Solidarisch mit zivilen Opfern

Spezial / 14.06.2013 • 19:39 Uhr

Seit zwei Jahren tobt der grausame Krieg in Syrien. Inzwischen können fast sieben Millionen Menschen in Syrien nicht mehr ohne Hilfe existieren. An die 100.000 Menschen sind getötet worden, viereinhalb Millionen sind auf der Flucht – die Hälfte davon sind Kinder. Hunderttausende sind verwundet. Im benachbarten Libanon – das Land ist etwa so groß wie Tirol – suchen bereits 495.000 Kriegsflüchtlinge Schutz. Das kleine Land ist hoffnungslos überfordert. Wir zeigen uns ganz selbstverständlich solidarisch mit unseren leidenden Mitmenschen, einer ganzen Zivilgesellschaft, die auf dem Altar der Unersättlichkeit geopfert wird. Auch dieser sinnlose Krieg wird Hunderttausende Leben kosten und treibt Millionen unschuldige Menschen ins Elend. Die Zivilbevölkerung wird zermalmt zwischen dem Machterhalt des Regimes, der Gier der Kriegsgewinnler und islamistischem Fanatismus.

„Die Opfer nach Assads Einsatz von Chemiewaffen sind fast ausschließlich Zivilisten“, bestätigt der syrisch-schweizerische Arzt Taufik Schamaa, Gründungsmitglied der Union Syrischer Medizinischer Hilfsorganisationen. Die Waffengeschäfte, die weltweit jährlich mehr als 50 Milliarden Euro Umsatz bringen, blühen auch in diesem Krieg. UNO und EU müssten schon aus humanitären Gründen eingreifen und vernünftige Kräfte in diesem Konflikt stärken, um ein Ende des Blutvergießens herbeizuführen. Stattdessen wollen auch europäische Länder ins Waffengeschäft einsteigen. Die USA nehmen Assads Giftgaseinsatz zum Anlass, die Rebellen zu bewaffnen. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat angesichts der US-Berichte eine Untersuchung durch die UNO gefordert.

Europa sollte sofort Kriegsflüchtlinge aufnehmen. Wir dürfen inzwischen nicht wegschauen und diese Menschen im Stich lassen. Erinnern wir uns an Ruanda 1994, als nach dem grausamen Völkermord, bei dem auch damals die Welt nur zuschaute, auf unseren medialen Aufruf die Vorarlberger Bevölkerung innert kürzester Zeit eine Million Schilling spendete, um ein österreichisch-deutsches Rot-Kreuz-Expertenteam zur Wasseraufbereitung ins Refugee-Camp Goma/Zaire zu entsenden, das im größten Flüchtlingslager eine funktionierende Infrastruktur aufbaute und 1,5 Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgte. So konnten viele Flüchtlinge, besonders Kinder, überleben. Die Ausbreitung von Seuchen wurde eingedämmt. Auch bei diesem humanitären Einsatz der Vorarlberger Nachrichten und dem Vorarlberger Roten Kreuz geht jeder Spenden-Euro direkt in die Lager und Notunterkünfte der Millionen syrischen Kriegsflüchtlinge, die vom IRK an den Grenzen geborgen, mit Lebensmittel- und Hygiene-Paketen sowie medizinisch versorgt werden.

05572/501-337, verena.daum-kuzmanovic@vorarlbergernachrichten.at