Drei bis fünf Stürme pro Jahr in Österreich

Spezial / 21.05.2013 • 21:45 Uhr

Wirbelsturm forderte 1916 in Wiener Neustadt 32 Todesopfer.

Wien. (VN-ebi) Grundsätzlich treten Tornados weltweit auf, in den meisten Regionen jedoch in schwächerer Form als in den USA. Einen Wirbelsturm, der mit jenem in Oklahoma vergleichbar ist, hat es jedoch auch schon in Österreich gegeben, erklärt Thomas Krennert von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). 1916 fegte ein Tornado mit Spitzengeschwindigkeiten von 300 Kilometern pro Stunde 20 Kilometer von Bad Fischau durch Wiener Neustadt bis nach Lichtenwörth. Mit einem Kilometer Durchmesser sorgte er für massive Zerstörungen. 32 Menschen kamen ums Leben, mehr als 300 Einwohner wurden verletzt.

Osten stärker betroffen

Im burgenländischen Müllendorf bei Eisenstadt deckte ein Tornado vor zwei Jahren mehrere Häuser ab und verursachte enormen Sachschaden. „Wien hatte 2003 hingegen Glück im Unglück“, so Krennert. Ein Wirbelsturm fegte über ein weniger besiedeltes Gebiet in Prater- und Donaunähe hinweg.

Vor allem komme es in der Sommersaison, mit dem Höhepunkt der Gewittertätigkeit, zu Tornados, erklärt Krennert. In Österreich seien besonders das Donautal, das südliche Wiener Tal, das Wiener Becken und die Oststeiermark – also das „östliche Flachland“ – von Wirbelstürmen betroffen.

Leichtere Wirbelstürme

„In den letzten 50 bis 60 Jahren haben wir in Österreich statistisch gesehen drei bis fünf Tornados pro Jahr beobachtet“, sagt der ZAMG-Experte. Die Wirbelstürme seien im Vergleich jedoch schwächer als jene in den USA. „Die Feuchtigkeit ist in Österreich nicht so hoch, die Luft kommt von der Adria nicht so richtig über die Berge“, erklärt Krennert. Auch könne das Gewitter in den USA – im Gegensatz zu Österreich – aufgrund des flachen Geländes ungehindert ziehen.

Die Stärken der Tornados sind in Österreich etwas geringer.

Thomas Krennert, ZAMG