Überraschung in Hard

Hard. Als ich vor Kurzem durch Hard fuhr, stach mir eine Werbetafel ins Auge. Okims Korean Restaurant. Weshalb nicht, dachte ich mir und reservierte kurz darauf einen Tisch. Bei der Onlinereservierung: die erste Überraschung: „Von wann bis wann möchten sie bleiben? Bitte helfen Sie unserer Planung durch die Angabe, ab wann wir Ihren Tisch für den nächsten Gast reservieren dürfen.“ Also begann ich zu kalkulieren. Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise plus eine Zeitreserve. So kam ich auf zwei Stunden und hoffte, dass das reicht. Als wir dann im Okims ankamen: die zweite Überraschung.
Total puristisch eingerichtet. Keine Bilder an der Wand, keine Dekoration und trotzdem sehr gemütlich. Klare Linien und eine tolle Lichtinstallation. Mein Highlight war aber die Speisekarte. Ein kleines Buch, gebunden und die Seitenanzahl eines kurzen Romans. Darin wird jede einzelne Speise ausführlich beschrieben, außerdem gibt es Informationen, wie die Speisen auf dem Tischgrill zubereitet werden. Was mir auch sehr gut gefiel, war der Hinweis auf der Speisekarte, dass Essensreste sehr gerne eingepackt werden um sie mit nach Hause nehmen zu können.
Wir bestellten Kimbap – Seetang-Reisrolle gefüllt mit Gurke, gelbem Rettich, Spinat, Karotte und Ei (6,50 Euro), Mandu – Teigtaschen mit feiner Gemüsefüllung über Dampf gegart mit Soyasauce (5,50 Euro) und Sudubu – Seidensoja-Eintopf mit Gemüse, Knoblauch, Chilipaste, Chilipulver, Lauchzwiebel, Ei und Sesamöl (5,50 Euro) zur Vorspeise. Dak Kalbi – Hühnerfleisch-Streifen und Gemüse an pikant-süßer Teriyaki-Sauce (18,80 Euro) und Gochu Garu Bulgogi – Rindfleisch mit Gemüse und Chili-Flocken verfeinert (18,50 Euro) zur Hauptspeise. Die Gerichte waren ausnahmslos sehr gut. Perfekt gekochter Reis in den Reisrollen. Super, wenngleich sehr scharf abgeschmeckt, der Eintopf. Auch die zu den Hauptspeisen servierten Schälchen mit marinierten Gemüsen waren interessant. Ein tolles Spiel mit Süße, Säure und Schärfe.
Den krönenden Abschluss bildeten dann Kaeleomel Sagwa – karamellisierte Apfelspalten, Reismehlnudelscheiben, Mandeln, Vanillesauce (7,30 Euro) und Daechu Uyu Bap – Milchreis mit koreanischen Datteln, Zimt, Vanilleeis und Himbeersauce (6,70 Euro).
Fazit: ein sehr gutes Restaurant. Preis/Leistung passt. Mit den kalkulierten zwei Stunden schafften wir eine Punktlandung. Aber nur, weil ich die Speisekarte nicht zu Ende gelesen habe. Das mache ich beim nächsten Mal, wenn ich den Tischgrill ausprobiere.
Der gebürtige Feldkircher Michael Kerschbaumer (Jg. 1968) arbeitete 15 Jahre als Koch in der internationalen Hotellerie und im Airline Catering bevor er sich zum Wirtschaftsinformatiker Fachrichtung Qualitätssicherung ausbildete.
Okims, Hofsteigstraße 122a, Hard, Tel. 05574 73630