Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Konkrete Statements

Spezial / 21.06.2013 • 21:29 Uhr

Gottfried Bechtold hatte jeden Grund, ausführlich Zeit für die Vorbringung seiner Gedanken einzufordern. Die scherzhafte Bemerkung, dass eine Festrede am längsten Tag des Jahres ruhig etwas länger sein darf, hatte die Stimmung im neuen Vorarlberg Museum zudem gelockert. Schließlich bezog er sich ja nicht nur auf die grundsätzlich hohe Bedeutung der Kultur in der Gesellschaft und belegte dies auch mit der Tatsache, dass in diesem Bereich viel Geld fließt – also zu verdienen ist. Er wurde auch konkret, forderte den freien Eintritt in Museen für Menschen bis 25, weil es schließlich die Jugend ist, die die Welt von morgen gestaltet.

Er wurde konkret, was das Ankaufsbudget des Landes betrifft, dem erst jüngst ein wertvolles Gemälde von Rudolf Wacker verloren gegangen ist, er wurde deutlich bei der Lehrerbesoldung, bei Konfliktvermeidung etc. Konkretisierungen, die man sich genau so wünscht, die Politiker bei solchen Gelegenheiten aber vermeiden.

Doch dazu haben wir Festredner, und insofern war es gut, dass man bei der Eröffnung des Vorarlberg Museum, das bei der Ausrichtung der Ausstellungsprojekte auf unkonventionelle Sichtweisen setzt, auf diese Tradition zurückgegriffen hat.

Besser als mit dem Fest am gestrigen Abend hätte der Eröffnungstag zudem nicht zu Ende gehen können. Protagonisten der „mehrheimischen Musikszene“ hat Ulrich Gabriel versammelt — auch das ist ein konkretes Statement.##Christa Dietrich-Rudas##

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