Von jung und spritzig bis elegant und mineralisch

Rieslinge bieten eine erstaunliche Aromavielfalt.
Dornbirn. Der Riesling zählt zu den feinsten Weißweinsorten der Welt, der sich je nach Anbaugebiet und Weinbautradition in unterschiedlichsten Stilrichtungen präsentieren kann: jung und spritzig, gereift und opulent, trocken und süß, elegant und mineralisch.
Der Riesling ist widerstandsfähig und robust. Gleichzeitig stellt er höchste Ansprüche an die Lage. Elegante und hochwertige Rieslinge wachsen auf Schiefer- oder Urgesteinsböden, die süd-, südwest- oder südöstlich ausgerichtet sind. Das Rückgrat des Rieslings bildet die Säure, die dem Wein seine filigrane und interessante Struktur verleiht.
Petrolnote
Rieslinge bieten eine erstaunliche Aromavielfalt. Bei trockenen Gewächsen sind es Pfirsich-, Marillen-, Apfel-, Birnen-, Zitronen- oder Grapefruitaromen. Bei halbtrockenen und edelsüßen Weinen erweitert sich das Aromaspektrum um Ananas, Melone, Stachelbeere, Passionsfrucht oder Quitte. Daneben finden sich feine Nuancen von Minze, Walnuss, Mandeln und Rose. Mineralische Noten wie Schieferduft, Feuerstein und Kiesel sind in der internationalen Weinwelt sehr geschätzt. Im Alter entwickeln Rieslinge Petrolnoten, die nach Bitterschokolade und Heizöl riechen und zum Charakteristikum gereifter Rieslinge gehören.
Rieslinge sind ideale Partner für Süßwasserfische wie Saibling, Forelle oder Hecht, für Meeresfrüchte, Meeresfische, für Geflügelspeisen, Kalbfleischgerichte, Spargelvariationen und Vorspeisen.
Zu den Riesling-Anbaugebieten Europas zählen Deutschland (Mosel, Rheingau, Rheinhessen), Österreich (Wachau, Kremstal, Kamptal, Weinviertel, Wagram, Traisental), Frankreich (Elsass) und Italien (Südtirol). Riesling-Anbaugebiete weltweit gibt es in den USA (Kalifornien und Oregon), in Australien (Barossa Valley, Clare Valley und Eden Valley) und in Neuseeland auf der Nord- und Südhalbinsel.


Ursula Schnell ist Weinakademikerin und Sommelière an Schulen. An der HLW Rankweil unterrichtet sie Küche und Service sowie Ernährungslehre.