Es muss nicht immer das große Gartenbeet sein

Spezial / 24.03.2016 • 19:48 Uhr
Bereits jetzt kann Gemüse angebaut werden. Foto: OGV
Bereits jetzt kann Gemüse angebaut werden. Foto: OGV

Tipps und Tricks rund um den Anbau von hauseigenem Obst
und Gemüse.

Bregenz. (VN-ger) Noch schnell einen frischen Salat fürs Mittagessen pflücken, aus den selbst angebauten Tomaten ein Sugo kochen und den Kuchen mit Äpfeln backen, die direkt vor der Tür wachsen – frisches Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau ist der Traum vieler Vorarlberger Pflanzenfreunde. „Aktuell wachsen Kopfsalat, Schnittsalat, Kohlrabi, Nüsslisalat, Schnittknoblauch, Schnittlauch, die würzigen Asia-Salate oder Rucola im Hochbeet“, enu­me­rie­rt Harald Rammel, Garten- und Gemüsebauexperte in der Landwirtschaftskammer und Vorstandsmitglied des Verbands Obst- und Gartenkultur Vorarlberg (OGV). Mit einem Gartenvlies als Schutz könnte die nächtliche Kälte etwas abgemildert und trotzdem eine gute Belüftung gewährleistet werden. Ziehe man die Pflänzchen selbst, sei der Blick auf den Wetterbericht ein Muss. „Natürlich müssen die Pflanzen auch auf ihre Freiluftsaison vorbereitet werden. Durch gutes Lüften und hell stellen der Setzlinge bleiben sie kompakt. Auch mit vorsichtigerem Wässern werden sie aufs harte Leben im Freien vorbereitet“, führt der Experte aus.

Wer keinen Garten hat, muss noch lange nicht auf den Anbau von eigenem Obst und Gemüse verzichten. „Gärtnern im Topf ist keine Hexerei, wenn man ein paar Dinge beachtet“, sagt Rammel. Zum einen sollte der Topf möglichst groß sein. „30 bis 50 Zentimeter wäre gut, es eigenen sich aber auch die verschiedensten Gebinde.“ Wichtig sei, dass überschüssiges Wasser abfließen könne. „Gute Gärtnererde mit darin enthaltenen Nährstoffen braucht es auch, sonst wächst es nicht. Und natürlich bis zur Ernte regelmäßig Wasser. Einerseits zur Kühlung, andererseits zum Nährstofftransport in der Pflanze“, erläutert Rammel.

Kleinfrüchtige Sorten

Verschiedene Salate, Radieschen, Kohlrabi, Rucola, Schnittlauch und Petersilie könnten jetzt anpflanzen werden. Auch für viele Gewürzkräuter wie Salbei, Thymian, Rosmarin oder Bergbohnenkraut sind die noch kühlen Nächten laut Rammel kein Problem. „Ab Mitte Mai kommt die Zeit der vorgezogenen Tomaten, Chili, Paprika, Gurken oder Basilikum.“

Bei Fruchtgemüse, das im Topf gepflanzt wird, empfiehlt der Experte kleinfrüchtige Sorten. „Da hat man schneller und vor allem länger Freude damit. Auch ist die Ernährung der kleineren Früchte weniger anspruchsvoll“, berichtet er. Weniger geeignet seien Kraut, Brokkoli oder Wirsing, da diese viele Nährstoffe, einen tiefgründigeren Wurzelraum und vor allem auch kühlere Standorte brauchen. „Gemüse liebt es generell sonnig bis maximal halbschattig, auf einer südseitigen Terrasse brennt die Sonne aber schon mal stark hin, wodurch der Gießdienst gefordert ist“, so Rammel.

Selbst auf Obst müssen Hobbygärtner mit Balkon oder Terrasse nicht verzichten. Im Fachhandel werden Zwerg- und Säulenbäumchen angeboten, die auf Kleinwüchsigkeit gezüchtet sind und Rammel zufolge durchaus auch einige Fruchtmuster hervorbringen. „Geschmacklich liegen sie aber gerne hinter den gewohnten Früchten zurück. Mehr Freude bringen Erdbeeren im Topf oder in Ampeln“, weiß der Gartenprofi.

Wer mehr Infos aus erster Hand möchte: Auf der Frühjahrsmesse Schau! in Dornbirn will der Verband Obst- und Gartenkultur Vorarlberg die Möglichkeiten des urbanen Gärtnerns aufzeigen. „Am Stand zeigen wir einige Pflanzsituationen, geben vor allem wertvolle Praxistipps für den Anbau und bieten eine Reihe erfahrener Freizeitgärtner zur Beratung auf“, verrät OGV-Obmann Markus Amann.

Frisches Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau ist ein Traum vieler Hobbygärtner. Foto: VN/Steurer
Frisches Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau ist ein Traum vieler Hobbygärtner. Foto: VN/Steurer