Von der Meldung zur großen Katastrophe
Was zuerst unspektakulär klang, entwickelte sich zum Supergau.
Schwarzach. Am 26. Dezember 2004 löste ein Seebeben vor der Nordwestküste der indonesischen Insel Sumatra eine Reihe von verheerenden Tsunamis an den Küsten des Indischen Ozeans aus. Zahlen und Fakten zur Katastrophe:
» Die Nachricht: Die Katastrophe kündigte sich am 26. Dezember 2004 mit einer scheinbar unspektakulären Nachricht an. Die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtete um 4.54 Uhr in einer ersten Meldung: „Bei einem schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra sind nach Behördenangaben mehrere Menschen verletzt worden. Ein Bewohner des betroffenen Gebiets berichtete dem örtlichen Radiosender, durch eine Flutwelle seien neun Menschen getötet worden. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Laut Behörden entstanden größere Schäden an Brücken in der Provinz Aceh im Norden der Insel.“
» Das Ausmaß: Erst nach und nach wurde das gesamte Ausmaß der Katastrophe deutlich. Die Welt lernte das japanische Wort Tsunami kennen. Das Seebeben im indischen Ozean löste eine bis zu 40 Meter hohe Flutwelle aus, die schlussendlich mehr als 230.000 Menschen in
acht Ländern tötete. Das Beben vor der Nordwestküste Sumatras hatte eine Stärke von 9,1 auf der Richterskala und war das drittstärkste je gemessene Erdbeben. Die Energie, die sich entlud, glich der von 23.000 Atombomben.
» Die Schäden: Am schwersten betroffen war die Provinz Aceh im Norden Sumatras. Allein hier starben etwa 165.000 Menschen, insgesamt mehr als 110.000 Menschen wurden verletzt, über 1,7 Millionen Küstenbewohner rund um den Indischen Ozean wurden obdachlos.
» Die Hilfe: Nach Bekanntwerden des ganzen Ausmaßes der Katastrophe lief die weltweit größte Spendenaktion an. Aus Österreich kam Nothilfe für 300.000 Menschen in Indien, Sri Lanka, Thailand und Indonesien in Form von Essen, Kleidung, Hausrat und medizinischer Betreuung. In einem zweiten Schritt wurden Unterkünfte und öffentliche Gebäude finanziert. Auch die Vorarlberger Bevölkerung war zur Stelle. Die VN-Leser spendeten rund 400.000 Euro, die Projektpartner Land, Gemeindeverband, Rotes Kreuz und Caritas erhöhten die Summe, sodass 1,37 Millionen Euro bereit standen. Damit konnte Fischerfamilien in Südindien der Start in ein neues Leben ermöglicht werden.
» Der Jahrestag: Bei der Tsunami-Katastrophe kamen auch 86 Österreicherinnen und Österreicher ums Leben. Zum zehnten Jahrestag dieses tragischen Ereignisses wird am 26. Dezember in Khao Lak (Thailand) eine öffentliche Feier abgehalten. Für Angehörige von Opfern und Überlebende der Katastrophe aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es am Vormittag des 26. Dezember an der Küste von Khao Lak eine eigene deutschsprachige Gedenkfeier.
Weitere Infos dazu unter Tel. 0901150-4411 oder E-Mail: buergerservice@bmeia.gv.at