„Wir müssen schauen, dass sie Fuß fassen“

Spezial / 11.09.2015 • 21:28 Uhr
Egon Blum hat jahrzehntelang mit Jugendlichen im Ausbildungsbereich gearbeitet. Er unterstützt die VN-Aktion „Vorarlberg hilft“. Fotos: VN/Reuters
Egon Blum hat jahrzehntelang mit Jugendlichen im Ausbildungsbereich gearbeitet. Er unterstützt die VN-Aktion „Vorarlberg hilft“. Fotos: VN/Reuters

Die VN und VOL.AT starten mit der Aktion „Vorarlberg hilft“. Mit Russ-Preis-Träger Egon Blum an der Spitze.

Schwarzach. (VN) Die Flüchtlingssituation lässt in Vorarlberg kaum jemand kalt. Bemerkenswert, wie viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ihre Hilfe anbieten. Koordinationsstellen im Land, im Bund, in der Gemeinden – alle freuen sich über zahlreiche Anfragen. Aber eines ist gewiss: Der Zuzug nach Europa wird in nächster Zeit in der jetzigen Form weitergehen. Mehr noch: Alleine in den vergangenen Tagen sind mehrere Tausend Menschen in Nickelsdorf im Burgenland angekommen. Die Menschen kommen. Punkt. Um die globalen Lösungen müssen sich andere kümmern. Aber was können wir tun?

Einen Beitrag leisten

Die VN als Landeszeitung sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Deshalb starten wir zusammen mit VOL.AT die Aktion „Vorarlberg hilft“. Wir wollen damit allen hilfsbereiten Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern helfen, damit ihr Hilfsangebot an die richtigen Stellen gelangt. Außerdem wollen wir weitere Menschen animieren, ihren Beitrag zu leisten. Viele engagierte und bekannte Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern unterstützen „Vorarlberg hilft“.

Ein Mann wird uns dabei unterstützen, der wie kein zweiter dafür in Frage kommt: Lehrlingsexperte und Dr.-Toni-Russ-Preis-Träger Egon Blum. Er stellt sein Know-how im Integrations- und Ausbildungsbereich zur Verfügung und wird „Vorarlberg hilft“ mit anführen. „Egal, weshalb die Menschen hier sind. Sie sind hier. Jetzt müssen wir schauen, dass sie Fuß fassen und sich integrieren“, weist Blum auf unsere Verantwortung hin.

Derzeit befinden sich rund 2200 Asylwerber in Vorarlberg. Viele davon werden bleiben. Das Zusammenleben kann nur funktionieren, wenn wir die Neuankömmlinge willkommen heißen und in die Gesellschaft integrieren. Sei es am Arbeitsmarkt, sei es am Wohnungsmarkt, sei es in Sportvereinen und im Dorfleben. Oder wie es Vorarlbergs Bischof Benno Elbs – ein Unterstützer von „Vorarlberg hilft“ – sagt: „Das Wichtigste ist ein Klima der Gastfreundschaft. Dieses entsteht durch kleine Zeichen. Durch Geschenke, Einladungen, wenn man jemandem zum Amt begleitet, einen Spaziergang macht, Kleidung schenkt oder mit den Flüchtlingen Deutsch lernt“.

Sprache als Schlüssel

Aus der Glücksforschung ist bekannt, was Menschen brauchen, um sich wohlzu- fühlen. Im Grunde braucht es zwei wichtige Faktoren: Erstens: Dazugehören zu dürfen. Zweitens: Zeigen, was man kann. Zeigen was man kann bedeutet: aktiv sein, mithelfen, arbeiten. Der Arbeitsmarkt ist jetzt schon angespannt – er wird in Zukunft noch zu einer größeren Herausforderung. Für Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) ist klar: „Jene, die Asyl bekommen, müssen rasch die deutsche Sprache lernen, als Voraussetzung für die Vermittlung am Arbeitsmarkt. Außerdem sollen Asylwerber stark in gemeinnützige Arbeit eingebunden werden.“

Für Egon Blum ist Aus- und Weiterbildung schon seit jeher ein besonderes Anliegen: „Dafür werde ich mich besonders engagieren.“ In seiner langjährigen Tätigkeit bei der Firma Blum, in der Elektro- und Metallindustrie und als Lehrlingsbeauftragter der Bundesregierung weiß er, auf was es bei der Integration im Hinblick auf die Ausbildung der Menschen ankommt. Schritt eins: die Sprache. „Deshalb müssen wir uns im ersten Schritt einmal auf den Deutschunterricht fokussieren“, ist sich Blum sicher. Er bekommt Unterstützung vom Landeshauptmann: „Ohne Sprachkenntnisse ist eine Integration nicht möglich.“

Sie sind Lehrer? Vielleicht schon in Pension? Und wollen sich engagieren? Dann melden Sie sich! Werden Sie Teil der bereits riesigen Vorarlberger Hilfsgemeinschaft.

