Weg frei für Obervermunt II: 600-Millionen-Projekt kommt

Spezial / 14.01.2014 • 20:13 Uhr
Weg frei für Obervermunt II: 600-Millionen-Projekt kommt

Mit positivem VwGH-Beschluss liegen alle Voraussetzungen für Baubeschluss vor.

Gaschurn. Frei nach dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut“ wurden nun die letzten Hürden für den Bau des Pumpspeicherwerks Obervermuntwerk II aus dem Weg geräumt. Damit wurde ein langes Verfahren abgeschlossen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung dauerte eineinhalb Jahre, Bedenken hatte im Vorfeld eine Bürgerinitiative geäußert, und gefordert, den Stromtransport unter die Erde zu verlegen. Zudem wurde aufgrund der höheren Stromtransporte eine Gesundheitsgefährdung in Form von elektromagnetischer Strahlung befürchtet. Dennoch gaben sich die Verantwortlichen von Illwerke und Land immer optimistisch.

Nun hat nach dem Verfassungsgerichtshof auch der Verwaltungsgerichtshof die Beschwerde der Bürger­initiative gegen den Bau des Pumpspeicherkraftwerks in Gaschurn/Partenen abgelehnt. Der positive Genehmigungsbescheid des Landes Vorarlberg bezüglich der Errichtung und des Betriebes des Obervermuntwerks II wurde zuvor auch schon vom Umweltsenat vollinhaltlich bestätigt. Damit herrscht nun Rechtssicherheit. Der Baubeschluss kann gefasst werden.

Baubeschlüsse zügig gefasst

Dazu wird am 31. Jänner eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates der Vorarlberger Illwerke AG einberufen. Auch die Vorarlberger Landesregierung muss dem Bau des Kraftwerksprojektes formal noch zustimmen. „Nach dem entsprechenden Beschluss im Illwerke-Aufsichtsrat werden wir den Baubeschluss in der Landesregierung zügig vorbereiten“, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner, der das Projekt als eines der wichtigsten seiner Amtszeit bezeichnet. Es sei ein Zeichen der starken Zukunftsgestaltung. „Wir zeigen, dass wir in Vorarlberg die Zukunft selbst in die Hand nehmen“, so der Landeshauptmann im Gespräch mit den VN.

Schon im Mai könnten die Bauarbeiten für das zweitgrößte Kraftwerk Vorarlbergs starten. Im Jahr 2018 soll das zweitgrößte Kraftwerk der Illwerke mit einer Leistung von 360 Megawatt im Turbinen- und im Pumpbetrieb dann ans Netz gehen und damit für die nötige Versorgungssicherheit im europäischen Verbundnetz sorgen.

Errichtet werden soll das Pumpspeicherwerk mithilfe des baden-württembergischen Energieversorgers EnBW, der sich vertraglich 50 Prozent der Speicher- und Regelenergie aus den Kraftwerken der Illwerke gesichert hat. Die EnBW investiert mit den Illwerken neben dem Obervermuntwerk II auch in die Errichtung des Rellswerks und finanziert die Erweiterungen der Umspannanlage Bürs mit, ein Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro.