“Ich werde mich auch in Zukunft nicht fürchten”

Der Anschlag in Manchester löst Betroffenheit bei in Vorarlberg lebenden Briten aus.
schwarzach. „Ich habe am Morgen darauf von dem Attentat mitbekommen und war schockiert“, sagt die aus Manchester stammende Nicola Tyre. Die 31-Jährige lebt seit zweieinhalb Jahren in Vorarlberg, wohnt in Wolfurt und arbeitet im Olympiazentrum in Dornbirn in der Aus- und Fortbildung.
„Zwar wohne ich schon seit neun Jahren nicht mehr in Manchester, fahre aber immer wieder auf Besuch dorthin“, erzählt Tyre. „Zuletzt war es vergangene Weihnachten.“ Außerdem leben ihre Familie und viele Freunde dort. „Ich habe bereits mit vielen gesprochen. Zum Glück war niemand, den ich kenne, am Anschlagsort.“ Der Anschlag mache sie „einfach nur traurig“ und veranlasse zum Nachdenken. Angst zu haben, bringe jedoch nichts, betont Tyre. Sie werde sich auch in Zukunft nicht fürchten, wenn sie sich in Großbritannien aufhalte. „So etwas kann ohnehin überall passieren“, ist ihr klar. „Manchester ist eine großartige Stadt“, fügt Tyre hinzu. „Man darf nicht zulassen, dass solche Anschläge unser Leben verändern.“
Betroffen äußert sich auch der britische Sänger und Songwriter John Gillard (69) zu dem Anschlag in seinem Herkunftsland. „Dieses feige Attentat erinnert mich an jenes im Bataclan Theater in Paris im November 2015“, sagt er. Damals kamen 130 Menschen ums Leben. Und nachdem es sich in Manchester um ein Suizidattentat gehandelt hat, komme ihm auch der 7. Juli 2005 in den Sinn. An jenem Tag haben sich sogenannte Rucksackbombenträger in drei U-Bahn-Zügen und einem Doppeldeckerbus in London in die Luft gesprengt. 56 Menschen starben.
„Sehr traurig“
„Es ist traurig, sehr traurig“, sagt der Brite besorgt. „Nicht nur Großbritannien, die ganze Welt leidet unter dem Terror, der zurzeit geschieht. In der ganzen Welt wird dadurch Hass gesät.“
Gillard kommt aus einem Londoner Vorort und lebt seit 46 Jahren in Österreich,
40 davon in Vorarlberg. Er kam hierher, um am Mozarteum Salzburg zu studieren. Danach lehrte er Gitarre und Mandoline an der Musikschule Wolfurt, gründete die „John Gillard
Folk Group“, führte etliche Musikprojekte durch und hat eine Vorarlbergerin geheiratet.
