Tagesprotokoll International

Wien: Der „Tag der Arbeit“ wird in Wien erstmals seit dem Jahr 1933 wieder gefeiert, allerdings nicht zentral, sondern in den Bezirken und gemeinsam von den drei Gründungsparteien der Zweiten Republik, SPÖ, ÖVP und KPÖ. Die provisorische Stadtregierung beschließt das Gesetz über das Verbot der NSDAP und aller ihrer Gliederungen, ein weiteres Gesetz bestimmt grundsätzlich die Rückgabe von gestohlenem (arisiertem) jüdischem Eigentum. Und die Wiener Staatsoper eröffnet die neue Spielzeit in der Volksoper mit Mozarts „Figaros Hochzeit“.
Berlin: Admiral Dönitz wird gemäß der testamentarischen Verfügung Adolf Hitlers faktisch „Reichspräsident“ ohne eine dafür vorgesehene Wahl, er ruft im Radio dazu auf, den Krieg im Osten weiterzuführen. Um 22.30 Uhr meldet der deutsche Reichsrundfunk: „Aus dem Führerhauptquartier wird gemeldet, dass unser Führer Adolf Hitler heute Nachmittag in seinem Befehlsstand in der Reichskanzlei, bis zum letzten Atemzug gegen den Bolschewismus kämpfend, für Deutschland gefallen ist.“
Tarakan: Start der „Operation Oboe“ von alliierten Verbänden aus Großbritannien, USA und Australien zur Befreiung des japanisch besetzten Borneo im Pazifik. Die beginnenden Luft- und Landangriffe konzentrieren sich zunächst auf die Rückeroberung der strategisch wichtigen Stadt Tarakan.
Vor Korea: B24-Bomber der US-Armee greifen japanische Einheiten auf See vor Korea an. Sie versenken 26 Schiffe, darunter zehn Tanker, und beschädigen acht weitere.
Vor Rhodos: In der Ägäis stoßen britische Zerstörer-Verbände gegen Rhodos vor, wo immer noch deutsche Einheiten in Stellung sind.