Am Straßenfeger vorbei

Am Dornbirner Weihnachtsmarkt waren die Wahlen Randthema.
dornbirn. Ein Straßenfeger scheint die Wahlberichterstattung nicht gewesen zu sein. Unberührt davon, wer nun Österreichs neuer Bundespräsident wird, zeigte sich am gestrigen Abend auch der Dornbirner Weihnachtsmarkt. Das Besuchergedränge war dicht, der Urnengang interessierte viele offenbar nur am Rande. Gerti genießt mit ihrer Bekannten einen dampfend heißen Glühwein. Wissen Sie schon, wer die Wahl gewonnen hat? Die Frauen schütteln verneinend den Kopf. Alexander Van der Bellen. „Dann passt es eh“, bemerkt Gerti und fügt noch an: Die Detailergebnisse muss sie jetzt noch nicht wissen. „Die erfahre ich noch früh genug. Die Nachrichten werden ohnehin voll davon sein“, meint sie und widmet sich wieder dem Adventvergnügen.
Endgültige Entscheidung
Um einen anderen Stehtisch hat sich eine Gruppe aus Frauen und Männern platziert. Die einen jünger, die anderen ein bisschen älter. Gerade haben sie vom Ausgang der Wahl erfahren. „Ich finde es positiv, dass nicht der Herr Hofer gewonnen hat“, äußerst sich Andreas, einer der Jungen aus der Runde, diplomatisch. Die anderen stimmen ihm zu, jedoch ohne sich dezidiert zu äußern. Dennoch wird klar, dass hier vorwiegend Alexander-Van-der-Bellen-Wähler versammelt sind. Worüber ebenfalls alle froh sind: Dass die Bundespräsidentenstichwahl im zweiten Anlauf und damit endgültig entschieden ist.
Beim Bummel durch die Menschenmenge sieht man allenthalben ein Handy aufleuchten. Da und dort wird das Konterfei des künftigen österreichischen Staatsoberhaupts sichtbar. Ein kurzer Blick darauf, dann werden die Displays wieder dunkel. Eine Grundinformation, das reicht fürs Erste.
Mit Spannung gewartet
Ganz anders bei Daniela und Stefan aus Dornbirn. Mit Spannung haben sie noch zu Hause auf die erste Hochrechnung gewartet. „Dabei wären wir fast zu spät zum Treffen mit unseren Bekannten gekommen“, erzählt Daniela. Die waren bereits auf der Anfahrt von Feldkirch zum Weihnachtsmarkt nach Dornbirn und gleichermaßen neugierig auf den Ausgang der Bundespräsidentenwahl. „Wir sind gerade in die Tiefgarage eingefahren, als die Meldung kam“, sagt Niko. Das Wichtigste, nämlich das erste Ergebnis, haben sie trotzdem noch mitbekommen. Und der Ausgang stimmt das Quartett zufrieden. „Gut so“, kommentiert Niko kurz und bündig den Wahltag.
Nichts mit den Wahlen am Hut hatten jene, die mit Begeisterung und mehr oder weniger gekonnt ihre Kurven auf dem kleinen Eislaufplatz drehten. Hier machte die hohe Politik definitiv Pause.
