In Ulm, um Ulm und um Ulm herum

Spezial / 07.12.2016 • 20:04 Uhr
Der Ulmer Spatz befindet sich direkt beim Ulmer Münster.
Der Ulmer Spatz befindet sich direkt beim Ulmer Münster.

ULM. Letztes Wochenende war Weihnachtsmarkt in Ulm angesagt. Eigentlich sollte dieses „dienstfrei“ bleiben. Als ich dann aber die Heerscharen von Vorarlbergern sah, die den Markt besuchten, änderte ich meine Meinung und beschloss, dem Gasthaus Ulmer Spatz direkt beim Ulmer Münster einen Besuch abzustatten. Nicht zuletzt weil noch zwei weitere Weihnachtsmarktwochen anstehen.

Die Gaststube aus den Sechzigern, mit dominanten schmiedeeisernen Raumteilern sowie viel Kupfer und Rauchglas, war weihnachtlich geschmückt und sehr gemütlich, der Empfang durch das Servicepersonal sehr nett. Auf der Speisekarte fanden wir hauptsächlich schwäbische Gerichte. Spätzle mit und ohne Käse. In Kombination mit Fleisch oder Maultäschle. Aufgelockert durch ein paar Fischgerichte.

Natürlich durften da Schweinemedaillons „Ulmer Spatz“ auf Käsespätzle angerichtet mit Röstzwiebeln und Rahmsoße (17,90 Euro) auf unserer Bestellung nicht fehlen. Vorher gab es einen gemischten Salat (4,90 Euro). Meine Begleitung bestellte Zanderfilet vom Grill mit gerösteten Mandeln, Petersilienkartoffeln und Blattsalat (20,90 Euro). Flüssig begleitet wurden die Gerichte von einem Ulmer „Gold Ochsen„ Bier.

Groß, aber fantasielos

Der gemischte Salat war gut, wobei die Fertigsauce auf den Blattsalaten etwas zu penetrant war. Von den Hauptgerichten waren wir etwas enttäuscht. Die Portionen waren groß, aber ziemlich fantasielos angerichtet, die Spätzle okay, das Schweinefilet mit einer Hollandaise aus dem Tetrapak überzogen und mit ein paar Röstzwiebeln aus der Dose bestreut, der Zander trocken, die zwei faustgroßen und einmal halbierten Salzkartoffeln ebenso. Ein wenig Butter zu den gerösteten Mandeln wäre da sicher eine gute „Schluckhilfe“ gewesen. Auf eine Nachspeise verzichteten wir. Die wurde dann aber anschließend am Weihnachtsmarkt nachgeholt.

Fazit: Preis/Leistung eher nicht so prickelnd. Ich werde mich das nächste Mal, wie ursprünglich geplant, an die Verpflegungsstände am Markt halten. Wobei dort die Suppen aus dem Brotlaib auch nicht empfehlenswert sind. Aber die Auswahl ist ja riesig.

Michael Kersch­baumer
Michael
Kersch­baumer

Der gebürtige Feldkircher Michael Kerschbaumer (Jg. 1968) arbeitete 15 Jahre als Koch in der internationalen Hotellerie und im Airline Catering, bevor er sich zum Wirtschaftsinformatiker Fachrichtung Qualitätssicherung ausbildete.

Hotel Restaurant Ulmer Spatz, Münsterplatz 27, Ulm