Eine der Hauptaufgaben derzeit, mit der sich auch die Politik plagt, ist die Quartierssuche. Die Frage nach Unterkunft steht am Anfang der ganzen Debatte. Für Asylwerber werden eiligst Fabriks- und Tennishallen umfunktioniert und mit dem Nötigsten ausgestattet. Die Frage der Unterkunft geht jedoch weiter. Wenn Asylwerber den Asylstatus zugesprochen bekommen (also Konventionsflüchtlinge sind), fallen sie nach einigen Monaten aus der Grundversorgung. Sie dürfen arbeiten und brauchen eine Wohnung, damit für nachkommende Asylwerber Platz geschaffen wird. Politik und Öffentlichkeit stemmen die Frage der Unterkunft nicht alleine. Die Zivilgesellschaft ist gefragt. Sie haben eine Unterkunft für Asylwerber? Oder eine Wohnung für Konventionsflüchtlinge? Melden Sie sich! „Vorarlberg hilft“.

Jeder ist gefragt

Sie haben sonst einen Vorschlag? Sie würden bei Behördenwegen helfen? Sie wollen mit Asylwerbern einen Garten betreiben? Sie wollen sie in Ihren Verein mitnehmen? Sie haben eine Idee? Sie wollen wandern gehen? Schreiben Sie uns, melden Sie sich. Wir freuen uns, Vorarlberg wird es Ihnen danken.

Wir werden die zukünftigen Herausforderungen nur gemeinsam lösen können. Wenn Vorarlberg an einem Strang zieht, wenn Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zusammenstehen, dann können wir etwas bewegen. „Vorarlberg hilft“.

Wir müssen uns in einem ersten Schritt einmal auf den Deutschunterricht fokussieren.

Egon Blum
Peter Klinger, Caritas Vorarlberg: Die Caritas begleitet Flüchtlinge seit Jahrzehnten. Angefangen von der Zwischenkriegszeit, über den Ungarn-Aufstand, der Jugoslawienkrise bis heute. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen in Vorarlberg bereit sind zu helfen, Schutz zu bieten, Herbergen zur Verfügung zu stellen, zu integrieren in dieses wunderschöne Land. Es passiert schon sehr viel Engagement. Aber es wird in den nächsten Jahren noch mehr nötig sein. Integrationsarbeit wird von Aug’ zu Aug’, von Familie zu Familie funktionieren. Das können keine Institutionen machen. Deshalb sind solche Aktionen wie „Vorarlberg hilft“ wichtig, ehrenamtliches Engagement klug und professionell zu vernetzen. Ich habe noch einen Appell: Wenn Sie eine leere Wohnung haben, stellen Sie diese zur Verfügung. Diese Aufgabe wird uns in den nächsten Monaten besonders begleiten.

Peter Klinger, Caritas Vorarlberg: Die Caritas begleitet Flüchtlinge seit Jahrzehnten. Angefangen von der Zwischenkriegszeit, über den Ungarn-Aufstand, der Jugoslawienkrise bis heute. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen in Vorarlberg bereit sind zu helfen, Schutz zu bieten, Herbergen zur Verfügung zu stellen, zu integrieren in dieses wunderschöne Land. Es passiert schon sehr viel Engagement. Aber es wird in den nächsten Jahren noch mehr nötig sein. Integrationsarbeit wird von Aug’ zu Aug’, von Familie zu Familie funktionieren. Das können keine Institutionen machen. Deshalb sind solche Aktionen wie „Vorarlberg hilft“ wichtig, ehrenamtliches Engagement klug und professionell zu vernetzen. Ich habe noch einen Appell: Wenn Sie eine leere Wohnung haben, stellen Sie diese zur Verfügung. Diese Aufgabe wird uns in den nächsten Monaten besonders begleiten.

Bischof Benno Elbs: Es gibt so viele gute Initiativen und Ideen. „Vorarlberg hilft“ finde ich gut, weil es engagierte Personen und Organisationen vor den Vorhang holt und dadurch weitere Menschen animiert. Es schafft ein Klima der Nächstenliebe und der Gastfreundschaft. Das gefällt mir sehr gut.

Bischof Benno Elbs: Es gibt so viele gute Initiativen und Ideen. „Vorarlberg hilft“ finde ich gut, weil es engagierte Personen und Organisationen vor den Vorhang holt und dadurch weitere Menschen animiert. Es schafft ein Klima der Nächstenliebe und der Gastfreundschaft. Das gefällt mir sehr gut.

