deutschland steht an Ihrer Seite.
Angela Merkel,
deutsche Bundeskanzlerin

Wir verurteilen dieses zynische, unmenschliche Verbrechen scharf. Wir rechnen damit, dass die Drahtzieher einer angemessenen Strafe nicht entkommen werden.
Wladimir Putin,
russischer Präsident