Fest-Lauf im Pfändertunnel

Spezial / 30.06.2013 • 19:30 Uhr
Die Pfändertunnelröhre zu Fuß erkunden hieß es gestern – Tausende folgten der Einladung.
Die Pfändertunnelröhre zu Fuß erkunden hieß es gestern – Tausende folgten der Einladung.

Eröffnung: Der Pfändertunnel geht diese Woche mit zwei Röhren in Vollbetrieb.

Lochau, Bregenz. Die Sonne lachte gestern zum Festakt anlässlich der offiziellen Verkehrsfreigabe der beiden Pfändertunnelröhren von einem sommerlich blauen Himmel. Nach nahezu sechs Jahren intensiver Bauzeit – an der neuen Tunnelröhre und der Sanierung der bestehenden 32 Jahre alten Röhre –, haben Alois Schedl (Vorstand der Asfinag), Landeshauptmann Markus Wallner und Doris Bures (Bundesministerin für Verkehr) nun beide Röhren mit einem Schnitt durch das über die Fahrbahn am Nordportal gespannte rot-weiß-rote Band für den Verkehr freigegeben. „Der Verkehr wird rechtzeitig zum Ferienbeginn getrennt in zwei Röhren verlaufen. Mit dem Wegfall des Gegenverkehrsbereiches sollen schwere Unfälle und Staus nun der Vergangenheit angehören“, erklärte Bures eingangs im Gespräch mit Medienvertretern. Sie spielte auf den schweren Verkehrsunfall an, der sich rund zwei Stunden vor der Veranstaltung in der neuen Tunnelröhre ereignet hatte. (siehe Seite /B1).

Circa 30.000 Autolenker fahren täglich durch den Pfändertunnel. Im Jahr 2020 sollen es bereits 35.000 Fahrzeuge sein. Rund 200 Millionen Euro kosteten der Vollausbau und die Sanierung der Pfändertunnelröhren insgesamt. Für Bures sinnvoll investiertes Geld, wie sie mitteilte. An der Befristung der Korridorvignette werde, so Bures, weiter festgehalten. Für Landeshauptmann Markus Wallner war die Eröffnung „ein historischer Augenblick“, auf den man lange gewartet hatte. Musikalisch wurden die Feierlichkeiten zum einen beim Nordportal von der Musikkapelle Lochau untermalt und zum anderen beim Südportal von der Musikkapelle Bregenz-Vorkloster. Die evangelische Pfarrerin Sabine Neumann erbat für die beiden Tunnelröhren und die Autolenker den göttlichen Segen: „Die beiden Tunnel verbinden Menschen und Regionen.“ Der Verkehr wird in der Nacht vom 3. auf den 4. Juli in beiden Röhren rollen.

Sich den „Tunnel-Blick“ holen

Tausende Füße marschierten ab elf Uhr zum Südportal der sanierten Pfändertunnelröhre in Bregenz-Weidach. Wollten sich doch Herr und Frau Vorarlberger nicht die Gelegenheit entgehen lassen, zu Fuß die sanierte Pfändertunnelröhre zu erkunden. Bis in die Nachmittagsstunden hinein wurde mit Live-Musik ausgiebig am Südportal das gesellige Programm zur Tunneleröffnung mit einem „Tag des offenen Tunnels“ unter dem Motto „Ein Tunnelblick hinter die Kulissen“ gefeiert. Einsatzorganisationen und die Asfinag präsentierten sich hautnah der Bevölkerung. Den Köstlichkeiten und dem Duft von Raclettebrot an der Schmankerlstraße, den Grillwürsten der Feuerwehr Bregenz-Rieden sowie dem Pfändertunnelwasser konnte so mancher nicht widerstehen. Für die jungen Besucher war das Kinderprogramm alles andere als langweilig – konnte man sich doch tolle Tiergesichter schminken lassen, Luftballons ergattern und die Hüpfburg ausgiebig testen.

Der Verkehr wird rechtzeitig zum Ferienbeginn getrennt in zwei Röhren rollen.

Doris Bures
Sie durchschnitten das Band zur Verkehrsfreigabe: LH Markus Wallner, Bundesministerin Doris Bures und Alois Schedl (Vorstand der Asfinag).
Sie durchschnitten das Band zur Verkehrsfreigabe: LH Markus Wallner, Bundesministerin Doris Bures und Alois Schedl (Vorstand der Asfinag).

Eckdaten Tunnelbau

» Gesamtlänge: 6,7 Kilometer

» Ausbruchmenge: rund 790.000 Kubikmeter Material

» Gesamtkosten:
circa 200 Millionen Euro

» Baubeginn: Oktober 2007

» Verkehrsfreigabe 2. Röhre:
Juni 2012

» Seither: Generalerneuerung Bestandsröhre

» Gesamtverkehrsfreigabe (beide Tunnelröhren): am 3./4. Juli 2013

» Frequenz: täglich rund 30.000 Verkehrsteilnehmer

» Sicherheit: acht begehbare Querschläge, sechs Querschläge mit Einsatzfahrzeugen befahrbar, ein befahrbarer Querschlag