Spezialitäten vom Fuße der Anden

Torrontés 2015, Colomé, Valle Calchaqui, Salta, Argentinien. Nach dem Konsum eines außergewöhnlichen Malbecs machte sich Donald Hess auf die Suche nach der Bodega Colomé in Salta. Die 1831 gegründete Bodega wurde von Hess revitalisiert. Die auf Malbec und Torrontés spezialisierte Bodega besitzt Rebflächen auf 1800 Meter Höhe, die mit bis zu 160 Jahre alten Reben bestockt sind. In den Weingärten wird biodynamisch gearbeitet. Der aus diesem Gebiet stammende Torrontés hat eine helle Farbe, eine feine Aromatik nach Holunder, Melone, Limette, einen schlanken Körper, eine lebendige Säure, blumige Aromen und Musaktnoten am Gaumen sowie einen mittleren Abgang, ein herrlicher, unkomplizierter Wein, der zu jeder Gelegenheit getrunken werden kann. Gesehen bei: Wein & Co Bregenz, 11,40 Euro
Im Weinland Argentinien sind 224.707 Hektar mit Reben bepflanzt.
Schwarzach. Mit einer Fläche, die viermal größer ist als Frankreich, liegt Argentinien im Süden des amerikanischen Kontinents. Aufgrund des subtropischen Klimas beschränkt sich der Weinbau auf wenige Regionen am Fuße der Anden, die zwischen dem 22. und 42. Breitengrad liegen. Argentiniens Weinbau profitiert vom natürlichen Ökosystem der Anden, vom klaren, frischen Schmelzwasser, den unverbrauchten Böden, dem hohen Stickstoffanteil und der klimatisch bedingten Trockenheit, die biologischen Weinbau erleichtert. In Argentinien gibt es drei Weinbauregionen: der Norden, Cujo und Patagonien. Zum Norden zählen die Gebiete Catamarca, Salta und Tucuman. Die Weinberge liegen auf 1700 Metern, das Klima ist gemäßigt, die Böden bestehen aus sandigem Lehm und sind für den Anbau von Malbec, Cabernet Sauvignon und Tannat besonders geeignet. Die besten Weine kommen aus Salta. Die Weinbaugebiete von Cujo – Mendoza, San Juan und La Rioja – liegen weiter südlich. Mit 7000 Hektar ist La Rioja das kleinste Gebiet von Cujo. Die Reben wachsen auf 600 bis 1350 Meter Seehöhe. Im trockenen Klima ist Bewässerung unumgänglich. San Juan schließt an La Rioja an und ist nach Mendoza, dem bekanntesten argentinischen Anbaugebiet, der zweitgrößte Traubenproduzent. In dieser Region ist das Klima kontinental. Große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sorgen für einen entsprechenden Säuregehalt in den Weinen. Das kühle Klima von Patagonien mit den Gebieten La Pampa, Neuquém und Rio Negro bietet perfekte Voraussetzungen für die Herstellung eleganter Pinot Noirs und hochwertiger Schaumweine.
Autochtone Rebsorte
Die Bordeauxrebsorte Malbec ist mit 35 Prozent Anbaufläche die Hauptrebsorte Argentiniens, gefolgt von der einheimischen Sorte Bonarda, aus der einfache Weine entstehen, wenn in den Weingärten nicht ertragsreduziert gearbeitet wird. Der weiße Gegenpart zu Bonarda und Malbec ist die autochtone Rebsorte Torrontés. Die leichten Weine haben ein intensives Muskateller-Aroma.
Neben alteingesessenen Weinkellereien wie Arizú, López, Lagarde oder Achaval Ferrer haben Investoren aus allen Teilen der Welt in bestehende Bodegas investiert: Die Schweizer Hess Gruppe in Colomé in Salta; Gernot Langes-Swarovski in Norton, Mendoza; Baron Eric de Rothschild ist mit der Bodega Caro eine Verbindung mit der Familie Cantena eingegangen und José Manuel Ortega aus Spanien hat die neue Bodega O. Fournier gegründet.

Malbec 2014, Achaval Ferrer, Mendoza, Argentinien. Das 1998 gegründete Weingut ist ein Gemeinschaftsprojekt argentinischer Geschäftsleute und des italienischen Oenologen Roberto Cipresso. Achaval Ferrer zählt zu den renommiertesten Weinproduzenten Argentiniens. Die auf Malbec spezialisierte Bodega erzeugt unterschiedliche Weinstile. Der Achaval Ferrer Malbec stellt die Basis des Weinsortiments dar. Für die Assemblage von „Quimera“ werden Malbec, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot verwendet. 80-jährige Rebstöcke, die auf über 1100 Metern Seehöhe auf bestem Terroir wachsen, sind die Grundlage für den grandiosen „Finca Altamira“, das Top-Produkt des Hauses. Der Malbec aus Mendoza hat ausgeprägte Noten nach Kirsche, Lakritze und Blaubeeren, feine Tannine am Gaumen, einen gehaltvollen Körper und einen langen Abgang, der von einem kräftigen Alkoholgehalt unterstützt wird. Der Malbec ist ein hervorragender Vertreter dieser hochwertigen, argentinischen Rebsorte. Gesehen bei: Wein & Co Bregenz, 26,40 Euro

Centenario 2009, Perdriel, Mendoza, Argentinien. In Perdriel befindet sich die Bodega Norton, die 1895 von Edmund James Palmer Norton gegründet wurde. Nach einer wechselhaften Geschichte kaufte Gernot Langes-Swarovski 1989 das Weingut und modernisierte es vollständig. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, schon in den 90er Jahren wurden hochwertige Weine exportiert. 2011 wird die Bodega vom „Wine Enthusiast“ zur „Best New Winery of the Year“ nominiert. Perdriel liegt auf 950 Meter Seehöhe. Die 100 Hektar große Rebfläche ist mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Malbec bepflanzt. Der Centenario ist ein Blend aus diesen Rebsorten. Der purpurrote Wein hat intensive Kirscharomen in der Nase, Marzipan, Minze, Konfitüre und Pfeffer. Mit seinem ausgewogenen Körper, den gut eingebundenen Tanninen und einem hohen Alkoholgehalt ist er ein perfekter Speisenbegleiter für alle Steakgerichte. Gesehen bei: Wein & Co Bregenz, 35,40 Euro
Ursula Schnell ist Weinakademikerin und Sommelière an Schulen. An der HLW Rankweil unterrichtet sie Küche, Service und Ernährungslehre.