„Es ist ein schöner Zeitpunkt, mich zurückzuziehen“

Spezial / 15.02.2013 • 22:28 Uhr
Wolfgang Rümmele gibt ab, Andrea Kaufmann übernimmt: „Ein echter Generationenwechsel.“ Foto: VN/Steurer
Wolfgang Rümmele gibt ab, Andrea Kaufmann übernimmt: „Ein echter Generationenwechsel.“ Foto: VN/Steurer

Andrea Kaufmann folgt ab Mai Bürgermeister Wolfgang Rümmele nach. Ruepp bleibt Vize.

Dornbirn. (VN-ad) Wie die VN in ihrer Freitagsausgabe exklusiv berichteten, zieht sich Dornbirns Bürgermeister Wolfgang Rümmele aus der Politik zurück. Der 66-Jährige, seit 1999 Bürgermeister der Messestadt, wird Ende Mai seiner Nachfolgerin Andrea Kaufmann übergeben. Die 43-jährige Dornbirnerin, in der Landesregierung noch zuständige Landesrätin für Kultur und Hochbau, wird mit der Amtsübernahme die erste Bürgermeisterin einer Vorarlberger Stadt sein.

„Kontinuität und Erneuerung“

„Es ist ein schöner Zeitpunkt, mich zurückzuziehen“, sagte Rümmele nun gestern im Rahmen einer Pressekonferenz im Dornbirner Rathaus, gemeinsam mit Andrea Kaufmann und Vize Martin Ruepp. Dornbirn, „die Wirtschaftsstadt mit hoher Lebensqualität“ habe ein mittlerweile beachtliches Niveau erreicht, sagte Rümmele: „Und das ist ideal, mich zurückzuziehen mit einer großen Freude auch darüber, dass Kontinuität und Erneuerung in der Nachfolge gegeben sind. Es ist ein schöner Zeitpunkt.“ Ruepp und Kaufmann, die Kontinuität und Erneuerung verkörpern würden, seien wohl bekannt: „Beide sind erfahren, sind in hohem Maße auch von der Bevölkerung anerkannt.“ In Gesprächen, geführt noch vor Weihnachten, habe man abgewogen: „Und wir setzen mit Andrea Kaufmann als künftige Frau Bürgermeisterin auf Erneuerung und Langfristigkeit – und mit Vizebürgermeister Martin Ruepp auf Kontinuität.“ Denn Ruepp bleibt, wie Rümmele sagte, „weiterhin umsichtiger Vizebürgermeister“.

Kaufmann und „der Ruf“

Und warum entschied sich nun Andrea Kaufmann, Bürgermeisterin zu werden und damit aus der Landesregierung auszuscheiden? Weil ihr Dornbirn und die Entwicklung der Stadt ein Herzensanliegen sei, sagte Kaufmann: „Ich bin hier geboren, hier aufgewachsen, ich lebe jetzt hier – und ich war 15 Jahre lang aktiv in der Stadtregierung in verschiedensten Bereichen tätig.“ Damals habe sie die Stadt aktiv mitgestalten können: „Das war eine sehr schöne Zeit. Und das hat mich unter anderem jetzt dazu bewogen, dem Ruf nach Dornbirn zu folgen.“

Ruepp: „Habe abgelehnt“

Dabei war Ruepp, wie Rümmele bestätigte, auch Kandidat für das Bürgermeisteramt. Ruepp berichtete, dass der Bürgermeister ihn vor Weihnachten gefragt habe, ob er seine Nachfolge antreten wolle. Das Amt hätte ihn zwar gereizt, sagte Ruepp, „aber ich bin bereits 57 Jahre alt. Und entweder nur ein Kurzzeitbürgermeister zu sein, oder nochmals anzuhängen und am Ende der Periode dann beinahe 70 Jahre alt zu sein, das ist für mich keine Perspektive.“ Als Vize könne er sich hervorragend einbringen: „Und ich bin sehr dankbar, dass Andrea das für Dornbirn machen wird.“

Ihm fehle im Übrigen nichts, übernahm Rümmele wieder: „Ich fühle mich wohl. Und seit die Entscheidung für die neue Bürgermeisterin getroffen wurde, fühle ich mich noch wöhler als vorher.“ Zu einem Zeitpunkt, an dem er „mit Freude und vielleicht auch einem Hauch von Stolz auf das Erreichte zurückblicken“ könne, trete er zurück, auch mit Blick auf die Wahl 2015: „Ich überlasse es den Jungen. Es ist ein echter Generationenwechsel.“

Ich ziehe mich zurück mit einer großen Freude, dass Kontinuität und Erneuerung gegeben sind.

Wolfgang Rümmele