Vorarlberg steht hinter Alexander Van der Bellen

Spezial / 04.12.2016 • 23:04 Uhr
Vor dem Wahllokal noch siegessicher: FP-Parteichef Bösch.
Vor dem Wahllokal noch siegessicher: FP-Parteichef Bösch.

In 90 Gemeinden hatte Van der Bellen die Nase vorn. Montafon gilt nun als „Hofer-Hochburg“.

Bregenz. „Deklassierung.“ So wird das Abschneiden von Norbert Hofer als Präsidentschaftskandidat der Freiheitlichen hierzulande bezeichnet. Grund dafür liefert ein Blick auf den Wahlausgang im westlichsten Bundesland. Der einstige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen konnte nämlich mehr als 60 Prozent der Vorarlberger Wahlberechtigten von sich überzeugen. Damit lag Van der Bellen landesweit am Wahlsonntag mehr als 20 Prozentpunkte vor seinem Kontrahenten Hofer, der sich mit nicht einmal 40 Prozent der Wählerstimmen begnügen musste.

Montafoner wählten blau

Van der Bellen lag in 90 der 96 Kommunen vor Hofer, lediglich in Warth sowie in fünf Kommunen des Bezirks Bludenz (Bartholomäberg, Bürserberg, Gaschurn sowie St. Gallenkirch und Silbertal) hatte Hofer die Nase vorn. Kein Wunder, dass das Abschneiden des freiheitlichen Spitzenkandidaten im Montafon vor allem bei der Vorarlberger Volkspartei mit Landeshauptmann und Parteichef Markus Wallner die Alarmglocken schrillen lässt. Zumal es sich dabei um vier VP- und eine SP-Kommune handelt. Sogar von einer „neuen blauen Hochburg Montafon“ ist bereits die Rede.

Besonderheit in Dünserberg

Im Mai hatte Hofer noch 22 Gemeinden für sich entscheiden können. Gekippt sind unter anderem jene drei Kommunen, in denen freiheitliche Bürgermeister das Sagen haben, nämlich Hohenems sowie Fußach und Nenzing. Auch in der kleinsten Gemeinde des Landes, in Dünserberg, konnte Alexander Van der Bellen das Ergebnis faktisch umdrehen: Hatten im Mai dieses Jahres noch beide Kandidaten mit je 27 Stimmen ein gleich hohes Stimmenvotum erhalten, so ging diesmal Van der Bellen mit 41 zu 31 gegen Hofer als deutlicher Sieger aus der Wahl hervor. Sein absolut bestes Ergebnis konnte Van der Bellen hierzulande am Arlberg erreichen.

Rekordergebnis in Lech

In Lech, wo Bürgermeister Ludwig Muxel über eine Ini­tiative mit mehreren VP-Gemeindechefs im Land die Werbetrommel kräftig für ihn gerührt hatte, konnte Van der Bellen 78,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Damit übertraf der Ex-Grünen-Chef sogar sein Wahlergebnis in Schröcken im Bregenzerwald, wo er 78,2 Prozentpunkte einfahren konnte. Unterm Strich kam Van der Bellen in acht Kommunen des Landes auf einen Stimmenanteil, der über der 70-Prozent-Marke lag.

Wenig Zustimmung in Warth

Am wenigsten Zustimmung bekam Van der Bellen in Warth, dort machten nur knapp 40 Prozent der Wähler bei seinem Namen ein Kreuz. In den fünf Städten hatte er hingegen das Sagen: Sowohl in der vom freiheitlichen Bürgermeister Dieter Egger regierten Nibelungenstadt Hohenems als auch in Feldkirch, Dornbirn, Bludenz sowie Bregenz lagen seine Wahlergebnisse deutlich über 50 Prozent. Hofer durfte sich hingegen über sein bestes Ergebnis wiederum in Warth freuen, dort votierten nahezu 60 Prozent für den blauen Spitzenkandidaten. Die Wahlbeteiligung in
Vorarlberg kam bei mehr als 58 Prozent zu liegen, das ist um 3,9 Prozentpunkte über der Mai-Marke ohne Briefwahlkarten. Hierzulande wurden diesmal 30.668 Briefwahlkarten ausgestellt, im Mai waren es noch 34.821 gewesen.

Emotionen im Büro der Vorarlberger Grünen: Nationalrat Harald Walser in Siegerpose.
Emotionen im Büro der Vorarlberger Grünen: Nationalrat Harald Walser in Siegerpose.