„Ich war Jagdkämpfer in Lochau“

Wehrpflicht Thema im Landtag. ÖVP und FPÖ verteidigen Modell, Grüne für Abschaffung.
Bregenz. (VN-ad) ÖVP und FPÖ bekannten sich gestern in der Aktuellen Stunde zur Wehrpflicht. „Solange man keine Alternative für die Gewährleistung der Sicherheit und des Gemeinwohls hat, darf das bisherige System nicht infrage gestellt werden“, sagte Roland Frühstück. Der VP-Klubchef und andere wiesen dabei auf die zentrale Rolle des Heeres im Katastrophenfall und auf die zentrale Rolle des Zivildiensts hin. „Ohne Zivildienst wären das Rote Kreuz, die Behindertenhilfe, Krankenhäuser oder andere nicht mehr handlungsfähig“, warnte FP-Chef Dieter Egger. Ein kleines Berufsheer in Österreich hieße, dass Vorarlberg im Katastrophenfall zu einem Bittsteller würde, legte Landesrat Erich Schwärzler nach.
Rot und Grün konterten, forderten ein Ende der Wehrpflicht – Michael Ritsch mit Humor, Johannes Rauch mit Fakten. Ritsch sagte schmunzelnd: „Ich war Jagdkämpfer in Lochau. Doch würde ich im Ernstfall schauen, wo es sicher ist und wie ich da rauskomme.“ Dies gelte insgesamt: „Oder glauben Sie, dass unser Heer Österreich verteidigen könnte?“ Österreich habe bereits ein Berufsheer, sagte Rauch: „Mehr als 21.000 Planstellen sind in Heer und Ministerium besetzt – zu zwei Dritteln mit Systemerhaltern.“ Und von den 23.000 Präsenzdienern im Jahr seien auch „13.000 in der Systemerhaltung – als Schreibkräfte, Chauffeure, Küchengehilfen, Putzkräfte und Kellner.“ ##Andreas Dünser##