Ab nach Down Under!

Spezial / 07.12.2016 • 20:04 Uhr
So sehen Goldmedaillengewinner aus: Christoph Schrottenbaum mit Freundin Hanna beim Empfang in der Landesberufsschule Lochau. VN/Paulitsch
So sehen Goldmedaillengewinner aus: Christoph Schrottenbaum mit Freundin Hanna beim Empfang in der Landesberufsschule Lochau. VN/Paulitsch

Super Service ist Gold wert, in Ausnahmefällen wie bei Christoph Schrottenbaum auch eine Goldmedaille.

LOchau. (VN-ger) Im Mai 2015 räumte er den „Annual Award of Excellence“ der „Royal Academy of Culinary Arts“ ab. Im Februar 2016 überreichte ihm Queen Elizabeth II. persönlich die Urkunde für den zweiten Platz beim „Gold Service Scholarship 2016“. Ab sofort darf sich Christoph Schrottenbaum auch Europameister nennen. Der 23-jährige Nenzinger kehrte von den europäischen Berufsmeisterschaften 2016 (EuroSkills) in Schweden mit einer Goldmedaille in die Heimat zurück. Dementsprechend fiel auch der Empfang in seiner ehemaligen Ausbildungsstätte, der Landesberufsschule in Lochau, aus – tosender Applaus, untermalt von den Klängen der Queen-Hymne „We are the Champions“, goldener Teppich, Rosen- und Goldregen sowie Tränen bei Trainerin und Berufsschullehrerin Brigitte Horn.

Besonderer Moment

„Es ist etwas sehr Besonderes und es macht einen sehr, sehr stolz, wenn man für das eigene Land eine Goldmedaille holt“, resümiert ein freudestrahlender Christoph Schrottenbaum. Der frisch gebackene Europameister arbeitet seit knapp dreieinhalb Jahren in einem der besten Restaurants der Welt, dem „Dinner by Heston Blumenthal“ in London. Auch wenn er dort Tag für Tag Restaurantservice auf höchstem Niveau bietet, galt es für den Wettbewerb nochmals eine „Schippe“ draufzulegen.

„Es war sehr anstrengend. Wir haben sechs Wochen lang mehr oder weniger jeden Tag trainiert“, erzählt der 23-Jährige. Doch der Einsatz hat sich gelohnt. Mit 558 von 600 Punkten holte sich Christoph Schrottenbaum nicht nur den Europameistertitel, sondern knackte außerdem den Europarekord in seiner Berufssparte. „Ich glaube, die Grundlage, um Gold zu gewinnen, ist, dass man etwas fallen lassen muss“, meint der Goldmedaillengewinner mit einem Augenzwinkern in Richtung seines zweiten Trainers, Junior-Barkeeperweltmeister Stefan Köb: „Am ersten Tag habe ich beim Abservieren einen Kuchenteller auf den Boden geworfen. Dann habe ich an dich gedacht. Du hast auch etwas fallen lassen und bist Weltmeister geworden.“

Haute cuisine in Australien

Viel Zeit zum Feiern und für Erholung blieb Christoph Schrottenbaum nicht. Seit heute, Donnerstag, kümmert er sich wieder um die Gäste von Starkoch Heston Blumenthal in London. „Aber nur noch bis Anfang Jänner“, verrät er. Sein nächstes Ziel: Melbourne/Australien. Rialto Towers. 55. Stockwerk. Ab 23. Jänner heuert der Goldmedaillengewinner als stellvertretender Restaurantleiter bei Küchensuperstar Shannon Bennett in dessen legendä­rem „Vue de monde“ an. Bennett wurde als erster australischer Koch in die erlesenen Kreise der „Jeunes Restaurateurs d’Europe“ und der „Les Grand Tables du Monde“ aufgenommen und ist in seiner Heimat ähnlich berühmt wie Jamie Oliver in England. 

„Es ist ganz, ganz wichtig, dass man Wettbewerbe macht und vor allem auch gewinnt, um da wirklich sein Bestes zu geben. Es ist ein Erfahrungswert, den kann dir keiner mehr nehmen. Wenn du dich irgendwo bewirbst auf der Welt und alle haben das gleiche Level und du hast den Wettbewerb gemacht, dann bist du der Sieger“, spricht seine Trainerin Brigitte Horn aus Erfahrung.