„Ausnahmeexemplar“ mit Mut zum Wagnis

Spezial / 23.07.2014 • 21:58 Uhr
In Anerkennung seiner großen Verdienste wurde David Pountney das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.
In Anerkennung seiner großen Verdienste wurde David Pountney das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.

Bregenzer Festspiele mit Auszeichnung für den Intendanten David Pountney eröffnet.

Bregenz. Mit Mut zum Wagnis, basierend auf Tradition und humanistischer Weltsicht, gepaart mit einer außerordentlich kreativen Inspiration, umschrieb Präsident Hans-Peter Metzler das Festspiel-Ethos, für dessen Aufbau man David Pountney „unbedingtes Vertrauen und die vollste Unterstützung“ schenkte. Der Intendant habe „den Bregenzer Festspielen einen besonderen, unverwechselbaren Stempel aufgedrückt“, so Bundespräsident Heinz Fischer, der in seiner Eröffnungsrede, in der er den Bregenzer Festspielen ausdrücklich seinen „tief empfundenen Respekt“ bezeugte, die abwechslungsreiche und engagierte Programmauswahl lobte: Der Festspielchef habe Team und Publikum mit Engagement, Leidenschaft und ansteckender Begeisterung motiviert und verzaubert: „Entweder ich war blind und taub, oder er ist ein Ausnahmeexemplar.“

Standing Ovations

In Anerkennung der „großen und unbestreitbaren Verdienste“ wurde dem scheidenden Intendanten das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen. Das Publikum bekundete den Worten des Staatsoberhauptes mehr als nur Zustimmung. Den Applaus und die Standing Ovations im Großen Saal des Festspielhauses hatte der Bundespräsident nach einiger Zeit schließlich abgebrochen, um das zu tun, wofür er angereist war, nämlich die 69. Bregenzer Festspiele offiziell zu eröffnen.

Kulturminister Josef Ostermayer verwies auf die Aktualität der programmierten Stücke, die sich auf die heutige Arbeitswelt („Das Leben am Rande der Milchstraße“), den Arabischen Frühling („Trans-Maghreb“) oder auf Zeiten politischer und wirtschaftlicher Krisen („Geschichten aus dem Wiener Wald“) bezögen. Kunst sei auch ein Bindeglied in einem Friedensprojekt wie der Europäischen Union, an deren Außengrenzen man heute wieder mit Nationalismus und Verhetzung konfrontiert sei. Er bedankte sich ausdrücklich beim ehemaligen Präsidenten Günter Rhomberg, den er für die interimistische Leitung der Bundestheater-Holding gewinnen konnte, und erwähnte, dass Elisabeth Sobotka, die Nachfolgerin von David Pountney, die bis Ende der Saison 2015 die Oper in Graz leitet, nun ihr Wissen in der Findungskommission für eine neue Burgtheaterdirektion einbringt. Präsident Metzler nahm die Gelegenheit wahr, die Bundespolitik auf die prekären Rahmenbedingungen in Bregenz hinzuweisen, durch die nicht nur die regionale Kulturversorgung, sondern auch die innovative Arbeit gefährdet sei, 24 Ur- und 21 Erstaufführungen habe David Pountney während seiner Intendanz ermöglicht. Metzler: „Unser Rezept ,Kunst finanziert Kunst‘ stößt an seine Grenzen! Keine Experimente darf es bei den Rahmenbedingungen geben, wenn wir nicht der Dunkelheit entgegengehen wollen. Gefährdet wäre die regionale Versorgung der Bürger mit sinnstiftender Unterhaltung und wertvoller Kunst. Gefährdet auch die Gelegenheit innovativer Arbeit für etablierte und junge Künstler. Und gefährdet wäre auch die dritte wichtige Aufgabe: Die Verantwortung für ein gutes Stück Wohlstand, der ausschließlich durch die Arbeit und den kontinuierlichen Erfolg der Bregenzer Festspiele geschaffen wird. Damit ist jeder einzelne von der öffentlichen Hand investierte Euro nicht nur ein Beitrag zur Erfüllung einer wichtigen kulturpolitischen Aufgabe unseres Gemeinwesens, sondern darüber hinaus ein ausgesprochen langer Hebel zur Absicherung unseres Wohlstandes!“

Der Erfolg der Bregenzer Festspiele ist hart erarbeitet und hat handfeste Ursachen.

BP Heinz Fischer
Hans-Peter Metzler wurde charmant zum Rednerpult geleitet: Der Festspielpräsident wies die Politik auf die Finanzsituation in Bregenz hin.
Hans-Peter Metzler wurde charmant zum Rednerpult geleitet: Der Festspielpräsident wies die Politik auf die Finanzsituation in Bregenz hin.
In Anerkennung seiner großen Verdienste wurde David Pountney das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.
In Anerkennung seiner großen Verdienste wurde David Pountney das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.
Hans-Peter Metzler wurde charmant zum Rednerpult geleitet: Der Festspielpräsident wies die Politik auf die Finanzsituation in Bregenz hin.
Hans-Peter Metzler wurde charmant zum Rednerpult geleitet: Der Festspielpräsident wies die Politik auf die Finanzsituation in Bregenz hin.