Norbert Loacker, Vorsitzender des ÖGB Vorarlberg: Wir unterstützen die Aktion „Vorarlberg hilft“ vollinhaltlich. Die Zustimmung und die Bereitschaft zu helfen ist in der Gewerkschaft sehr groß. Die ÖGB-Jugend ist bereits aktiv geworden und schnürt für die Kinder, die flüchten mussten, Startpakete, die sehr gut ankommen. Bei den Kindern wie bei den Spendern. Wir helfen gerne mit, wo es etwas zu helfen gilt.

Norbert Loacker, Vorsitzender des ÖGB Vorarlberg: Wir unterstützen die Aktion „Vorarlberg hilft“ vollinhaltlich. Die Zustimmung und die Bereitschaft zu helfen ist in der Gewerkschaft sehr groß. Die ÖGB-Jugend ist bereits aktiv geworden und schnürt für die Kinder, die flüchten mussten, Startpakete, die sehr gut ankommen. Bei den Kindern wie bei den Spendern. Wir helfen gerne mit, wo es etwas zu helfen gilt.

Miss Vorarlberg Olivera Tosic: Wir können froh und dankbar sein, in Ruhe und Sicherheit zu leben. Was die Flüchtlinge nach all dem, was sie in ihrer Heimat erlebt haben, brauchen, ist Schutz und Geborgenheit. Wir können nicht in sie hineinblicken und all die schlechten Erinnerungen einfach auslöschen, aber wir können durch eine Spende helfen, dass es ihnen ein wenig besser geht. Deswegen unterstütze ich die Aktion „Vorarlberg hilft.“

Miss Vorarlberg Olivera Tosic: Wir können froh und dankbar sein, in Ruhe und Sicherheit zu leben. Was die Flüchtlinge nach all dem, was sie in ihrer Heimat erlebt haben, brauchen, ist Schutz und Geborgenheit. Wir können nicht in sie hineinblicken und all die schlechten Erinnerungen einfach auslöschen, aber wir können durch eine Spende helfen, dass es ihnen ein wenig besser geht. Deswegen unterstütze ich die Aktion „Vorarlberg hilft.“

Landeshauptmann Markus Wallner: Die Hilfsbereitschaft der Vorarlberger Bevölkerung ist mitverantwortlich dafür, dass Vorarlberg bei der Bewältigung der Herausforderungen der Flüchtlingssituation einen beachtlichen Beitrag leisten kann. Die Aktion „Vorarlberg hilft“ stärkt die Hilfsbereitschaft im Land weiter.

Landeshauptmann Markus Wallner: Die Hilfsbereitschaft der Vorarlberger Bevölkerung ist mitverantwortlich dafür, dass Vorarlberg bei der Bewältigung der Herausforderungen der Flüchtlingssituation einen beachtlichen Beitrag leisten kann. Die Aktion „Vorarlberg hilft“ stärkt die Hilfsbereitschaft im Land weiter.

Landesrat Erich Schwärzler: Die Kriegsflüchtlinge unterzubringen, ist eine große Herausforderung für unser Land. In vielen Initiativen im Land und nun durch die Initiative der Vorarlberger Nachrichten, „Vorarlberg hilft“, wird den Kriegsflüchtlingen die Hand gereicht, und sie erleben damit ein Land der Solidarität. Dafür gilt es, Danke zu sagen.

Landesrat Erich Schwärzler: Die Kriegsflüchtlinge unterzubringen, ist eine große Herausforderung für unser Land. In vielen Initiativen im Land und nun durch die Initiative der Vorarlberger Nachrichten, „Vorarlberg hilft“, wird den Kriegsflüchtlingen die Hand gereicht, und sie erleben damit ein Land der Solidarität. Dafür gilt es, Danke zu sagen.

Roland Gozzi, Rotes Kreuz: Wir sollten Hände reichen, und wenn uns der Krieg in Syrien jetzt schutzbedürftige Menschen ins Land treibt, halte ich es mit einem chinesischen Sprichwort, das sagt: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.

Roland Gozzi, Rotes Kreuz: Wir sollten Hände reichen, und wenn uns der Krieg in Syrien jetzt schutzbedürftige Menschen ins Land treibt, halte ich es mit einem chinesischen Sprichwort, das sagt: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.

Landesrätin Katharina Wiesflecker: Ich begrüße die Aktion, weil diese Situation nur durch die Zusammenarbeit aller gemeistert werden kann. Wenn jetzt Menschen auf der Flucht sind, dürfen wir die eigene europäische Geschichte nicht vergessen. Auch hier hat es in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Flüchtlingsströme gegeben. Wer vor Krieg, Zerstörung und der Bedrohung seines Lebens fliehen muss, tut das nicht freiwillig. Hilfe, Unterstützung und Solidarität sind daher ein Gebot der Stunde. Ich bin tief beeindruckt über das große Engagement so vieler Menschen, die helfen.

Landesrätin Katharina Wiesflecker: Ich begrüße die Aktion, weil diese Situation nur durch die Zusammenarbeit aller gemeistert werden kann. Wenn jetzt Menschen auf der Flucht sind, dürfen wir die eigene europäische Geschichte nicht vergessen. Auch hier hat es in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Flüchtlingsströme gegeben. Wer vor Krieg, Zerstörung und der Bedrohung seines Lebens fliehen muss, tut das nicht freiwillig. Hilfe, Unterstützung und Solidarität sind daher ein Gebot der Stunde. Ich bin tief beeindruckt über das große Engagement so vieler Menschen, die helfen.

Harald Gfader, Künstler: Jetzt können wir Vorarlberger und AlemannInnen unter Beweis stellen, wer wir sind bzw. wie offen und vorurteilsfrei wir wirklich sind. Akzeptanz und Toleranz sind wesentliche Aspekte im Leben. Wichtig ist mir außerdem, dass wirklich etwas getan wird, dass wir das Thema jetzt konkret anpacken, uns einsetzen, deshalb finde ich diese Initiative gut.

Harald Gfader, Künstler: Jetzt können wir Vorarlberger und AlemannInnen unter Beweis stellen, wer wir sind bzw. wie offen und vorurteilsfrei wir wirklich sind. Akzeptanz und Toleranz sind wesentliche Aspekte im Leben. Wichtig ist mir außerdem, dass wirklich etwas getan wird, dass wir das Thema jetzt konkret anpacken, uns einsetzen, deshalb finde ich diese Initiative gut.

Thomas Auer, Eishockeyspieler: Das Leid, das da passiert, bricht mir das Herz. Ich bin dankbar, dass es meiner Familie gut geht. Was man so aus den Medien mitbekommt, ist es ein Skandal, wie die Flüchtlinge behandelt werden. Jede Initiative ist zu begrüßen. Ich mische mich politisch nicht ein, weil ich die Hintergründe zu wenig kenne, aber auf dieser Ebene laufen sicher einige Dinge falsch.

Thomas Auer, Eishockeyspieler: Das Leid, das da passiert, bricht mir das Herz. Ich bin dankbar, dass es meiner Familie gut geht. Was man so aus den Medien mitbekommt, ist es ein Skandal, wie die Flüchtlinge behandelt werden. Jede Initiative ist zu begrüßen. Ich mische mich politisch nicht ein, weil ich die Hintergründe zu wenig kenne, aber auf dieser Ebene laufen sicher einige Dinge falsch.

Damir Canadi, Trainer Cashpoint SCR Altach: Für mich steht es außer Frage, dass geholfen werden muss. Ich verspüre aber auch gemischte Gefühle, denn nur helfen ist zu wenig. Viel wichtiger ist eine Integration in unsere Gesellschaft, wie es etwa in Schweden passiert. Deshalb begrüße ich jegliche Initiativen in diese Richtung.

Damir Canadi, Trainer Cashpoint SCR Altach: Für mich steht es außer Frage, dass geholfen werden muss. Ich verspüre aber auch gemischte Gefühle, denn nur helfen ist zu wenig. Viel wichtiger ist eine Integration in unsere Gesellschaft, wie es etwa in Schweden passiert. Deshalb begrüße ich jegliche Initiativen in diese Richtung.

Rita Mittelberger, Leiterin Westend: Mir ist es ein Anliegen, dass die Menschen, so sie das wollen, auch am Kulturangebot teilhaben können. Ich biete selbst mit Hilfe einer Freundin, die arabisch spricht, Führungen im KUB an. Jegliche Vernetzung ist wichtig, wenn es darum geht, Menschen Hilfe und Begleitung anzubieten. Es gibt viele Vorarlberger, die sich diesbezüglich gerne engagieren. Tun wir uns zusammen.

Rita Mittelberger, Leiterin Westend: Mir ist es ein Anliegen, dass die Menschen, so sie das wollen, auch am Kulturangebot teilhaben können. Ich biete selbst mit Hilfe einer Freundin, die arabisch spricht, Führungen im KUB an. Jegliche Vernetzung ist wichtig, wenn es darum geht, Menschen Hilfe und Begleitung anzubieten. Es gibt viele Vorarlberger, die sich diesbezüglich gerne engagieren. Tun wir uns zusammen.