Polizei beobachtet zehn Personen

Vasiljievs Leiche soll bei Sinjar gefunden worden sein. Kurden eroberten das Gebiet vor Kurzem zurück.
Schwarzach. Zehn Vorarlberger befinden sich derzeit unter intensiver Beobachtung des Verfassungsschutzes, erklärte Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (62, ÖVP) auf VN-Nachfrage. Einige bewegen sich im Umfeld eines Gebetshauses in Feldkirch Nofels. „Aber nicht alle“, führte Schwärzler aus. Besagtes Gebetshaus weise „salafistisch-islamistische Züge“ auf, gehöre aber nicht zu einer der großen Gemeinschaften. Auch ein Rückkehrer befindet sich im Land, er sitzt derzeit im Gefängnis. Ihm konnte eine Beteiligung mittels Videos und Fotos nachgewiesen werden. Ein weiterer Mann, der nach Syrien reiste, aber nicht kämpfte, steht unter Beobachtung. Die Gefahr im Land sei allerdings nicht höher als bisher.
Der selbsternannte Islamische Staat (IS) befindet sich in Syrien und im Irak momentan unter starkem Beschuss. Die internationale Gemeinschaft intensivierte die Luftangriffe, auch kurdische Erfolge werden häufiger. Vor wenigen Wochen starteten kurdische Kämpfer eine Offensive in Sinjar im Irak, laut offiziellen Angaben mit 7500 Kämpfern.
Sinjar liegt auf einer Verbindungslinie zwischen der nordirakischen IS-Hochburg Mossul und den in Syrien von den Extremisten kontrollierten Gebieten. Durch den Verlust von Sinjar kann die Dschihadistengruppe nun nicht mehr ungehindert Kämpfer und Versorgungsgüter zwischen den beiden Regionen hin- und herschicken. Sinjar hat nicht nur strategische Bedeutung, auch großen symbolischen Wert: Im Sommer vergangenen Jahres waren infolge der IS-Offensive im Nordirak Zehntausende Jesiden in die karge Bergregion rings um die Stadt geflohen, wo sie weder Wasser noch Essen hatten. Tausende Männer wurden getötet, Frauen und Kinder entführt und versklavt. Die Vereinten Nationen sprachen von versuchtem Völkermord. In dieser Gegend soll die Leiche von Deni Vasiljiev gefunden worden sein.