Dr. Zweigelt, ein Ordensinstitut und Karl der Große

Spezial / 26.03.2015 • 20:49 Uhr
St. Laurent Selection 2011, Weingut Juris, Gols, Burgenland. Das Weingut Juris befindet sich im Zentrum von Gols, einem Ort, in dem der Weinbau die wichtigste Lebensgrundlage ist. Für Georg Stiegelmar ist St. Laurent eine Passion, ein Spiel mit der Rebsorte, um daraus einen Wein zu erzeugen, der geradlinig und komplex ist, mit roten Johannisbeeren, Brombeeren und Chilischokolade, mit zartbitteren Tanninen und einem gut strukturierten Körper. Gesehen bei Amann Summer Rieder Weinvision, 10,70 Euro
St. Laurent Selection 2011, Weingut Juris, Gols, Burgenland. Das Weingut Juris befindet sich im Zentrum von Gols, einem Ort, in dem der Weinbau die wichtigste Lebensgrundlage ist. Für Georg Stiegelmar ist St. Laurent eine Passion, ein Spiel mit der Rebsorte, um daraus einen Wein zu erzeugen, der geradlinig und komplex ist, mit roten Johannisbeeren, Brombeeren und Chilischokolade, mit zartbitteren Tanninen und einem gut strukturierten Körper. Gesehen bei Amann Summer Rieder Weinvision, 10,70 Euro

Drei österreichische Rotweinrebsorten – Zweigelt, Blaufränkisch, St. Laurent. 

Schwarzach. Die nach Dr. Zweigelt benannte Rebsorte ist Österreichs erfolgreichste Neuzüchtung aus St. Laurent und Blaufränkisch. Heute ist Zweigelt die am meisten angebaute Rotweinrebsorte Österreichs. Sie stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden oder die Lage und liefert gute Erträge. Die Bandbreite der Weine, die auf den Markt kommen, ist groß: einfache Zweigelt, die einen unkomplizierten Trinkgenuss versprechen, mittelgewichtige, primärfruchtige Weine, die an einen Beaujolais erinnern und gehaltvolle, opulente Zweigelt, die nach Kirschen und Schokolade duften und Anklänge von Marzipan aufweisen.

St. Laurent ist erst seit 150 Jahren namentlich bekannt. In Österreich wurde die Rebsorte durch das Stift Klosterneuburg verbreitet. Laut Ampelographie ist St. Laurent eine Burgunderkreuzung. Damit verbindet sie die Finesse, Eleganz und Feingliedrigkeit eines Burgunders mit der Kraft und Würze eines Rhone-Weines.

St. Laurent ist eine schwierige Rebsorte, die im Weingarten und Keller viel Aufwand verlangt, Talent, Idealismus und Leidenschaft (Axel Stiegelmar, Gerhard Pittnauer). In Verbindung mit günstigen Klima- und Bodenverhältnissen entstehen qualitativ hochwertige Weine, die das Terroir und die Sortentypizität widerspiegeln.

Fränkische Reben

Der Name der Rebsorte Blaufränkisch geht auf Karl den Großen (742 bis 814 n. Chr.) zurück, der alle edlen Reben als „fränkische“ und alle unedlen als „hunnische“ bezeichnete. Blaufränkisch ist eine spätreifende Rebsorte, die gute Lagen benötigt, um ihre Feinheiten ausspielen zu können. Neben Fruchtaromen und einer intensiven Würzigkeit ist es die Balance zwischen Alkohol, Tannin und Säure, die den Wein groß macht.

Blaufränkisch wird in verschiedenen Stilen ausgebaut: klassisch mit einem Duft nach dunklen Beeren und Kirschen, oder als Lagenwein mit den mineralischen Komponenten des Terroirs, mit Zwetschken- und Brombeer­aromen, Kräutern, Zimt und Vanille.

Blaufränkisch Hochäcker 2011, Weingut Kerschbaum, Horitschon, Burgenland. Die Lage Hoch­äcker gehört zu den ältesten Rieden Horitschons, der mit seinem harten lehmigen Untergrund die besten Voraussetzungen für den Anbau von Blaufränkisch liefert. Der Blaufränkisch Hochäcker von Kerschbaum zeigt sich sortentypisch, würzig, mit Kräutern, Brombeer- und Heidelbeeraromen, mit weichen Tanninen, einer gut eingebundenen Säure, einem ausgewogenen Körper und einem Lagerpotenzial von drei bis vier Jahren. Gesehen bei Amann Summer Rieder Weinvision, 10,80 Euro
Blaufränkisch Hochäcker 2011, Weingut Kerschbaum, Horitschon, Burgenland. Die Lage Hoch­äcker gehört zu den ältesten Rieden Horitschons, der mit seinem harten lehmigen Untergrund die besten Voraussetzungen für den Anbau von Blaufränkisch liefert. Der Blaufränkisch Hochäcker von Kerschbaum zeigt sich sortentypisch, würzig, mit Kräutern, Brombeer- und Heidelbeeraromen, mit weichen Tanninen, einer gut eingebundenen Säure, einem ausgewogenen Körper und einem Lagerpotenzial von drei bis vier Jahren. Gesehen bei Amann Summer Rieder Weinvision, 10,80 Euro
Zweigelt Reserve 2011, Sepp Moser, Apetlon. Das biodynamisch geführte Weingut von Sepp Moser liegt im pannonischen Flachland, das vom Klima des Neusiedler Sees geprägt ist. Der Zweigelt wächst auf tiefgründigen Schwarzerdeböden, die nur mit organischem Dünger versorgt werden. In der Nase und am Gaumen dominieren Kirsche, Weichsel und Schokolade. Präsente Tannine, eine gut integrierte Säure und ein ausgewogener Körper erzeugen ein harmonisches Gesamtbild und machen den Zweigelt zu einem guten Speisebegleiter für Lamm und Reh. Gesehen bei Amann Summer Rieder Weinvision, 12,80 Euro
Zweigelt Reserve 2011, Sepp Moser, Apetlon. Das biodynamisch geführte Weingut von Sepp Moser liegt im pannonischen Flachland, das vom Klima des Neusiedler Sees geprägt ist. Der Zweigelt wächst auf tiefgründigen Schwarzerdeböden, die nur mit organischem Dünger versorgt werden. In der Nase und am Gaumen dominieren Kirsche, Weichsel und Schokolade. Präsente Tannine, eine gut integrierte Säure und ein ausgewogener Körper erzeugen ein harmonisches Gesamtbild und machen den Zweigelt zu einem guten Speisebegleiter für Lamm und Reh. Gesehen bei Amann Summer Rieder Weinvision, 12,80 Euro

Ursula Schnell ist Weinakademikerin und Sommeliere an Schulen. An der HLW Rankweil unterrichtet sie Küche, Service und Ernährungslehre.