„Japan wird bei Atomkraft bleiben“
Fukushima-Katastrophe war für viele keine Lehre, so die Greenpeace-Atomsprecherin.
Wien. (VN-ebi) Die Folgeschäden der Atomkatastrophe in Fukushima werden in Japan nicht zu einem Umdenken führen, befürchtet Greenpeace-Atomsprecherin Julia Kerschbaumsteiner. Auch in Europa müsse der Trend hin zur Atomkraft bekämpft werden. Österreich spiele dabei eine wichtige Rolle.
Trotz der Folgen in Fukushima will Japan zur Atomkraft zurück. Wie schätzen Sie das ein?
Kerschbaumsteiner: Momentan sind die Hoffnungen nicht allzu groß, dass es unter Ministerpräsident Shinzo Abe noch eine Abkehr von der Atomkraft geben wird.
Kann Japan überhaupt aus der Atomkraft aussteigen? Vor der Katastrophe hatte das Land ein Drittel der Elektrizität aus der Atomkraft gewonnen.
Kerschbaumsteiner: Nach der Katastrophe wurden alle Reaktoren heruntergefahren. Im Sommer des gleichen Jahres kam es zu keinen Stromausfällen. Natürlich ist der Abbau langfristig mit dem Aufbau von erneuerbaren Energien gekoppelt. Technisch ist es aber möglich.
Wird es in Europa langfristig zu einem Umdenken kommen?
Kerschbaumsteiner: Wir nehmen eher einen problematischen Trend wahr. Länder wie England und Frankreich versuchen die Atomkraft wieder in den politischen Alltag zu bringen. Problematisch ist auch, dass es auf EU-Ebene Umweltförderungen gibt, die der Atomkraft dienen. Bundeskanzler Werner Faymann hat angekündigt, dagegen vorzugehen.
Welches Gewicht hat Österreich in der Debatte?
Kerschbaumsteiner: Österreich hat eine bedeutende Rolle. Im Kampf gegen die Atomkraft sind wir Vorreiter. Es ist wichtig, dass man Allianzen mit größeren Partnern wie Deutschland und Italien schmiedet, um gegen Atomkraft einzutreten.
Österreich muss eine Allianz gegen die Atomkraft schmieden.
Julia Kerschbaumsteiner