Der Gegenpol zur industriellen und globalen Weinwelt

Naturweine werden möglichst ohne Zusätze und ohne aufwendige Technik produziert.
Schwarzach. Naturweine stellen einen Gegenpol zur industriellen und globalen Weinwelt dar. Eine alternative Weinszene beschäftigt sich mit Stilistiken der Vergangenheit, mit einer neuen Ästhetik und einer Neubewertung von Traditionen. Der international etablierte Begriff „orange“ steht für diese experimentellen Weine. Eine genauere Definition ist allerdings notwendig, um den verschiedenen Weinstilen gerecht zu werden.
„Natural Wines“
Naturweine sind Weine, bei denen der biologische oder biodynamische Weinbau im Vordergrund steht. Im Keller verzichten die Naturweinwinzer auf jeglichen Eingriff und überlassen die Weinwerdung der Natur. Der reduktive Ausbau von Weißweinen, bei dem der Fruchtcharakter der Weine im Vordergrund steht, wird durch einen gezielten Kontakt der Weine mit Sauerstoff ersetzt.
Viele Winzer verzichten auf den Einsatz von Schwefel oder arbeiten nur mit minimalen Dosierungen. Die Weine bekommen eine dunklere Farbe und leicht oxidative Noten.
„Orange Wines“
Die heute unter dem Begriff „Orange Wines“ vermarkteten Weine orientieren sich an einer Weinherstellung, die aus Georgien bekannt ist. Seit vielen Tausend Jahren findet die Vergärung von weißen Rkatsiteli-Trauben traditionell in „Kvevris“, Tongefäßen mit 1000 Litern Inhalt, statt. Nach der Gärung werden sie luftdicht verschlossen und monatelang in der Erde vergraben. Während dieser Zeit entwickeln sich Aromen. Die Feststoffe, die aus Kernen, Beerenschalen und Hefen bestehen, sinken zu Boden. Der Wein wird kristallklar. Heute werden „Orange Wines“ in den verschiedenen Weinbaugebieten der Welt auf unterschiedlichste Art hergestellt: die Weine sind reinsortig oder cuvéetiert, der Schwefeleinsatz variiert je nach Erzeuger, die für die Gärung verwendeten Behältnisse orientieren sich an der Philosophie des Winzers und reichen von verschiedenen Tongefäßen bis zu Holzfässern.
Die gemeinsamen Merkmale von „Orange Wines“ sind die Verwendung von weißen Trauben, die Maischegärung, die sonst nur für Rotweine angewendet wird, der daraus resultierende Tanningehalt und die orange Farbe.
Experimentell
„Orange Wines“ sind für eine experimentelle Küche, die mit asiatischen, orientalischen oder nordischen Elementen arbeitet, perfekte Begleiter. Sie sind in vielen Toprestaurants ein Bestandteil der Weinkarte.


